An der französischen Riviera, vor einer Kulisse aus leuchtend blauem Meer und glühender Sonne, lebt die alleinerziehende Antoinette mit ihrer jungen und hübschen Tochter Stella. Einst begehrt und nun für die Männer zu Luft geworden, ist Antoinette stolz auf die Schönheit und Jugend Stellas und schwärmt sogar vor Fremden von ihren Vorzügen. Abgesehen von kurzen Telefongesprächen sehen sich Mutter und Tochter kaum: Antoinette arbeitet als Zimmermädchen im luxuriösen Grand Hotel, während Stella als Go-go-Girl die Nächte durchtanzt.
Trotz der schwärmerischen Komplimente ihrer einsamen Mutter ist Stella ebenso unglücklich wie diese. Von ihren gleichaltrigen Freunden bringt ihr wegen ihrer Arbeit niemand Respekt entgegen. Ihr Schwarm Fabrizio hat eine nach der anderen und nutzt die naive und liebebedürftige Stella nur aus.
Als Antoinette im Grand Hotel dem sympathisch wirkenden Immobilienmakler Romansky begegnet, glaubt sie, den idealen Heiratskandidaten für Stella gefunden zu haben. Geschickt arrangiert sie eine erste Begegnung zwischen den beiden. Und tatsächlich - Romansky lädt Stella zum Essen ein, und auch diese ist sichtbar von ihm angetan. Doch der Flirt am Strand endet mit einem gewalttätigen Ausbruch Romanskys. Antoinette beschließt daraufhin, ihre Tochter zu rächen ...
Nach "Petite chérie" (2000) machte Anne Villacèque mit "Riviera" ihren zweiten Spielfilm. Begonnen hatte sie jedoch als Dokumentarfilmerin, und auch die Idee zu "Riviera" kam ihr beim Drehen eines Dokumentarfilms: bei "Oh! Les filles" (2003) über den Alltag und die Träume heranwachsender Mädchen in Marseille.
Mit "Riviera" enthüllt sie das wahre Gesicht der oftmals idealisierten Côte d'Azur zwischen Boutiquen und Diskotheken und der emotionalen Leere der Menschen, die sich nur noch über Äußerlichkeiten definieren können, die ihnen das Fernsehen und die Werbung vermitteln. Stella soll für Antoinette die Schönste sein, darauf kommt es an. Doch genau deswegen muss Stella scheitern, denn außer dem Befolgen von Schönheitstrends wurden ihr keine Mittel in die Hand gegeben, das Leben meistern zu können. Die Welt des Scheins - der Luxushotels und polierten Cabriolets - dürfen Stella und Antoinette von weitem bewundern und nur selten berühren. Um dazuzugehören, werden sie alles riskieren.
Die Figur der Stella ist von Anne Villacèque mit Bedacht gewählt: "Stella ist einerseits Marilyn", erklärt die Regisseurin, "und zugleich ein kleines Mädchen, das jedem anderen Mädchen von Heute ähnelt - Frischfleisch für Castings." Anne Villacèque will zeigen, was am Beispiel Stellas den Kindern und Jugendlichen angetan wird; wie mediale Bilder ihre Selbstwahrnehmung prägen, wie sie in einer wertelosen Welt aus Markenwahn und dem Traum von einer Brust-OP gefangen sind.
Doch der eigentliche Protagonist ist zweifellos die Riviera selbst - das allgegenwärtige Blau, das sich mit dem Gold der Sonne und der gebräunten Haut verbindet - eine Welt des harten Lichtes, der grellen Farben, der extremen Lebensunterschiede, der unterschwelligen Gewalt und der großen Einsamkeit.
Beim Internationalen Filmfestival 2005 von Locarno wurde "Riviera" für den Goldenen Leoparden nominiert.
Quelle: ARTE, www.arte.tv
| Darsteller: | Miou-Miou | als Antoinette | |
|---|---|---|---|
| Elie Semoun | als Romansky | ||
| Vahina Giocante | als Stella | ||
| Mathieu Simonet | als Fabrizio | ||
| Antoine Basler | als Geschäftsführer des "Milk" | ||
| Franc Bruneau | als Pizza-Lieferant | ||
| Regie: | Anne Villacèque | ||
| Drehbuch: | Anne Villacèque | ||
| Chantal Poupaud | |||
| Produzent: | Nicolas Blanc | ||
| Philippe Hagège | |||
| Kamera: | Pierre Milon | ||
| Schnitt: | Anne Riegel | ||
| Musik: | Marc Collin | ||
| Produktionsdesign: | Nicolas Chik | ||
| Kostüme: | Pierre Canitrot | ||
| Ton: | Jean-Claude Brisson | ||
| Casting: | Nicolas Ronchi | ||
| Maya Serrulla | |||
| Anne Barbier | |||
| Marie de Laubier | |||
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