Wenn die Großstadtkrake New York das Heer von Menschlingen zu ersticken droht, simuliert mancher, der unbedingt überleben will, seinen eigenen Tod. Vom Leben eines solchen Scheintoten, der sich aus dem Miteinander völlig ausgeklinkt hat, erzählt Matthew Harrison, eines der vielen Talente aus der pulsierenden New Yorker Filmszene. Low im Budget ist sein mittlerweile vierter, in schwarzweiß gedrehter Spielfilm, aber high in Lebensgefühl und Atmosphäre. Mit hektischer, seine Figuren manchmal förmlich attackierender Handkamera fängt Harrison das Leben in den Straßen der Lower East Side ein, in denen der "Rhythm Thief" sein tristes Leben führt. Simon (Jason Andrews) ist ein perspektivelo-ser Schmarotzer, der Gigs loka-ler Bands illegal mitschneidet und Kopien seiner Bänder zu Dumpingpreisen an irgendeiner Straßenecke verscherbelt. Sein verfallenes, Einsamkeit reflektierendes Appartement teilt er mit seiner Katze - dem einzigen Lebewesen, dem er etwas Aufmerksamkeit zuteil werden läßt. Seine Gelegenheitsnummern mit seiner Bekannten Cyd (Kimberly Flynn) erfordern nur körperliches, nicht aber emotionales Engagement. Aus dieser monotonen Endlosschleife reißt ihn erst Ex-Freundin Marty (Eddie Daniels) heraus. Als Bote der Liebe beschreibt sie Simons kahle Wände mit den ungelesenen Briefen seiner Mutter - ein poetisches Bild Harrisons für die Sprachlosigkeit seines Protagonisten. Von pulsierender Musik unterlegt, zeichnet "Rhythm Thief" ein nüchternes, gut beobachtetes Bild vom Leben am Rande der Gesellschaft, vom Versuch einer Neuorientierung, der durch Ausbrüche von Gewalt torpediert wird. Seine Figuren hat Harrison gut im Griff - nicht zuletzt dank überzeugender Darsteller, die in dieser vor allem auf Authentizität setzenden Low-budget-Entdeckung nie wie Fremdkörper wirken. Überzeugen kann man sich davon bislang nur auf dem Filmfest München. Verhandlungen über einen deutschen Kinostart sind jedoch bereits im Gange. kob.
| Darsteller: | Jason Andrews | ||
|---|---|---|---|
| Eddie Daniels | |||
| Kimberly Flynn | |||
| Kevin Corrigan | |||
| Sean Haggerty | |||
| Mark Alfred | |||
| Paul Rodriguez | |||
| Regie: | Matthew Harrison | ||
| Drehbuch: | Matthew Harrison | ||
| Christopher Grimm | |||
| Produzent: | Jonathan Starch | ||
| Kamera: | Howard Krupa | ||
| Musik: | Danny Brenner | ||
| Hugh O'Donovan | |||
| John L. Horn | |||
| Kevin Okurland | |||
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