Die Schweriner Kommissare ermitteln wegen Mordverdachts gegen den Gründer einer Bürgerwehr. http://images.kino.de/flbilder/max07/auto07/auto34/07340489/b150x150.jpg Polizeiruf 110: Farbwechsel

Filmdetails

Polizeiruf 110: Farbwechsel

Die Schweriner Kommissare ermitteln wegen Mordverdachts gegen den Gründer einer Bürgerwehr.


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Kritik

Polizeiruf 110: Farbwechsel

Es gibt vermutlich nicht viele Gründe, dem Fernsehen der DDR heute noch dankbar zu sein; aber die Krimireihe "Polizeiruf 110" hat dem ARD-Programm ohne Frage gut getan. Gerade die Filme aus München (BR) und Schwerin (NDR) sind oft besser als jeder "Tatort", weil die Konzepte nicht so starr und die Autoren freier im Spiel mit den Figuren sind.

Die Krimis aus "Meck-Pomm", von Beate Langmaack (Grimme-Preis 2005) zur Blüte geführt, waren allerdings stets geprägt von einer gewissen melancholischen Düsternis. Davon ist "Farbwechsel" weit entfernt, obwohl der Film alles andere als ein heiteres Thema behandelt. Aber Buch (Rolf Greulich) und Regie (Hans-Erich Viet) gewinnen gerade dem Duo Hinrichs/Tellheim (Uwe Steimle, Felix Eitner) geradezu komödiantische Seiten ab. Die Dialogduelle der beiden Ermittler sind zwar noch weit vom Slapstick des "Tatort"-Teams aus Münster entfernt, haben aber dennoch zuweilen durchaus kabarettistisches Format. Das gilt naturgemäß vor allem für die Darbietungen von Uwe Steimle, der in diesem Metier ja nicht ganz unerfahren ist. Wenn sich Hinrichs beispielsweise am Telefon hartnäckig als "Teilnehmer" meldet (ein Insider-Gag für Zuschauer mit DDR-Erfahrung), an einem Bonsai-Bäumchen herumschnippelt oder über die einheimische Fauna doziert, schimmert stets eine kräftige Portion Parodie durch.

Dabei ist die Handlung kein bisschen witzig: In einer Kleinstadt haben zwei türkische Imbissbuden gebrannt, ein vietnamesischer Junge ist übel verprügelt worden, und Tags drauf stirbt ein Großhändler. Natürlich hängt alles irgendwie zusammen. Doch während sich Tellheim noch freut, endlich eine alte Rechung mit einem osteuropäischen Schutzgelderpresser zu begleichen, dem er die Schuld am Tod seiner Schwester gibt, deutet immer mehr darauf hin, dass die Täter im Umfeld eines Heimatvereins zu suchen sind. Hinrichs wagt sich in die Höhle des Löwen, um einen Vortrag über die vom Aussterben bedrohte Sumpfschildkröte zu halten, und sieht sich nicht nur interessierten älteren Herrschaften, sondern prompt auch einem Haufen stiernackiger, stumpfsinniger Zeitgenossen gegenüber, die selbstredend als Brandstifter in Frage kommen. Bald zeigt sich zudem, dass die ehrenwerten Motive des Vereinsvorsitzenden (Bernhard Schütz) zumindest zweifelhaft sind: Der Mann hat eine Bürgerwehr gegründet, um die Gastronomie angeblich vor Erpressern zu schützen.

Neben diversen komödiantischen Kleinodien am Rande der Handlung sorgt auch das neue Personal für Erheiterung: Hinrichs und Tellheim, bislang mehr oder weniger autonom, bekommen eine Chefin, Carla Knechthammer (Christine Schorn), eine "Kriminalistin mit entwaffnendem Humor"; und Tellheim flirtet auf ganz eigene Weise mit der neuen Pathologin Dr. Niethnagel (Katharina Heyer). Die beiden Damen und ihre Darstellerinnen sind eine echte Bereicherung. tpg.

Polizeiruf 110: Farbwechsel

Darsteller:  Uwe Steimle   als Jens Hinrichs
  Felix Eitner   als Markus Tellheim
  Christine Schorn   als Kriminalrätin Carla Knechthammer
  Gudrun Ritter   als Lisa Böhn
  Hermann Beyer   als Vater Hinrichs
  Anita Matija   als Sophie Grasberg
  Bernhard Schütz   als Jürgen Ommer
  Fang Yu   als Minhs Vater Giang Nguyen
  Duc Vu Trung   als Minh Nguyen
  Katharina Heyer   als Dr. Niethnagel
  Bodo Radtke   als René Grasberg
 
Regie:  Hans-Erich Viet  
Drehbuch:  Rolf Greulich  
Produzent:  Heike Richter-Karst  
Kamera:  Martin Kukula  
Schnitt:  Anne Fabini  
Musik:  Kambiz Giahi  
Produktionsdesign:  Petra Albert  
Kostüme:  Beate Scheel  
Ton:  Klaus-Peter Schmitt  

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