Michael Fuith
Theo Trebs
Anka Graczyk
Regie: Marvin Kren
Verleih: Filmgalerie 451
Der 35-jährige Loser Michael kommt nach Berlin, um seine Ex Gabi zurückzuerobern. Doch in Gabis verwaister Wohnung attackiert ihn erst einmal ein Handwerker. Und bald rennt eine ganze Horde von Zombies auf der Suche nach Frischfleisch durch das Mietshaus. Michael verbarrikadiert sich mit dem 15-jährigen Harper, während die Apokalypse in vollem Gang ist. Schließlich versucht man sich mit anderen Überlebenden zu verständigen und die Flucht zu organisieren. Und bald trifft Michael auch Gabi.

Zombies! In Berlin! Marvin Krens Einstünder bietet eine originelle Melange aus Thriller, Komödie und Beziehungsdrama. Hier stimmt alles.
Ausgerechnet die übel beleumundeten und so aus der allzu properen deutschen Filmlandschaft in den Amateursektor verbannten Zombies (siehe "Virus Undead") geben ein veritables Lebenszeichen - als mittellanger Film aus der stets hochwertigen ZDF-Nachwuchs-Produktionsschmiede "Das kleine Fernsehspiel". Harter Splatter steht nicht zu befürchten; dafür bietet eine effektive und handwerklich ungemein gelungene Achse des Terrors aus "[Rec]" und "28 Days Later" den die Spannung auskostenden Hintergrund für eine tragikomische Beziehungskiste. "Rammbock" funktioniert sowohl als apokalyptischer, kammerspielartiger Thriller als auch als witziges wie empathisches Requiem eines sympathischen Verlierers.
Der heißt Michael (so überzeugend wie die ganze Besetzung: Michael Fuith) und ist ein 35-jähriger Österreicher mit sich lichtendem Haupthaar. Als der gutmütige Simpel in Berlin eintrifft, um seiner Ex Gabi (Anka Graczyk) nochmals seine Liebe zu gestehen, rumort in der deutschen Hauptstadt bereits ein Virus, dessen vehementer Ausbruch den schluffigen Antihelden verdattert: Ein Handwerker in Gabis verwaister Wohnung attackiert ihn und schon rennen Horden Infizierter auf der Suche nach Frischfleisch durch das Mietshaus. Michael verbarrikadiert sich mit dem 15-jährigen Lehrling Harper (Theo Trebs), der rascher als er begreift, was vor sich geht: Zombies verwüsten das Land und am nächsten Morgen kündet das Testbild im Fernseher von der allumfassenden Apokalypse. Fortan versuchen die Überlebenden, sich über den Innenhof zu verständigen und die Flucht zu organisieren. So findet Michael Gabi und wird unsanft mit dem Ende ihrer Beziehung konfrontiert.
Virtuos und ohne handelsübliche ironische Brechungen inszeniert der Wiener Marvin Kren in seinem Spielfilmdebüt, wie dieser Herzgebrochene den Tod umarmt - grandios unterlegt von Mozarts Lacrimosa-Requiem, das persönliche Tragik mit dem Weltuntergang vereint. Trotz der kurzen Spielzeit entfaltet sich ein kompaktes, glaubwürdiges und kreatives Szenario, das im Alternative-Look daherkommt und an dem einfach alles stimmt, weil aus jeder Budget-Not eine Tugend gemacht wird. Der Max-Ophüls-Publikumspreis und andere Auszeichnungen belegen, wie sehr ein starker deutscher Genrefilm ankommt, wenn sich nur jemand traut, ihn ordentlich anzupacken.
tk.
| Darsteller: | Michael Fuith | als Michael | |
|---|---|---|---|
| Theo Trebs | als Harper | ||
| Anka Graczyk | als Gabi | ||
| Emily Cox | als Anita | ||
| Katelijne Philips-Lebon | als Heike | ||
| Steffen Münster | als Klaus | ||
| Andreas Schröders | als Ulf | ||
| Harald Geil | als Thorsten | ||
| Brigitte Kren | als Frau Bramkamp | ||
| Sebastian Achillles | als Kai | ||
| Jörn Hentschel | als Dominik | ||
| Katharina Rivilis | als Semra | ||
| Arno Kölker | als Handwerker | ||
| Carsten Behrendt | als Manni | ||
| Eckehard Hoffmann | als Polizeisprecher | ||
| Regie: | Marvin Kren | ||
| Drehbuch: | Benjamin Hessler | ||
| Produzent: | Sigrid Hoerner | ||
| Kamera: | Moritz Schultheiß | ||
| Schnitt: | Silke Olthoff | ||
| Musik: | Marco Dreckkötter | ||
| Stefan Will | |||
| Produktionsdesign: | Ulrich Frommhold | ||
| Kostüme: | Jennifer Mäurer | ||
| Maske: | Susanne Knebel | ||
| Nicole Koch | |||
| Stefan von Essen | |||
| Ton: | David Hilgers | ||
| Casting: | Carmen Loley | ||
| Markus Schleinzer | |||
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