Originaltitel: Red Dragon
USA 2002
Sir Anthony Hopkins
Edward Norton
Ralph Fiennes
Regie: Brett Ratner
Verleih: UIP
Drei Jahre nachdem er traumatisiert von der Jagd auf den Serienmörder Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) seinen Dienst beim FBI quittierte, holt Will Graham (Edward Norton) die Vergangenheit mit Macht wieder ein. Der Fall eines Killers, der bei Vollmond regelmäßig komplette Familien auslöscht, zwingt Graham zurück in den Dienst. Um die Handlungsstruktur seines Gegners zu entschlüsseln, bedient er sich keines geringeren als des eingekerkerten Lecters. Pech bloß, daß der "Rote Drache" auf denselben Gedanken kommt...
Zur Abwechslung tritt mal keine FBI-Agentin, sondern ein desillusionierter Fahnder (Ed Norton aus "American History X") dem coolsten Kino-Kannibalen der Welt entgegen. Thomas Harris' quasi-Vorgänger zum Thrillerklassiker "Das Schweigen der Lämmer" wurde bereits 1987 von Michael Mann unter dem Titel "Blutmond" verfilmt.
Um einen Serienkiller zu stoppen, schließt Edward Norton einen Pakt mit dem Teufel - Hannibal Lecter.
Ein Schauer jagt über den Rücken, erblickt man Dr. Lecter (Anthony Hopkins) zum ersten Mal. Der wohl sympathischste Serienkiller der Welt sitzt in der Philharmonie, in sich versunken, zuckt gelegentlich schmerzhaft und fokussiert seine eiskalten Echsenaugen auf den zweiten Flötisten. Was dem armen Tropf wiederfahren wird, der es gewagt hatte, Hannibals Konzert-Abend zu verderben, ist klar.
Nach dem Festbankett in Lecters ahnungslosem Kulturzirkel erhält der Psychiater Besuch von FBI-Agent Will Graham (Edward Norton), der Rat auf der Suche nach einem kannibalischen Serienkiller erbittet. Durch Eingebung und eine gute Portion Zufall kommt er Lecter in diesem Augenblick auf die Schliche.
In einem furiosen Duell auf Leben und Tod bezwingt Graham schließlich Lecter und kann ihn verhaften.
Die Exposition allein beschreibt bereits exzellent die Richtung, die Regisseur Brett Ratner in "Roter Drache" einschlägt: sublime Spannung, durch Dante Spinottis exzellente Bilder eingefangen und zu einer atemlosen, vorwärtstreibenden Tour de Force gebündelt, die den Zuschauer vom ersten Augenblick an fesselt.
Denn die Verhaftung war nur der Prolog zum eigentlichen Duell zwischen Graham und Lecter. Monate nach dem spektakulären Coup tappt das FBI bei der Suche nach einem weiteren Serienkiller im Dunkeln.
Zerbrochene Spiegel, Glassplitter auf den Augen komplett ausgelöschter Familien, die enorme Brutalität der Verbrechen, die immer bei Vollmond verübt werden und die Gebissabdrücke am Tatort, die dem Killer den Spitznamen "Zahnfee" einbringen, stellen Chef-Ermittler Jack Crawford (Harvey Keitel) vor ein unlösbares Rätsel.
Doch es gelingt ihm, Graham aus dem vorzeitigen Ruhestand zu holen und für die Fahndung nach dem Killer zu gewinnen. Graham wendet sich erneut an Lecter, um sich in die Psyche des Killers zu versenken, ahnt dabei jedoch nicht, dass dieser bereits - sogar aus dem Hochsicherheitstrakt heraus - Kontakt mit der "Zahnfee" aufgenommen hat.
Die Schmach der Verhaftung nagt schwer am Ego Lecters, Graham hat schließlich auch eine Familie - und der nächste Vollmond kommt bestimmt!
Mit "Roter Drache" ging "Rush Hour" Regisseur Brett Ratner ein hohes Risiko ein. Schließlich handelt es sich einerseits um das Prequel zu "Schweigen der Lämmer" und "Hannibal", andererseits war die gleichnamige Romanvorlage von Thomas Harris ein Bestseller, was die Leinwandadaption nie besonders einfach macht. Und zu guter Letzt verfilmte Regie-Ass Michael Mann den Stoff bereits 1987 unter dem Titel "Blutmond".
Anders jedoch als Mann, der seine Version auf den inneren Konflikt Grahams mit Lector (damals so geschrieben) als Rahmenfigur anlegte, setzt Ratner voll auf seine massive Starpower. Er lässt Hopkins, Norton, Keitel und Philip Seymour Hoffman, der als schmieriger Polizeireporter glänzt, alle Freiheiten.
Zudem webt er höchst kunstvoll und im perfekten Rhythmus den zweiten Erzählstrang um den Killer selbst ein. Dabei brilliert Ralph Fiennes als äußerlich deformierter und von verstörenden Kindheitserinnerungen gepeinigter Psychopath Francis Dolarhyde.
In seiner Fantasiewelt lebend glaubt er, durch die Morde als höheres Lebewesen, als Roter Drache, wiedergeboren zu werden. Die Bekanntschaft und die sich entwickelnde Romanze mit der blinden Reba (ebenfalls erstklassig: Emily Watson) weckt jedoch auch in diesem scheinbaren Monster die menschliche Seele.
Seine innere Zerrissenheit entlädt sich in einer skurrilen, Mitleid erregenden Szene, in der sich Dolarhyde von seinen Dämonen zu befreien versucht. Doch die Schlinge der Ermittler zieht sich zu und es kommt zu einem spannungsgeladenen, überraschenden Showdown, der den Zuschauern mindestens ebenso sehr das Blut in den Adern gefrieren lässt, wie Hannibal Lecters diabolisches Grinsen.
| Darsteller: | Sir Anthony Hopkins | als Hannibal Lecter | |
|---|---|---|---|
| Edward Norton | als William Graham | ||
| Ralph Fiennes | als Francis Dolarhyde | ||
| Harvey Keitel | als Jack Crawford | ||
| Emily Watson | als Reba McClane | ||
| Mary-Louise Parker | als Molly Graham | ||
| Philip Seymour Hoffman | als Freddy Lounds | ||
| Anthony Heald | als Dr. Chilton | ||
| Frankie Faison | als Barney | ||
| Tyler Patrick Jones | als Josh Graham | ||
| Ken Leung | als Lloyd Bowman | ||
| William Lucking | als Byron Metcalf | ||
| Tom Verica | als Charles Leeds | ||
| Marguerite MacIntyre | als Valerie Leeds | ||
| Christopher Curry | als Mr. Fisk | ||
| Stanley Anderson | als Jimmy | ||
| Azura Skye | als Buchhändlerin | ||
| Bill Duke | als Polizeichef | ||
| Regie: | Brett Ratner | ||
| Drehbuch: | Ted Tally | ||
| Produzent: | Dino De Laurentiis | ||
| Martha De Laurentiis | |||
| Ausf. Produzent: | Andrew Z. Davis | ||
| Buchvorlage: | Thomas Harris | ||
| Kamera: | Dante Spinotti | ||
| Schnitt: | Mark Helfrich | ||
| Musik: | Danny Elfman | ||
| Produktionsdesign: | Kristi Zea | ||
| Steven Saklad | |||
| Tim Glavin | |||
| Kostüme: | Betsy Heimann | ||
| Ton: | Kim H. Ornitz | ||
| Casting: | Francine Maisler | ||
| Kathleen Driscoll-Mohler | |||
Als Guillermo del Toro überraschend seinen Abschied von der "Herr der Ringe"-Vorgeschichte "The Hobbit" verkündete, übertrafen sich Fans und Kenner weltweit mit Mutmaßungen über die Nachfolge.
Peter Jackson: Noch ist nicht klar, ob der Weg des "Herr der Ringe"-Regisseurs wieder nach Mittelerde führt zu "The Hobbit" (Foto: Paramount)
Doch die Macher legen sich offenbar auf die naheliegende Variante fest: Filmriese Warner und Rechteinhaber Metro Goldwyn Meyer (MGM) bieten keinem anderen Kandidaten den Regiestuhl bei den beiden "Hobbit"-Filmen an, solange Wunschkandidat Peter Jackson nicht definitiv abgesagt hat.
Diese Aussage ist vor allem eine Reaktion auf die Meldung, "Harry Potter"-Regisseur David Yates könnte das Zepter bei der "Herr der Ringe"-Vorgeschichte übernehmen. Doch dieser ließ nun über einen Sprecher erklären, dass an diesem Gerücht "absolut nichts dran" sei. Zuvor waren als Regiekandidaten für "The Hobbit" unter anderem David Dobkin ("Die Hochzeits-Crasher") und Brett Ratner ("Roter Drache", "X-Men 3") gehandelt worden.
Die Fans wird das freuen, schließlich ist Peter Jacksons Name seit seiner grandiosen "Herr der Ringe"-Trilogie untrennbar mit Mittelerde verbunden.
Allerdings ist die Haltung von Warner riskant. Zwar hat Peter Jackson, der bisher lediglich als Produzent der "Hobbit"-Filme arbeitet, selbst gesagt, er werde "das Nötige unternehmen um sicherzustellen, dass die Filme wirklich gemacht werden" - und das schloss auch einen möglichen Job als Regisseur ein. Gleichzeitig gab Peter Jackson aber zu bedenken, dass er bereits Verträge für andere Regie-Arbeiten abgeschlossen hat, im Glauben, dass Guillermo Del Toro in nächster Zeit die Hauptarbeit an "The Hobbit" leisten werde. Ob Jacksons Vertragspartner ihn nun nach dem Ausstieg des Mexikaners aus diesen Zusagen entlassen, haben weder der Kultregisseur in der Hand, noch die "Hobbit"-Macher.
Indes stehen die Kulissen und Kostüme weiter bereit, die gesamte Crew wartet nur noch auf den Startschuss für den Aufbruch zum Einsamen Berg. Dazu müsste aber zum einen der Rechteinhaber MGM das Budget freigeben und zum anderen Peter Jackson womöglich aus bestehenden Verträgen freigekauft werden.
Und genau das gestaltet sich momentan extrem schwierig für MGM: Das Traditionsunternehmen steckt derart in Finanznöten, dass aus dem einstmals so stolz brüllenden Löwen ein ängstlich miauendes Kätzchen geworden ist.
Am Cardiff College of Drama in Wales und der Royal Academy of Dramatic Arts in London ausgebildet, erwarb sich Hopkins in den...
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