Schmücke und Schneider ermitteln in der Motocross-Szene. http://images.kino.de/flbilder/max08/auto08/auto17/08170339/b150x150.jpg Polizeiruf 110: Keiner schreit!

Filmdetails

Polizeiruf 110: Keiner schreit!

Schmücke und Schneider ermitteln in der Motocross-Szene.


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Kritik

Polizeiruf 110: Keiner schreit!

Das war ein Mordversuch, keine Frage: Die Gabel der Moto-Cross-Maschine wurde angesägt; der junge Fahrer hatte Glück, dass er sich nicht das Genick gebrochen hat. Aber der Anschlag kann unmöglich ihm gegolten haben, denn das Motorrad war spontan ausgeliehen.

Es gehört dem Jugendtrainer Raake (Ole Puppe). Ein Verdächtiger drängt sich förmlich auf: Raake ist vor einigen Jahren wegen Betrugs verurteilt worden. Die Schuld hat er damals auf seinen Chef abgewälzt; der musste ins Gefängnis, Raake nicht. Der Ganove ist zwar wieder draußen, hat aber zum Glück ein lupenreines Alibi, denn die Hauptkommissare aus Halle, Schmücke (Jaecki Schwarz) und Schneider (Wolfgang Winkler), kommen eher durch Zufall einem abscheulichen Verbrechen auf die Spur: Der kleine Tim (Leonard Carow) hat alles und jeden auf dem Gelände des Moto-Cross-Vereins gefilmt. Ein Datum im Videotagebuch auf seinem Laptop ist allerdings leer. Die Rekonstruktion zeigt eine Geldübergabe zwischen Raake und Tims Vater (Hans Heller). Offenbar handelt es sich um Erpressung. Als der ohnehin verhaltensauffällige Tim im Schulklo eine obszöne Zeichnung hinterlässt, vermuten die Ermittler, er könne von seinem verwitweten Vater missbraucht werden. Die Kommissare können nicht ahnen, dass die Spur völlig falsch ist - und trotzdem richtig.

Geschickt erzählt das Drehbuch von Annette Hess und Alexander Pfeuffer die Geschichte nach der bewährten Zwiebeldramaturgie: Jede richtige Antwort führt umgehend zu neuen Fragen. Der Motorradunfall ist bloß der Anlass, der den ganzen Fall ins Rollen bringt. Angesichts der vorzüglich entwickelten Handlung kann man es sogar verschmerzen, dass die Inszenierung (Jürgen Brauer) wie immer bei den Krimis aus Halle äußerst gemächlich daherkommt. Die Darstellerführung lässt selbst gestandene Schauspieler wie Schwarz und Winkler mitunter ungelenk wirken, wenn sie sich beispielsweise mit Nachdruck inszenierte vielsagende Blicke zuwerfen müssen. Allerdings machen die beiden Routiniers das durch Erfahrung wieder wett. Den Darstellern der Nebenrollen gelingt das nicht immer.

Entscheidender ist jedoch ohnehin die geschickt konstruierte Handlung, die gleich mehrere Familiendramen miteinander verknüpft und ein höchst heikles Thema sehr feinfühlig angeht. Die üblichen Frotzeleien zwischen den Kommissaren wären da deplatziert gewesen, aber Schwarz und Winkler durften sich gut eine Woche zuvor in dem Freitagsfilm "Das Traumpaar" austoben. tpg.

Polizeiruf 110: Keiner schreit!

Darsteller:  Jaecki Schwarz   als Herbert Schmücke
  Wolfgang Winkler   als Herbert Schneider
  Katerina Jacob   als Iris Meissner
  Ole Puppe   als Maik Raake
  Caroline Scholze   als Jasmin Raake
  Hans Heller   als Stefan Bachmeier
  Leonard Carow   als Tim Bachmeier
  Thomas Dehler   als Rolf Mertens
  Antje Schmidt   als Linda Mertens
  Timon Wloka   als Maurice Mertens
  Karin Düwel   als Gabi Rössner
  Ruth Reinecke   als Katie Feldmann
  Anja Schneider   als Irma Held
  Robin Becker   als Jonas Koch
  Amina Gusner   als Frau Koch
  Zsolt Bács   als Ingo Jessen
  Marie Gruber   als Rosamunde Weigand
  Klaus-Jürgen Steinmann   als Dr. Klaus Riepe
 
Regie:  Jürgen Brauer  
Drehbuch:  Annette Hess  
  Alexander Pfeuffer  
Produzent:  Oliver Vogel  
Kamera:  Peter Ziesche  
Schnitt:  Claudia Fröhlich  
Musik:  Paul Vincent Gunia  
  Oliver Gunia  
Ton:  Andreas Kaufmann  

Star

Jaecki Schwarz

In Konrad Wolfs autobiographisch angehauchter, hoch gelobter DEFA-Produktion "Ich war neunzehn" hatte Jaecki Schwarz bereits 1968 sein Kino...

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Wolfgang Winkler

* 02.03.1943

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