Helmut Dietl ("Schtonk!", "Kir Royal") richtet sein Augenmerk wieder einmal auf die Reichen und Illustren seiner Heimatstadt München. Mit allem, was in deutschen Schauspielkreisen Rang und Namen hat. http://images.kino.de/flbilder/max00/mbiz00/mbiz10/z0010801/b150x150.jpg Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief

Filmdetails

Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief

Helmut Dietl ("Schtonk!", "Kir Royal") richtet sein Augenmerk wieder einmal auf die Reichen und Illustren seiner Heimatstadt München. Mit allem, was in deutschen Schauspielkreisen Rang und Namen hat.


Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief
Start: 23.01.1997

Komödie

Deutschland 1996
Laufzeit: 110 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Götz George
Mario Adorf
Heiner Lauterbach

Regie: Helmut Dietl
Verleih: Constantin

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Humor
Romantik
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Inhalt

Die Tür öffnet sich zum Ristorante Rossini, dem Hangout und bisweilen gar zweiten Wohnzimmer einer illustren Schar von Stammgästen, die sich allabendlich versammelt. In diesem Mikrokosmos entfaltet sich an einem einzigen Abend eine Tragödie, in deren Mittelpunkt u.a. ein nervöser Regisseur, ein misantrophischer Dramatiker, eine zielstrebige Darstellerin, der Wirt Rossini und ein in großen Geldnöten befindlicher Produzent stehen.


Kritik

Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief

Einen besseren Start ins neue Kinojahr kann sich der deutsche Film kaum wünschen als Helmut Dietls lustvolle, irrwitzige, elegante, erotische und bissige Gesellschaftssatire. Der Vater von "Schtonk" und Schöpfer von Medienunterhaltungsmeilensteinen wie "Kir Royal" und "Monaco Franze" hat die vier Jahre seit seiner famosen Führerkultfarce bestens genutzt und in gewohnt perfektionistischer Manier mit Patrick Süskind ein genüßlich zischelndes Zeitgeistszenario entworfen, das die Kunst des filmischen Geschichtenerzählens weit über die Woge der angesagten urbanen Yuppie-Beziehungskomödien hinaus entwickelt: mit unwiderstehlichem Flair und grandiosem Publikums-Appeal.

Allein die Ausgangsidee stellt eine einmalige Verknüpfung von genauester Milieubeschreibung, gnadenlosem Seelenzustandsbericht, atmosphärischer Tiefenschärfe und fiebernder Personenkonstellation her. Im Feinschmeckerrestaurant "Rossini", in dem die Crème des Medienbetriebes, der Entertainmentbranche und der modebewußten Schickeria diniert, leben die Stammgäste in exorbitant exhibitionistischer Verlängerung ihrer privaten und beruflichen Kicks die Leidenschaften und Lüste ihres Selbstdarstellungstriebes aus. In diesem Jahrmarkt der Eitelkeiten wird die verbissene Jagd auf die Verfilmungsrechte des Weltbestsellerromans "Loreley" ("mehr als die Bibel") des skurril verklemmten und filmfeindlichen Schriftstellers Jacob Windisch (Joachim Kròl) zum Katalysator aller Antriebskräfte, Geschäftsstrategien, Intrigen und abgefeimten Gemeinheiten der um ihre narzißtische Nabelschau kreisenden Windeier des Luxuslokals.

Wie in Robert Altmans meisterhaften polyphonen Puzzles hat Dietl seine Ballade der schamlosen Seelen-Singles mit einem bis in die Nebenrollen atemberaubend gut spielenden Starensemble bestückt. Er holt aus allen Leistungen heraus, die die Routine hinter sich lassen und jedem mindestens einmal eine Szene bieten, die Applaus verdient (und in Previews bekommen hat). Ob Gudrun Landgrebes Tirade gegen die "Zipfelspiele" der Männer, Heiner Lauterbachs Abkanzlung der Sparkassenmentalität der Banker, Mario Adorfs tränenverzückte und medikamentös vorbereitete Eroberung der Schauspielerin Schneewittchen (Veronika Ferres als das neue Loren-like Überweib des deutschen Films) oder Götz Georges abgeklärt abgehalftetere Melancholie der Verdauungstraktes einer Rolle, die unschwer als alter ego Dietle zu deuten ist: alles atmet erstklassige Unterhaltung.

Filme über den Medienbetrieb haben es bei uns immer schwer gehabt, aber "Rossini" überwindet die Hürde durch die zweite Erzählebene des Films, in der Sex, Eotik und die Leiden des verdauungstraktes eine hinreißende geschmackvolle Verbindung eingehen und jede der elf Hauptpersonen in irgendeiner Form ihr Opfer wird.

"Rossini" steht nicht zuletzt durch seine überwältigende Filmsprache an der Spitze der deutschen Produktion. Dietls Eleganz der Inszenierung à la Lubitsch, die fließende Kameraarbeit von Gernot Roll, die unglaubliche Sorgfalt in Dekor (das Restaurant der tausend Kerzen: die Kutsche mit den Rosenblättern), Ausstattung, Kostümen, Farbgebung, Lichtsetzung und die offene Erzählstruktur ergeben ein Filmjuwel de Luxe. ger.

Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief

Darsteller:  Götz George   als Uhu Zigeuner
  Mario Adorf   als Paolo Rossini
  Heiner Lauterbach   als Oskar Reiter
  Gudrun Landgrebe   als Valerie
  Veronica Ferres   als Schneewittchen
  Joachim Król   als Jakob Windisch
  Hannelore Hoger   als Charlotte Sanders
  Meret Becker   als Fanny Watussnik
  Jan Josef Liefers   als Bodo Kriegnitz
  Martina Gedeck  
  Armin Rohde  
  Hilde van Mieghem  
  Burghart Klaußner  
  Edgar Selge  
  Erich Hallhuber  
  Christian Berkel  
  Carola Regnier  
  Axel Milberg  
  Markus Majowski  
  Giulio Ricciarelli  
  Marc Rothemund   als Jean Luc
 
Regie:  Helmut Dietl  
Drehbuch:  Helmut Dietl  
  Patrick Süskind  
Produzent:  Helmut Dietl  
  Norbert Preuss  
Kamera:  Gernot Roll  
Schnitt:  Inez Regnier  
Musik:  Dario Farina  
Produktionsdesign:  Albrecht Konrad  
Kostüme:  Bernd Stockinger  
Ton:  Chris Price  
  Max Rammler-Rogall  

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Götz George

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