Originaltitel: Populärmusik från Vittula
Schweden/Finnland 2004
Niklas Ulfvarsson
Max Enderfors
Lasse Beicher
Regie: Reza Bagher
Verleih: Piffl
Im idyllischen Provinzkaff Vittula an der Grenze zwischen Schweden und Finnland achtet man in den frühen 60er Jahren noch auf Sitte und Tradition. Frauen stehen am Herd, Männer gehen jagen und fischen, Probleme werden prinzipiell handfest gelöst, und für das Seelenheil sorgen der Pfarrer bzw. der Aquavit. Da kommt ein neuer Musiklehrer auf dem Fahrrad daher und macht die Jugend des Dorfes mit dem Rock 'n' Roll bekannt. Die Lunte zur Revolution ist gelegt ...
Kauzige Typen, alkoholgetränkter Humor und derbe Landfolklore finden sich in dieser Kinoadaption eines populären Bestseller von Mikael Niemi von dem im Iran geborenen Regisseur Reza Bagher.
Amüsante Verfilmung eines skandinavischen Bestsellers um eine Rock'n'Roll-Rebellion im Schweden der 60er Jahre.
Vittula, ein kleines, beschauliches Dorf in der nordschwedischen Einöde in den 60er Jahren: Hierhin gerät ein innovativer Musiklehrer mit seiner E-Gitarre und der felsenfesten Überzeugung, dass Rock 'n' Roll eines Tages die Menschheit retten wird.
Damit spricht er den Freunden Matti und Niila direkt aus der Seele, die von einem Leben jenseits von Familienbesäufnissen, Elchen und Wäldern träumen. Rock'n'Roll ist ihr Weg die Welt mit anderen Augen zu sehen und den Traum von einer Himalaya-Besteigung greifbar zu machen.
Mit seinem Roman "Populärmusik aus Vittula" traf Mikael Niemi seinerzeit in Schweden den Nerv der Leser und wurde mit Preisen sowie Kritikerhymnen überhäuft. Nicht weniger furios kommt die Verfilmung des Bestsellers des im Iran geborenen Regisseurs Reza Bagher daher:
Seine Adaption ist eine kongeniale Verfilmung der Coming-of-Age-Geschichte, ein unterhaltsames Sittengemälde der 60er und eine liebevolle Hommage an die eigentümlichen Lebensgewohnheiten nördlich des Polarkreises.
Ob deutsche Highlights wie "Das Parfum", US-Perlen wie "Brokeback Mountain" oder Realsatire á la "Borat": Das Kinojahr 2006 hatte Einiges zu bieten.
Hollywoods große Blockbuster mussten auch erzählerisch zum Äußersten greifen anno 2006, um die hohen Erwartungen der Fans zu erfüllen und wirklich noch etwas Spannung aus ihren sattsam bekannten Szenarien zu kitzeln.
"Mission: Impossible III", "Casino Royale" und "Superman Returns" standen nicht allein in der Wahl extremer Mittel. Johnny Depp wurde am Schluss von "Fluch der Karibik 2" vom Wal verschluckt (da er jedoch auch im dritten Teil die Hauptfigur darstellt, darf davon ausgegangen werden, dass er überlebt), "X-Men 3" verabschiedete mit Patrick Stewart und Famke Janssen gleich zwei lang gediente Superhelden und "Poseidon" ging auch nicht zimperlich mit dem Leben seiner Protagonisten um.
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.