Jet Li
Aaliyah
Isaiah Washington IV
Regie: Andrzej Bartkowiak
Verleih: Warner
Das Hafenviertel in Oakland wird von den Gangsterbossen Ch'u Sing und Isaak O'Day kontrolliert. Als Ch'us Sohn ermordet im Schwarzenviertel aufgefunden wird, bricht dessen Bruder Han aus dem Staatsgefängnis in Hongkong aus, um ihn zu rächen. Kaum im Westen angekommen, trifft er auf O'Days hübsche Tochter Trish und verliebt sich in sie.

Hongkong meets die Boyz N the Hood auf altbekanntem Shakespeare-Terrain - und das mit durchschlagendem Erfolg. So konnte das Martial-Arts-Actiondrama mit Hongkong-Superstar Jet Li ("Black Mask") an seinem Startwochenende zwar nicht "Erin Brockovich" von der Spitze der US-Charts verweisen, doch das 18-Mio.-Dollar-Einspiel kann sich mehr als sehen lassen. Die Story dreht sich ähnlich wie in "Rush Hour" um die Rivalität zwischen einer chinesischen und einer schwarzen Gangsterfamilie in Oakland, wo sich im Shakespeare-Light-Format eine "Romeo und Julia"-Romanze zwischen zwei Sprösslingen der Unterweltbosse anbahnt.
Andrzej Bartkowiak, der bei "Lethal Weapon 4", Jet Lis erstem US-Film, als Kameramann fungierte, gibt mit der superprofessionell aussehenden Joel-Silver-Produktion sein Regiedebüt. Gleich die ästhetisch im düsteren Neonoir-Look realisierte Openingsequenz unterlegt er mit einem wummernden Hiphop-Track und gibt einen Vorgeschmack auf das, was folgt. Wie bei einem dementsprechenden Musikclip ist das Styling hip, sind die Autos luxuriös und die Villen protzig, und bei der Besetzung finden sich mit Aaliyah und DMX zudem noch ein R&B- und ein Rapstar.
Das Territorium des Hafenviertels in Oakland wird zu gleichen Teilen von den Chinesen unter Führung des Gangsterbosses Ch'u Sing (Henry O) und den Schwarzen unter Isaak O'Day (Delroy Lindo aus "Kopfgeld") kontrolliert. Beide sehnen sich in bester "Der Pate 3"-Manier nach Respektabilität, die sie sich durch einen Immobiliendeal für ein Footballstadium am Hafen erhoffen. Doch dann wird Ch'us Sohn ermordet im Schwarzenviertel aufgefunden, woraufhin dessen Bruder Han (Jet Li) in einer spektakulären Sequenz aus dem Staatsgefängnis in Hongkong ausbricht, um der Sache schlagkräftig auf den Grund zu gehen. Kaum im Westen angekommen, kreuzt sein Weg zufällig den von O'Days hübscher Tochter Trish (Aaliyah macht sich auch vor einer Filmkamera sehr passabel) und eine eher kumpelhaft-unschuldige Romanze bahnt sich an. Gleichzeitig braut sich um sie herum ein schwer durchschaubarer Wirbelsturm von internen Machtkämpfen mit Mord und Intrigen zusammen.
Die moderne Actionvariante der wohl berühmtesten Liebesgeschichte aller Zeiten zeichnet sich natürlich durch furios choreographierte, ähnlich wie in "Matrix" mit Hilfe von Drahtseilen spektakulär realisierte Kampfsportsequenzen aus, deren hyperrealer Stil natürlich an den wegweisenden Vorjahres-Blockbuster erinnert. Aber Bartkowiak geht noch weiter und treibt die Stilisierung auf die Spitze: In drei Fällen ließ er die Kick-Kaskaden zusätzlich mit Röntgeneffekten versehen, die die knochenbrechende Wirkung am Skelett des Gegner bildlich veranschaulichen. Auto- und Motorradverfolgungsjagden stehen selbstverständlich ebenfalls auf dem Plan, wobei sich eine Gegnerin als die atemberaubende Femme Fatale Francoise Yip in einem viel zu kurzem Auftritt erweist. Ein paar der Keilereien wurden mehr in der locker-humorvollen Jackie-Chan-Schule arrangiert, in der sich der agile Li einmal mehr als einer der Topp-Martial-Arts-Meister profiliert. Den Höhepunkt bildet sein Kampf auf Leben und Tod mit Bad Guy Russell Wong, der mit seiner charismatischen Ausstrahlung in Erinnerung bleibt. Die Stärken des Films liegen eindeutig bei den Action- und Kampfeinlagen, die im etwas langatmig angelegten dramatischen Kontext fast schon zu spärlich wirken. Genrefreunde werden sich dennoch blendend unterhalten fühlen, denn krachen lässt es "Romeo Must Die" allemal. ara.
| Darsteller: | Jet Li | als Han Sing | |
|---|---|---|---|
| Aaliyah | als Trish O'Day | ||
| Isaiah Washington IV | als Mac | ||
| Russell Wong | als Kai Sing | ||
| Delroy Lindo | als Isaak O'Day | ||
| Anthony Anderson | als Maurice | ||
| DMX | als Silk | ||
| Henry O | als Ch'u Sing | ||
| Jon Kit Lee | als Po Sing | ||
| D. B. Woodside | als Colin | ||
| Regie: | Andrzej Bartkowiak | ||
| Drehbuch: | Eric Bernt | ||
| John Jarrell | |||
| Mitchell Kapner | |||
| Produzent: | Joel Silver | ||
| Jim van Wyck | |||
| Ausf. Produzent: | Dan Cracchiolo | ||
| Kamera: | Glen MacPherson | ||
| Schnitt: | Derek Brechin | ||
| Musik: | Stanley Clarke | ||
| Produktionsdesign: | Michael S. Bolton | ||
| Jim Steuart | |||
| Jay Mitchell | |||
| Kostüme: | Sandra J. Blackie | ||
| Ton: | Rob Young | ||
Dass Harrison Ford nicht unbedingt zu den Weicheiern in Hollywood gehört, ist hinlänglich bekannt, doch nun drängt er auch noch seine Co-Stars, die gefährlichsten Stunts selbst zu drehen.
Der Mann fliegt in seiner Freizeit riskante Rettungseinsätze für die Bergwacht, setzt Dieben schon mal mit dem eigenen Wagen nach und ist auch ansonsten wenig zimperlich gegen sich selbst. Nun jedoch scheint Harrison Ford gezielt Stuntmen in die Arbeitslosigkeit zu treiben.
Isaiah Washington, eben im Kino in "Ghost Ship" zu sehen, beschwerte sich in einem Interview, dass Ford ihn und Josh Hartnett bei den Dreharbeiten zu Hollywood Homicide massive drängte, doch gefälligst alle Stunts - auch die brandgefährlichen - selbst zu drehen. Nun ist Herr Washington beileibe kein Frischling im Action-Genre. Er stand bereits in Exit Wounds - Die Copjäger und "Romeo Must Die" seinen Mann. Die Risikobereitschaft jedoch, die Ford an den Tag legte und auch von seinen Kollegen einforderte, sorgte bei ihm für weiche Knie.
"Ich habe ihm öfter gesagt, dass das schlicht und einfach der Job eines Doubles sei," so Washington im Interview, "doch Harrison winkte nur ab und meinte, das sei Kinderkram und dafür brauche man nun wirklich keinen Stuntman. Also habe ich es gemacht!" Dabei zeigte sich sogar Regisseur Ron Shelton wenig begeistert von den Gefahren, denen sich seine Stars aussetzten.
Vielleicht will Harrison Ford, wenn es schon mit einem echten "Oscar" bisher nicht geklappt hat, den Stunt-Oscar "Taurus Award" abräumen. Vielleicht übt er aber auch nur, um irgendwann doch noch die Rolle von Lee Majors in einem Remake von "Ein Colt für alle Fälle" zu übernehmen. Die coolen Sprüche dafür hat er zweifellos bereits drauf. Denn als Isaiah Washington bei einem seiner besonders gefährliche Stunts darauf hinwies, dass er dabei sterben könnte, antwortete Ford nur lapidar: "Dann sehe ich dich auf der anderen Seite!"
Mit Bruce Lee, Chow Yun-Fat und Jackie Chan bildet Jet Li das legendäre Quartett der männlichen Martial-Arts-Künstler in der Tradition der Hongkong-Action-...
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