Ein Junge ist überfahren worden. Die Obduktion ergibt allerdings, dass das Kind schon tot war. Die Leiche weist zwar Spuren früherer Misshandlungen auf, doch die Polizei tappt völlig im Dunkeln. Kommissar Tauber ist ohnehin vor allem als Beistand und weniger als Ermittler gefordert, weil er sich hingebungsvoll um die Mutter des Opfers kümmert. Nachdem ihr mehrfach verwehrt wird, den Jungen zu sehen, entführt sie die sterblichen Überreste kurzerhand.

Es gibt Krimis, bei denen die Auflösung keine Erleichterung bringt, sondern das Elend nur noch verstärkt. Der Beginn dieses Films mit dem treffenden Titel "Jenseits" nimmt das zumindest atmosphärisch bereits vorweg.
Düster wummert die Musik, Nebelschwaden ziehen durchs Bild, als eine Frau einen Jungen überfährt. Die Obduktion ergibt allerdings, dass das Kind bereits tot war. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich fast aussichtslos. Die Leiche weist zwar Spuren früherer Misshandlungen auf, doch die Ermittler (Edgar Selge, Michaela May) tappen völlig im Dunkeln. Das Drehbuch (Markus Thebe, Bearbeitung: Boris Gullotta) setzt ohnehin einen völlig anderen Schwerpunkt: Im Mittelpunkt der Geschichte steht das schwere Los von Polizisten, den Angehörigen der Opfer die schlechten Nachrichten zu überbringen. Zentrale Figur ist die Mutter des Jungen, die von Ulrike Krumbiegel mit einer ergreifenden Intensität verkörpert wird. Mit beinahe quälender Geduld schaut der Film zu, wie diese Frau neben all ihrem Schmerz auch noch die Gleichgültigkeit trauerfeindlicher Gesetze erleiden muss. Immer wieder wird ihr verwehrt, endlich ihr Kind sehen zu können: Erst will der Rechtsmediziner den Fall noch mit seinen Studenten durchgehen, dann ist ein Detail entdeckt worden, dass genauerer Untersuchung bedarf; kein Wunder, dass die Mutter schließlich ausrastet und die sterblichen Überreste kurzerhand entführt.
Filme, in denen Kinder ums Leben kommen, stellen immer eine Zumutung dar. "Jenseits" aber fordert nicht allein Eltern eine Menge ab. Die Geschichte beginnt bereits mit der suchenden Mutter; diese Rolle wird sie bis zum Ende nicht ablegen, und sie drängt die gleichzeitige Suche nach dem Täter immer mehr in den Hintergrund. Gerade Tauber (Selge) ist diesmal vor allem als Beistand und weniger als Ermittler gefordert. Die erste halbe Stunde besteht aus nichts anderem als seinem Versuch, der Frau die schlechte Nachricht möglichst schonend beizubringen. Endgültig fast zur Farce wird die kriminalistische Ebene, wenn am Ende klar wird, dass das Duo den Mörder eigentlich schon hatte.
Trotzdem ist "Jenseits" kein deprimierender Film. Geschickt weben Buch und Regie immer wieder kleine, mitunter fast verspielte Lichtblicke in den Handlungsteppich, einen Regenbogen zum Beispiel oder einen Schmetterling. Auch andere Details sind Eoin Moore sehr schön gelungen, etwa die hemmungslose Schwärmerei einer jungen Rechtsmedizinerin für ihren Professor. Trotzdem bleibt der Film düster, weil die Trauerbilder mächtiger sind. Ein Mal bedeckt die Mutter in ihrer Verzweiflung im strömenden Regen den Kreideumriss auf der Straße mit ihrem Körper. tpg.
| Darsteller: | Edgar Selge | als Jürgen Tauber | |
|---|---|---|---|
| Michaela May | als Jo Obermaier | ||
| Ulrike Krumbiegel | als Nina Hausner | ||
| Christian Lerch | als Polizeiobermeister Brandstetter | ||
| Paul Zerbst | als Tim Hausner | ||
| Andreas Schmidt | als Manfred Hausner | ||
| Andreas Patton | als Erwin Hausner | ||
| Tayfun Bademsoy | als Tarik Yilmaz | ||
| Natalie Spinell | als Christine Bronsky | ||
| Leon Bichbihler | als Kevin Yilmaz | ||
| Johanna Bittenbinder | als Sabine Bauer | ||
| Daniel Friedrich | als Professor Leinfelder | ||
| Stefan Merki | als Dr. Holm | ||
| Tabea Bettin | als Ramona Holz | ||
| Katharina Marie Schubert | als Pförtnerin Rechtsmedizin | ||
| Regie: | Eoin Moore | ||
| Drehbuch: | Markus Thebe | ||
| Boris Gullotta | |||
| Produzent: | Uli Aselmann | ||
| Robert Marciniak | |||
| Kamera: | Bernd Löhr | ||
| Schnitt: | Dirk Göhler | ||
| Produktionsdesign: | Annette Lofy | ||
| Kostüme: | Ingrid Weiss | ||
| Ton: | Peter Kovarik | ||
Edgar Selge gehört seit Jahren zu den bekanntesten Charakterdarstellern Deutschlands. Selge, der sich nach seiner Schauspielausbildung zunächst...
Michaela May zählt zu den beliebtesten Fernsehschauspielerinnen in Deutschland. Seit ihrer Rolle als "Susi" in Helmut Dietls legendärer...
Martin Scorseses erster Kinderfilm: Waisenjunge Hugo kommt in einer Pariser Metrostation großen Geheimnissen auf die Spur. Für 11 Oscars nominiert!
Schöne LoveStory mit Channing Tatum und Rachel McAdams!
Kate Beckinsale ist zurück als Sexiest Vampire-Lady Undead! Top-Action in 3D!
Großer Kinospaß mit Adam Sandler in einer Doppelrolle als Zwillinge, die chaotisch Thanksgiving feiern.