Das großartige Regiedebüt des Produzenten Eric Heumann, der u.a. "Indochine", sowie "Landschaft im Nebel" und "Der Blick des Odysseus" des Meisterregisseurs Theo Angelopoulos coproduzierte. Von Angelopoulos, dessen Einfluß in jeder der kostbaren Einstellungen des in Berlin zeitweise als Favorit gehandelten und dann mit dem Silbernen Bären für die Regie ausgezeichneten Film zu spüren ist, lieh sich Heumann den Kameramann Yorgos Arvanitis aus, dessen Weltklasse-Fotografie das Werk prägt.
Heumanns packender Politthriller beobachtet den Pariser Arzt Pierre Feldmann (Jean-Yves Dubois, ein neues charismatisches Gesicht, Mitglied der Comédie Francaise), der im ostafrikanischen Staat Port Djéma, dessen Ähnlichkeit mit Eritrea kaum zu übersehen ist, einen befreundeten Kollegen sucht. Feldmann dringt ins Landesinnere vor, wo der Freund verschwunden und offenbar ermordet worden ist, begleitet zeitweise die Rebellen, begegnet einer rätselhaften Fotografin, findet und verliert die Spur eines Kindes, das er "retten" wollte, und gelangt erschöpft an seinen Ausgangspunkt zurück, wo sich die Zusammenhänge entwirren und er mit der Fotografin außer Landes geflogen wird.
Heumanns Odyssee durch ein zerissenes Land, Wüste, karge Hochebenen und leere Dörfer ist sowohl kritische Reflexion französischer Kompromiß-Politik (man unterstützt beide Seiten), als auch existenzialistische Reise ins eigene Ich. Der Arzt Feldmann steht in einer langen Reige von Ärzten, die seit Céline ("Reise ans Ende der Nacht") und Camus ("Die Pest") als verlorene Helden wie moderne Artus-Ritter ihren Gral in einem Versprechen (hier das Kind) suchen und eine universelle Initiation in fremde Kulturen erfahren. Das erkennbar zu machen, ist Verdienst der inspirierten Regie, makelloser Darstellung mit wenig Dialog und vor allem der mit ausgebleichten Farben arbeitenden Kamera-Kunst von Arvanitis. Eine geschickte Werbestrategie sollte auf Afrika-interessierte Zuschauer bauen können. ger.
| Darsteller: | Jean-Yves Dubois | als Dr. Pierre Feldman | |
|---|---|---|---|
| Nathalie Boutefeu | als Alice | ||
| Christophe Odent | als Jérôme Delbos | ||
| Edouard Montoute | als Ousman | ||
| Frédéric Pierrot | als Dr. Antoine Barasse | ||
| Claire Wauthion | als Schwester Marie-Françoise | ||
| Regie: | Eric Heumann | ||
| Drehbuch: | Eric Heumann | ||
| Jacques Lebas | |||
| Lam Lé | |||
| Produzent: | Marc Soustras | ||
| Koproduzent: | Theodoros Angelopoulos | ||
| Ausf. Produzent: | Bernard Lorain | ||
| Kamera: | Yorgos Arvanitis | ||
| Schnitt: | Isabelle Dedieu | ||
| Musik: | Sanjay Mishra | ||
| Produktionsdesign: | Danka Semenowicz | ||
| Yves Bernard | |||
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