Originaltitel: The Ring 2
USA 2005
Naomi Watts
Simon Baker
David Dorfman
Regie: Hideo Nakata
Verleih: Paramount
Sechs Monate nach den schrecklichen Ereignissen um ein todbringendes Tape sind Reporterin Rachel Keller (Naomi Watts) und ihr Sohn Aidan (David Dorfman) vor den Erinnerungen in die Provinz geflüchtet. Dort hat Rachel eine Anstellung beim lokalen Käseblatt gefunden und flirtet schon wieder mit den neuen Kollegen. Das Idyll ist schlagartig beendet, als Rachel im städtischen Polizeiarchiv Hinweise auf eine rätselhafte Todesserie in Zusammenhang mit einem Video entdeckt. Als dann auch noch ihr Kind von unbekannter Seite physisch wie psychisch misshandelt wird und der Verdacht geradewegs auf sie selbst fällt, ist guter Rat teuer.
Naomi Watts ("Mulholland Drive") kehrt ihm Sequel zum schaurigen Japan-Remake zurück und erhält bei der Suche nach der unfreundlichen Wasserleiche Gesellschaft von Sissy Spacek. Regie führt Original-Ringmeister Hideo Nakata.
Das mörderische Geister-Video kehrt zurück - Zwei Jahre nach dem Überraschungserfolg von "Ring" setzt der zweite Teil neue Maßstäbe.
Vor zwei Jahren erlebte das westliche Publikum eine neue Dimension des Horrors: Das Hollywood-Remake des japanischen Gruselhits "Ring" zeigte, dass für echte Spannung kein blutiges Gemetzel notwendig ist. Düstere Geistererscheinungen und eine beklemmende Atmosphäre trieben den Adrenalinpegel der Zuschauer auf ungeahnte Höhen.
250 Millionen Dollar spielte "Ring" weltweit ein. Eine Fortsetzung war dringend notwendig. Und "Ring 2" gelingt das Meisterstück, die Schockwirkung des ersten Teils noch zu toppen.
Die Handlung setzt sechs Monate später ein: Die Reporterin Rachel Keller (Naomi Watts) ist mit ihrem Sohn Aidan in einen kleinen Küstenort gezogen, um sich von traumatischen Ereignissen zu erholen: Sie war in den Bann eines Videos geraten, das jedem Zuseher den Tod brachte.
Doch an ihrem neuen Zufluchtsort wird sie erneut mit unerklärlichen Todesfällen konfrontiert. Der Geist Samara, in dessen Macht sich das Band befindet, treibt offenbar weiterhin sein Unwesen. Und die Ereignisse spitzen sich zu: Rachels Sohn wird besinnungslos ins Krankenhaus eingeliefert; die Behörden verdächtigen sie der Kindesmisshandlung. Ihre einzige Rettung ist es, das Geheimnis des Killer-Gespensts noch tiefer zu erforschen.
Für die schweißtreibende Wirkung dieses Horrortrips gibt es einen ganz besonderen Grund: Diesmal führte Hideo Nakata, der Schöpfer der originalen "Ring"-Films, selbst Regie. Für das Drehbuch zeichnet sein Stammautor Hiroshi Takahashi verantwortlich. Durch ihr tiefgreifendes Verständnis des "Ring"-Mythos gelingt es ihnen, jede Nuance ihres Gruselszenarios optimal zu entwickeln.
Zudem arbeitet Nakata nicht mit beliebigen Teenieschauspielern. Statt dessen steht ihm eine erstklassige Darstellerriege zur Verfügung, von Naomi Watts (demnächst in "King Kong") bis hin zu Oscarpreisträgerin Sissy Spacek aus dem Horrorklassiker "Carrie".
| Darsteller: | Naomi Watts | als Rachel Keller | |
|---|---|---|---|
| Simon Baker | als Max Rourke | ||
| David Dorfman | als Aidan Keller | ||
| Sissy Spacek | als Evelyn | ||
| Elizabeth Perkins | als Dr. Emma Temple | ||
| Gary Cole | als Martin Savide | ||
| Emily VanCamp | als Emily | ||
| Kelly Stables | als Evil Samara | ||
| Mary Elizabeth Winstead | als junge Evelyn | ||
| Ryan Merriman | |||
| Meagen Fay | |||
| Regie: | Hideo Nakata | ||
| Drehbuch: | Ehren Kruger | ||
| Produzent: | Walter F. Parkes | ||
| Laurie MacDonald | |||
| Ausf. Produzent: | Neil Machlis | ||
| Michele Weisler | |||
| Roy Lee | |||
| Neal Edelstein | |||
| Mike Macari | |||
| Buchvorlage: | Koji Suzuki | ||
| Kamera: | Gabriel Beristain | ||
| Schnitt: | Michael N. Knue | ||
| Musik: | Hans Zimmer | ||
| Henning Lohner | |||
| Martin Tillman | |||
| Produktionsdesign: | James Bissell | ||
| Christa Munro | |||
| Kostüme: | Wendy Chuck | ||
| Ton: | David MacMillan | ||
| Casting: | Deborah Aquila | ||
| Tricia Wood | |||
Hideo Nakata ist einer der großen Meister des psychologischen Horrors. Mit seinen Filmen "Ringu", "Ring 2" und "Dark Water" folgte er der Tradition von Klassikern wie "Das Omen" oder "Rosemaries Baby". Mit der US-Adaption von "Ring 2" hat er sich nun zum ersten Mal nach Hollywood gewagt. Auf Anhieb landete der Thriller auf Platz eins der US-Charts.
»Wovor fürchten Sie sich?
HIDEO NAKATA: Eines Tages im Wald ist ein Wildschwein an mir vorbeigerast. Ich hatte furchtbare Angst und das Tier auch. Aber wir konnten unsere Angst nicht kommunizieren. Für mich ist Horror, die Unfähigkeit zu kommunizieren.
»Wie lief die Kommunikation bei Ihrer Arbeit in Hollywood?
Sehr gut. Hollywood unterscheidet sich vom japanischen Kino vor allem in der Budgetgröße. In Japan setze ich mich vor dem Dreh noch einmal ans Buch und streiche alle unnötigen Szenen. Die begrenzten finanziellen Möglichkeiten zwingen zur Sparsamkeit.
In Hollywood ist das umgekehrt. Da soll man so viel wie möglich drehen, denn der Feinschliff findet erst im Schneideraum unter Einbeziehung von Testscreenings statt. Das Testscreening-System war sehr interessant für mich. Mich hat vor allem die Meinung junger Zuschauer interessiert. Ihre Kommentare sind in den Schnitt eingegangen.
» Welches System ist Ihnen lieber: das in Japan oder in den USA?
Idealerweise würde ich in beiden Ländern arbeiten. In Japan würde ich gern wieder im japanischen Stil drehen, denn dort hat man mehr kreative Kontrolle. Aber ich mag auch die amerikanische Art, Filme zu machen.
US-Schauspieler sind daran gewöhnt, dieselbe Szene aus verschiedenen Perspektiven zu drehen und sie 20-mal zu wiederholen. Das ist ein sehr professionelles, industrialisiertes System, in dem es sich gut arbeiten lässt. Außerdem kann ich dort viel aufwändiger drehen und Bilder kreieren, wie es mir zu Hause nie möglich wäre.
» Reagiert das US-Publikum anders als das japanische?
Ich habe weder meine Art der Regieführung noch meinen Geschmack für The Ring 2 geändert. Jedenfalls nicht bewusst. Letztendlich habe ich diesen Film für ein junges westliches Publikum gemacht. Und das hat man immer im Hinterkopf.
Die Testscreenings waren für mich sehr lehrreich, denn die jungen Amerikaner mögen es, richtig erschreckt zu werden. Sie wollen vor Schreck aus den Sitzen springen. Die Japaner mögen es ein wenig subtiler und sind geduldiger - da kann man sich mehr Zeit lassen.
» Sind sie zufrieden mit dem Resultat? Manche Kritiker finden, der Film sei nicht so gut wie Ihr Original.
Ja, ich bin sehr zufrieden. Und bei so einem Film interessiert mich die Meinung einzelner Kritiker nicht besonders, sondern viel mehr, wie die Zuschauer reagieren. Ich war sehr glücklich, als ich am ersten Tag des US-Kinostarts in ein Kino ging und die Zuschauerreaktionen beobachtete. Ich richte mich nach den Zuschauern, nicht nach den Filmkritikern.
» Was fasziniert Sie am Horror und dem Übersinnlichen?
Ich selbst glaube nicht an übersinnliche Phänomene, aber sie erlauben mir, die Grenzen und Zwänge der Realität hinter mir zu lassen. Im Horrorgenre hat man totale Gedankenfreiheit. Man kann wie ein Kind spielen. Aber ich brauche einen guten Aufhänger, und die Geister dürfen weder zu albern und unnatürlich aussehen noch zu menschlich wirken.
» Mutter und Kind - das scheint Ihnen auch ein wichtiges Thema zu sein.
Ja, die Mutter-Kind-Beziehung ist das zentrale Thema in den meisten meiner Filme. Wahrscheinlich ist das bedingt durch meine eigene Kindheit. Eine Frau als Hauptfigur in einem Horrorfilm funktioniert sehr gut, denn sie ist verletzlich, und das intensiviert die Angst im Zuschauer.
Ich versuche immer verletzliche, nach außen hin starke Frauen in meinen Filmen zu zeigen. Jennifer Connelly ist ein gutes Beispiel, sie hat sehr starke Augen und trotzdem etwas Verletzliches.
» Würden Sie Regie zu "Ring 3" führen?
Ja, wenn das Drehbuch gut ist. Mich würde es nicht wundern, wenn das Studio eine Fortsetzung produzieren möchte.
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