Im Verlauf der Ermittlungen zu einem Familienmord überschreitet Kommissar Tauber seine Grenzen... http://images.kino.de/flbilder/max08/auto08/auto11/08110318/b150x150.jpg Polizeiruf 110: Wie ist die Welt so stille

Filmdetails

Polizeiruf 110: Wie ist die Welt so stille

Im Verlauf der Ermittlungen zu einem Familienmord überschreitet Kommissar Tauber seine Grenzen...


So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

In einem Münchener Vorort sind drei Menschen brutal ermordet worden. Der Killer hat erst den erwachsenen Sohn im Schlaf erschlagen und dann kaltblütig gewartet, bis die Eltern nach Hause kamen und ebenfalls ins Bett gegangen sind. Kommissar Tauber wird die Bilder des Blutbades nicht mehr los. Weil ihn das Massaker bis in die Träume verfolgt, weigert er sich zu schlafen. Unter dem Druck, endlich Ergebnisse vorweisen zu müssen, treibt er gar einen jungen Verdächtigen in den Selbstmord.


Kritik

Polizeiruf 110: Wie ist die Welt so stille

Würde es jemand singen, es wäre ein Wiegenlied für drei Leichen: "Wie ist die Welt so stille" ist eine Textzeile aus "Der Mond ist aufgegangen". Auch Ingrid Noll hat sich für ihren Kriminalroman "Kalt ist der Abendhauch" einen Vers aus dem Gedicht von Matthias Claudius geliehen. So grimmig wie Alex Buresch (Buch) und Alain Gsponer (Buch und Regie) aber hat sich noch niemand von den romantischen Zeilen inspirieren lassen.

Das Erfolgs-Duo ("Rose", "Das wahre Leben") erzählt eine Geschichte, die das Format der "Polizeiruf"-Reihe und seine Akteure an ihre Grenzen führen: Tauber, von Edgar Selge sowieso gern als zwiespältige Figur angelegt, wandelt sich nach und konsequent zum Antipathieträger. Allerdings muss man dem Münchener Kommissar, der mit fortlaufender Handlung mehr und mehr einem wandelnden Toten gleicht, zu Gute halten, dass er ein ausnehmend grausames Verbrechen aufklären muss.

In einem Vorort sind drei Menschen brutal ermordet worden. Der Killer hat erst den erwachsenen Sohn im Schlaf erschlagen und dann kaltblütig gewartet, bis die Eltern nach Hause gekommen und ebenfalls ins Bett gegangen sind. Die Tochter (Nadja Bobyleva) hat nur deshalb überlebt, weil sie an diesem Abend nicht daheim war. Tauber wird die Bilder des Blutbades nicht mehr los. Weil ihn das Massaker bis in die Träume verfolgt, weigert er sich zu schlafen. Prompt wird er aggressiv, erpresst eine Aussage mit Gewalt und treibt unter dem Druck, endlich Ergebnisse vorweisen zu müssen, einen jungen Verdächtigen in den Selbstmord. Am Ende gibt es zwar, den Konventionen des Sendeplatzes gemäß, einen raffiniert überführten Täter, aber keine Gewinner; schon gar nicht die Polizei. Der zwischendurch gar in Kur geschickte Tauber wird noch zwei weitere Fälle lösen, bevor seine Dienstzeit im nächsten Jahr in einem Film mit dem bezeichnenden Titel "Endspiel" endet, aber reif für die Rente ist er schon jetzt.

Buresch und Gsponer bereichern die ohnehin regelmäßig herausragenden und immer wieder prämierten "Polizeiruf"-Beiträge des Bayerischen Rundfunks (Grimme-Preise für Dominik Grafs Krimis "Der scharlachrote Engel" und "Er wollte tot") um ein weiteres Juwel. Dabei gelingt gerade Gsponer die Gratwanderung zwischen Plakativität und Jugendschutz: Die Brutalität des Verbrechens wird allein durch das Blut im Haus sowie auf nur kurz gezeigten Fotos dokumentiert; der Rest spielt sich im Kopf ab, was die Sache natürlich noch schlimmer macht. Der Film dokumentiert das mit schwärzestem Humor, wenn Tauber im Traum das Röntgenbild eines Schädels sieht, der von einem Baseballschläger eingeschlagen wird.

Zur konsequenten Demontage des kompletten Ermittlerstabes gehört vor allem die völlige Hilflosigkeit: Tauber und Kollegin Obermaier (Michaela May), die ebenfalls unter dem Trauma leidet, haben nicht den Hauch einer Spur. Das wird einem jungen Mann (Martin Wißner) aus der Nachbarschaft zur Verhängnis: Der Sohn eines erzkatholischen Vaters war offenkundig in den ermordeten Sohn verliebt und kurz vor den Morden am Tatort. Durch die an eine Hexenjagd grenzende Vorgehensweise der Polizei weiß bald die gesamte Siedlung von seiner latenten Homosexualität. In seiner Verzweiflung sieht der Junge nur einen Ausweg; und Tauber ist bei dem Versuch, ein Monster zur Strecke zu bringen, selbst zum Monster geworden. Wenn man lange genug in den Abgrund blickt, blickt der Abgrund irgendwann zurück. tpg.

Polizeiruf 110: Wie ist die Welt so stille

Darsteller:  Edgar Selge   als Jürgen Tauber
  Michaela May   als Jo Obermaier
  Nadja Bobyleva   als Maren Harms
  David Rott   als Thomas Rösch
  Martin Wissner   als Johannes Ottl
  Hubertus Hartmann   als Johannes Ottls Vater
  Janina Stopper   als Laura
  Tayfun Bademsoy   als Tarik Yilmaz
  Christian Hoening   als Staatsanwalt Voss
  Eckhard Preuß   als Polizeibeamter Ludger
  Lisa Karlström   als Polizeibeamtin Köhler
  Robinson Reichel   als Kriminaltechniker
  Franziska Schlattner   als Roswitha Seifert
  Stephan Zinner   als Kurt Seifert
  Oliver Nägele   als Vieth
  Wolfgang Michael   als Laue
  Annika Blendl   als Theresa Schwarz
  Gabriel Raab   als Geselle
 
Regie:  Alain Gsponer  
Drehbuch:  Alex Buresch  
  Alain Gsponer  
  Rolf Basedow  
Produzent:  Uli Aselmann  
Kamera:  Matthias Fleischer  
Schnitt:  Vera van Appeldorn  
Musik:  Marius Felix Lange  
Produktionsdesign:  Johannes Sternagel  
Kostüme:  Friederike Tabea May  
Maske:  Patricia Grotz  
Ton:  Rolf Ruffer  

Star

Edgar Selge

Edgar Selge gehört seit Jahren zu den bekanntesten Charakterdarstellern Deutschlands. Selge, der sich nach seiner Schauspielausbildung zunächst...

Star

Michaela May

Michaela May zählt zu den beliebtesten Fernsehschauspielerinnen in Deutschland. Seit ihrer Rolle als "Susi" in Helmut Dietls legendärer...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

treffpunkt kino kompakt

In der aktuellen Ausgabe: Die große Preview zu "Ice Age - Voll verschoben" und der erste Trailer zu "Skyfall"!

Zum Magazin

Das multimediale Kinomagazin jede Woche kostenlos per Mail - jetzt registrieren!

GO

Ähnliche Filme auf DVD & Blu-ray

 

Service

kino.de mobil

kino.de mobil

Das aktuelle Programm Ihres Lieblingskinos haben Sie überall dabei - kostenlos auf Ihrem Handy.