
Nach 17 "Polizeiruf"-Einsätzen für den BR bekommen Edgar Selge und Michaela May ihr "Endspiel". Ein stiller, ein sympathischer Abgang.
Das Ermittlerduo Tauber/Obermaier, gespielt von Edgar Selge und Michaela May, hat die Fernsehlandschaft um eine ganze Handvoll Filme bereichert, die in Erinnerungen bleiben und dem BR damit zu Ansehen und einigen Preisen verholfen haben. Mit Redakteurin Cornelia Ackers bildeten sie ein Dreigestirn, dass immer wieder den Rahmen des klassischen Krimis sprengte. Als einarmiger Banditenjäger und notorischer Eigenbrötler war Selges Tauber neben Axel Milbergs Borowski aus dem Kieler "Tatort" die schillerndste Ermittlerfigur im deutschen Fernsehen. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass dieser letzte Film sehr stark auf Tauber zugeschnitten ist.
Ein unlängst entlassener Kollege aus dem Drogendezernat wird tot im Wald aufgefunden. Alles deutet auf Selbstmord hin, doch der Partner des Toten, Matthias Kurtz (Wanja Mues), behauptet es war ein Mord, hinter dem laut Kurtz Münchens größter Drogenhändler steckt - ein auf den ersten Blick eher unscheinbarer Gastronom. Während Obermaier die Ausführungen Kurtz' für Nonsens hält, lässt sich Tauber von dem jungen Kollegen überzeugen und gerät immer stärker in seinen Bann.
Wanja Mues spielt diesen Verführer, der sich wie ein Keil zwischen Tauber und Obermaier drängt, ganz hervorragend. Der Kriminalfall tritt völlig in den Hintergrund, im wesentlichen geht es um eine Innenansicht Taubers, um seine Faszination für den jungen Fahnder - seine Kollegen vermuten eine homosexuelle Beziehung. Es geht um wiederentdeckte Lebensfreude, die Abkehr von Prinzipien und den Missbrauch von Vertrauen. Dass der geschundene Tauber am Ende des Films nicht bei Kollegin Obermaier unterm Weihnachtsbaum landet und sich stattdessen im Münchner Schneegestöber dem Zuschauerauge entzieht, ist ein ganz starker Abgang. fra.
| Darsteller: | Edgar Selge | als Jürgen Tauber | |
|---|---|---|---|
| Michaela May | als Jo Obermaier | ||
| Wanja Mues | als Matthias Kurtz | ||
| Eberhard Kirchberg | als Horst Kralewski | ||
| Adele Neuhauser | als Irmi Wiedemann | ||
| Michael A. Grimm | als Ewald Michael | ||
| Silke Franz | als Luisa Wimmer | ||
| Stefan Lehnen | als Skippy Eckart | ||
| Martin Östreicher | als Mex Adomat | ||
| Matthias Bundschuh | als Staatsanwalt | ||
| Young-Shin Kim | als Frau Chao | ||
| Tayfun Bademsoy | als Tarek | ||
| Ulrike Arnold | als Marike Kralewski | ||
| Paul Hahn | als Mark Kralewski | ||
| Regie: | Andreas Kleinert | ||
| Drehbuch: | Alexander Adolph | ||
| Produzent: | Andreas Bareiss | ||
| Gloria Burkert | |||
| Sven Burgemeister | |||
| Kamera: | Johann Feindt | ||
| Schnitt: | Gisela Zick | ||
| Musik: | Andreas Hoge | ||
| Produktionsdesign: | Jana Karen | ||
| Kostüme: | Dorothee Kriener | ||
| Ton: | Peter Kovarik | ||
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