Robert De Niro
Jean Reno
Natascha McElhone
Regie: John Frankenheimer
Verleih: UIP
Sam, ein ausgebrannter Ex-CIA-Mann, der taffe Franzose Vincent, der ehemalige KGB-Computer-Spezialist Gregor, der nervöse Waffenspezialist Spence und der erfahrene Fahrer Larry bilden ein vogelfreies Söldner-Team. Sie sollen im Auftrag der mysteriösen Irin Deirdre in Frankreich einer Verbrecherorganisation einen geheimnisvollen Koffer entwenden abjagen.

Stets ein Garant für ebenso solide wie spannende Kinounterhaltung ist John Frankenheimer in den letzten Jahren zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und hat vornehmlich fürs Fernsehen gearbeitet. Mit "Ronin" begibt er sich jetzt wieder auf ihm bestens vertrautes Terrain. Ähnlich wie schon bei "Schwarzer Sonntag" (1978), "Powerplay" (1990) oder "Verliebt in die Gefahr" (1991) dreht sich hier alles um politische Machenschaften, wobei diese im Prinzip nur als Mantel für einen spannenden Thriller herhalten müssen. Mit Robert De Niro, Jean Reno und Jonathan Pryce hochkarätig besetzt, dürfte diese packende Reminiszenz an alte Spy-Movie-Tage auf entsprechendes Interesse beim breiten Publikum stoßen.
Im Zentrum der Geschichte stehen fünf hochspezialisierte Männer, darunter der amerikanische Stratege Sam, der deutsche Überwachungsspezialist Gregor und der britische Militärberater Spence, die im Auftrag der mysteriösen Irin Deirdre in Frankreich einer Verbrecherorganisation einen geheimnisvollen Koffer entwenden sollen.Wer diese Verbrecher sind, wer an dem Inhalt des Koffers interessiert ist und was dieser eigentlich beinhaltet, wird im Verlauf des Films nie geklärt. Der ganze Plot ist somit nichts anderes als ein klassischer McGuffin in der Tradition Alfred Hitchcocks, der zu nichts anderem dient, als Frankenheimer die Gelegenheit zu geben, höchst virtuos mit den Versatzstücken des Genres zu spielen. Obwohl "Ronin" - der Titel bezieht sich auf die japanische Legende jener 47 Samurai, die es nicht geschafft hatten, ihre Herren zu beschützen und so als Ausgestoßene ihrer Kaste zu einem Leben als Gesetzlose verurteilt waren - eindeutig im hier und heute angesiedelt ist, sieht der von Robert Fraisse vorzüglich schmutzig fotografierte Film wie ein klassischer Kalter-Krieg-Thriller der siebziger Jahre aus. Schon die erste Szene, in der sich die müden, stets qualmenden, welterfahrenen hired guns in einer verruchten Spelunke am Pariser Montmartre treffen, erinnert eher an Frankenheimers "French Connection II" aus dem Jahr 1975 als an glattes, zeitgenössisches High-Tech-Kino.
Genau diese Wiederbelebung alter Stilmittel gepaart mit modernstem Kino-Know-How macht den Reiz von "Ronin" aus. Unter Ausnützung seiner wunderbaren Schauplätze zieht John Frankenheimer alle Register seines Könnens. Ob die wüste Schießerei an der nächtlichen Seine, die Beschattungsaktion im Majestic Hotel von Cannes, die Autoverfolgungsjagden in Nizza und Paris, der Hinterhalt im Kolosseum von Arles oder das furiose Finale bei einer Eisrevue, Katarina Witt inklusive - hier kommt einem Frankenheimers "Botschafter der Angst" (1962) in den Sinn -, alles ist perfekt getimt, geschnitten und inszeniert. Gibt es bei diesem im besten Sinne des Wortes altmodischen Werk eine Schwachstelle, so ist dies das Fehlen von tiefergehenden Charakterzeichnungen. Robert De Niro und Jean Reno, Stellan Skarsgard und Sean Bean, Jonathan Pryce oder Natascha McElhone, alle Beteiligten meistern ihre Parts vorzüglich, sind im Prinzip jedoch nichts anderes als eindimensionale Typen, deren Motivation - außer, daß die Gangster schnell zu Geld kommen wollen - im Unklaren bleibt. Dieses Manko muß auch für die Produzenten offensichtlich gewesen sein, verpflichteten sie doch David Mamet, unter dem Pseudonym Richard Weisz, das Drehbuch von J.D. Zeik zu überarbeiten. Dennoch kann die UIP, dank der prominenten Besetzung, des verzwickten Plots, in dem sich die Fronten laufend ändern, und der handfesten Action im Januar 1999 mit einem soliden Einspiel rechnen. geh.
| Darsteller: | Robert De Niro | als Sam | |
|---|---|---|---|
| Jean Reno | als Vincent | ||
| Natascha McElhone | als Deirdre | ||
| Stellan Skarsgård | als Gregor | ||
| Sean Bean | als Spence | ||
| Skipp Sudduth | als Larry | ||
| Michael Lonsdale | als Jean-Pierre | ||
| Jan Triska | als Dapper Gent | ||
| Jonathan Pryce | als Seamus | ||
| Féodor Atkine | als Mikhi | ||
| Katarina Witt | als Natacha Kirilova | ||
| Bernard Bloch | als Sergi | ||
| Regie: | John Frankenheimer | ||
| Drehbuch: | J. D. Zeik | ||
| Richard Weisz | |||
| Produzent: | Frank Mancuso Jr. | ||
| Ausf. Produzent: | Paul Kelmenson | ||
| Kamera: | Robert Fraisse | ||
| Schnitt: | Tony Gibbs | ||
| Musik: | Elia Cmiral | ||
| Produktionsdesign: | Michael Z. Hanan | ||
| Gérard Viard | |||
| Kostüme: | May Routh | ||
| Ton: | Bernard Bats | ||
Der altbekannte Hollywood-Regisseur John Frankenheimer, der mit Filmen wie "Botschafter der Angst" und "Der Gefangene von Alcatraz" bekannt wurde, starb am vergangenen Samstag in einem Krankenhaus in Los Angeles.
Im Alter von 72 Jahren erlag Frankenheimer den Folgen eines Schlaganfalls... Die Karriere des Regie-Veteranen dauerte insgesamt fast fünfzig Jahre an: Während er in den 60er Jahren mit Dramen und Polit-Thrillern auf sich aufmerksam machte, gehen auch einige Highlights aus jüngster Vergangenheit noch auf Frankenheimers Konto. So inszenierte er 1998 mit Robert De Niro und Jean Reno in den Hauptrollen den Action-Thriller "Ronin" und 2000 "Reindeer Games" mit Ben Affleck.
Martha Coolidge, Präsidentin der Director's Guild of America über Frankenheimer: "John drehte mit solch einer Leidenschaft Filme - das gibt es sehr selten. Er war einer der wenigen Menschen, die nicht ersetzt werden können!"
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