Ed Harris
Marcia Gay Harden
Amy Madigan
Regie: Ed Harris
Verleih: Columbia Tristar
Der Maler Jackson Pollock (Ed Harris) gilt als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Unverstanden von Kollegen und Kritikern schafft er erst nach der Entdeckung durch die Malerin Lee Krasner (Marcia Gay Harden) seinen Durchbruch. Doch weder Ruhm und kommerzieller Erfolg, noch Lees Liebe können Pollock aus seiner Depression und den häufigen Alkoholexzessen retten.
Als Regisseur, Hauptdarsteller und Produzent in Personalunion gelang Ed Harris ein beeindruckendes Biopic. Marcia Gay Harden erhielt für ihre Leistung den Oscar als beste Nebendarstellerin.

16 Jahre lang hat Ed Harris daran gearbeitet, bis er diese Biographie des amerikanischen Expressionisten und Action-Painters Jackson Pollock fürs Kino umsetzen konnte. Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht bemerkenswert, vor allem, wenn man bedenkt, wie die Eitelkeitsprojekte namhafter Stars (etwa Travoltas "Battleship Earth" oder Bruce Willis' "Hudson Hawk") sonst so aussehen können. Doch Harris näherte sich dem schwierigen Thema - Kunst! - mit einer Leidenschaft, die von seinem tiefen Verständnis für die gequälte Seele des tragisch verunglückten Malers gespeist wird. Neben zahlreichen anderen Preisen wurde er dafür in den USA mit einer Oscar-Nominierung und einem Oscar für seine Filmpartnerin Marcia Gay Harden belohnt.
"Jack the Dripper" nannten einige gehässige Kritiker Jackson Pollock, der in den vierziger Jahren als einer der wichtigsten Vertreter des abstrakten Expressionismus und als der vielleicht erste Popstar der amerikanischen Kunstwelt zu Ruhm und Erfolg kam. Pollocks monumentale Bilder, auf denen er seine Energien in sich netzartig ausbreitenden Farbspuren festhielt, hatten auf die damalige Kunstwelt eine Wirkung, die man nun, nach Ed Harris' Film, noch einmal nachvollziehen kann. Wie sein Spitzname andeutet, wurde Pollock zunächst als zwielichter Charakter wahrgenommen, als Prolet, der mit eigentümlichen Werkzeugen (Tube, Holzspan und durchlöchterter Farbeimer statt Pinsel oder Bleistift) einen außergewöhnlich aggressiven Malstil pflegte. Den Menschen hinter dem sich der Medienneugier scheu entziehenden Künstler stellt Harris zunächst als manischen, in regelmäßige Alkoholexzesse verfallenden Sonderling dar, der große Schwierigkeiten hat, sich seiner Umgebung anzupassen. Erst als die Malerin - und seine spätere Ehefrau - Lee Krasner (Gay Harden) sein unverstandenes Talent entdeckt und durch ihre Liebe fördert, lernt Pollock seine in ihm tobenden Kräfte zu kanalisieren: auf die Leinwand. Nach den harten Jahren der Depression und des Krieges lernt er in der reichen Kunstverständigen Peggy Guggenheim (gespielt von Harris' langjähriger Ehefrau, Amy Madigan) zudem jemanden kennen, der ihn auch kommerziell fördert und zum ersehnten Erfolg bringt. Doch der Seelenfrieden lässt sich auch auf dem neuen Landsitz nicht finden, im Gegenteil: Mit dem Ruhm und dem Interesse der Öffentlichkeit fällt es Pollock immer schwerer, zu seiner eigenen Kunst zu finden. Besonders in diesen späteren Szenen gelingt Harris dann das ebenso präzise wie bedrückende Psychogramm einer Künstlerehe, die von wechselseitiger Abhängigkeit und der Suche nach diesem flüchtigen Ding, der Inspiration, geprägt ist. Je ausfallender Pollock Krasner gegenüber wird, je mehr er trinkt und sie verletzt und je verzweifelter sie zurückkeilt, umso klarer wird auch die ungeheure Kraft, die hinter Pollocks Bildern steckt: Da muss dann tatsächlich jemand einen sehr hohen Preis bezahlen, um vom bloßen Abbilden der (inneren) Wirklichkeit zu einem Stil zu finden, der die moderne Kunst veränderte. Obwohl Harris sich bis ins Detail dem sperrigen Maler angenähert zu haben scheint - es ist überraschend, wie ähnlich Pollock ihm auf Fotos sieht -, lebt sein Film doch weniger vom Darstellen einer Berühmtheit, sondern von der Lebendigkeit und Wahrhaftigkeit der Figuren, besonders des Ehepaares Pollock-Krasner. Und ähnlich wie Pollock bündelt auch Harris alles Talent auf seiner Leinwand, ohne Schnörkel und ohne einen Farbtropfen zuviel: So diszipliniert und uneitel hat man selten einen Schauspieler sich und seinesgleichen inszenieren sehen. evo.
| Darsteller: | Ed Harris | als Jackson Pollock | |
|---|---|---|---|
| Marcia Gay Harden | als Lee Krasner | ||
| Amy Madigan | als Peggy Guggenheim | ||
| Jennifer Connelly | als Ruth Kligman | ||
| Jeffrey Tambor | als Clement Greenberg | ||
| Bud Cort | als Howard Putzel | ||
| John Heard | als Tony Smith | ||
| Val Kilmer | als Willem DeKooning | ||
| Stephanie Seymour | als Helen Frankenthaler | ||
| Tom Bower | als Dan Miller | ||
| Robert Knott | als Sande Pollock | ||
| Matthew Sussman | als Reuben Kadish | ||
| Sada Thompson | als Stella Pollock | ||
| Norbert Weisser | als Hans Namuth | ||
| Sally Murphy | als Edith Metzger | ||
| Molly Regan | als Arloie Pollock | ||
| Moss Roberts | als Ted Dragon | ||
| Eduardo Machado | als Alfonso Ossorio | ||
| Katherine Wallach | als Barbara Kadish | ||
| John Rothman | als Harold Rosenberg | ||
| Annabelle Gurwitch | als May Rosenberg | ||
| Isabelle Townsend | als Mercedes Matter | ||
| Claire Beckman | als Vita Peterson | ||
| Kenny Scharf | als William Baziotes | ||
| Barbara Garrick | als Betty Parsons | ||
| Everett Quinton | als James Johnson Sweeney | ||
| Steven Beach | als Jay Pollock | ||
| Jill Jackson | als Alma Pollock | ||
| David Leary | als Charles Pollock | ||
| Donna Mitchell | als Elizabeth Pollock | ||
| Sondra Jablonski | als Jeremy Pollock (11 Jahre) | ||
| Frank Wood | als Frank Pollock | ||
| Julia Anna Rose | als Marie Pollock | ||
| Kyle Smith | als Jonathan Pollock (8 Jahre) | ||
| Regie: | Ed Harris | ||
| Drehbuch: | Barbara Turner | ||
| Susan J. Emshwiller | |||
| Produzent: | Fred Berner | ||
| Ed Harris | |||
| Jon Kilik | |||
| James Francis Trezza | |||
| Koproduzent: | Cecilia Kate Roque | ||
| Ausf. Produzent: | Peter Brant | ||
| Joseph Allen | |||
| Buchvorlage: | Steven Naifeh | ||
| Gregory White Smith | |||
| Kamera: | Lisa Rinzler | ||
| Schnitt: | Kathryn Himoff | ||
| Musik: | Jeff Beal | ||
| Produktionsdesign: | Mark Friedberg | ||
| Teresa Mastropierro | |||
| Kostüme: | David C. Robinson | ||
| Ton: | Scott Breindel | ||
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Auf www.kinofest2002.de finden Sie aktuelle Infos zum Kinofest, unter anderem eine Liste der teilnehmenden Kinos und Rezepte für coole Cocktails wie "Kinocolada", "Terminator", "Hollywood Dream" oder "Pretty Woman".
Ed Harris ist der große Verlässliche des amerikanischen Kinos, der mit der sicheren Hand und dem klugem Blick. Als loyaler Mr. Integer steht er...
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