Radikale amour fou von Frankreichs Kinowilden Leos Carax ("Die Liebenden von Pont Neuf"). http://images.kino.de/flbilder/max02/mbiz02/mbiz50/z0250001/b150x150.jpg Pola X

Filmdetails

Pola X

Radikale amour fou von Frankreichs Kinowilden Leos Carax ("Die Liebenden von Pont Neuf").


Pola X
Start: 09.12.1999

Drama

Frankreich/Deutschland/Japan/Schweiz 1999
Laufzeit: 134 Min.
FSK: ab 18 Jahre

Guillaume Depardieu
Yekaterina Golubewa
Catherine Deneuve

Regie: Leos Carax
Verleih: Arthaus

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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lau

Inhalt

Pierre ist verwöhnt. Von Reichtum, Erfolg, liebender Mutter und süßer Braut. Und stößt alles ohne Vorwarnung von sich, als er der geheimnisvollen, verwahrlosten Unbekannten Isabelle begegnet. Die bedingungslose radikale Liebe der beiden verwirrten Seelen, die Isabelle zufolge Halbgeschwister sein sollen, produziert extreme Intimität, aber auch Verzweiflung.


Kritik

Pola X

Nach "Der schmale Grat" und "Eyes Wide Shut" komplettiert "Pola X" ein aufregendes Jahr der großen Comebacks. Sieben Jahre nach seinem exzessiven Liebesfilm "Die Liebenden von Pont Neuf" wartet Leos Carax mit einem weiteren auf, der das Rätsel der Seele, kreative Krise und Erneuerung thematisiert, Materielles mit Ideellem vergleicht und in Cannes Unverständnis, Spott, aber auch Bewunderung erntete. Cineasten erwartet hier einen Film, der nicht leicht aus den Gedanken zu löschen ist - überwiegend aufgrund positiver Eindrücke.

In seinem vierten Spielfilm ist erstmals ein Roman Basis für den französischen Autorenfilmer. "Pierre Or The Ambiguities", Herman Melvilles 1852 erschienener Nachfolger für seinen philosophischen Koloss "Moby Dick", gilt als umstritten, wobei Vokabeln wie "gescheitert" oder "fehlgeschlagen" oft in Begleitung von "faszinierend" oder "grandios" auftreten. Paarungen, mit denen im kritischsten Sinne auch die Verfilmung beschrieben werden könnte, die viele der Figuren, ihre Beziehungen und Antriebskräfte übernimmt, den Schauplatz aber vom Nordamerika des 19. Jahrhunderts in die Normandie der Gegenwart verlegt. Hier wie dort steht die Rebellion Pierres im Vordergrund, der die Liebe von Mutter und Braut sowie sein Leben in Luxus impulsiv aufgibt, als er seiner vermeintlichen Halbschwester begegnet. Neben den Selbstzweifeln und der Lebenszäsur, die auf Pierre ganz sicher, denkbar aber auch auf Carax und das Ex-Popidol Scott Walker (sein Debüt als Filmkomponist) zutreffen, gehören Seelenverwandtschaft, Vertrauen, bedingungslose Liebe, Erwartungsverweigerung und intime Nähe zu den Themen von "Pola X", einem Akronym für den französischen Romantitel "Pierre, ou, les ambiguités". Malerisch und verträumt bebildert, beginnt die französisch-deutsche Koproduktion mit dem scheinbar ausgefüllten Leben Pierres (Guillaume Depardieu) und seiner Beziehung zur Mutter (Catherine Deneuve), deren inzestuösen Charakter Carax deutlicher macht als Melville. Warum Pierre mit der verwahrlosten Streunerin Isabelle (bravourös: die Litauerin Katerina Golubeva) radikal eine neue, undefinierte Zukunft sucht, wird den Zuschauer mehr noch als den Leser aufgrund veränderter Zeit und Moral in Interpretationskrisen stürzen. Wenn das Paar schließlich in eine Art Künstlerkolonie zieht, um dort von der Hand in den Mund zu leben, wird Carax' Sympathie für das Leben auf der Straße erneut deutlich. Hatte der Vorgänger noch starke märchenhafte Züge, so ist "Pola X" realistischer und sehr physisch inszeniert. Die Schönheit jugendlicher Wildheit seiner ersten Filme ist trotz skeptischerer Haltung noch spürbar. Das extreme emotionale Pathos spiegelt die Vorlage und treibt den Film mitunter nahe an die unfreiwillige Parodie. Aber seine Leidenschaft, Radikalität und Intimität vernebeln seine Probleme und bündeln sich einer der sinnlichsten Sexszenen der Filmgeschichte, die definitionsgemäß Hardcore ist, aber emotional und atmosphärisch davon so weit entfernt ist, wie dieser Film wohl von einer ungeteilten Umarmung durch Publikum und Presse. kob.

Pola X

Darsteller:  Guillaume Depardieu   als Pierre
  Yekaterina Golubewa   als Isabelle
  Catherine Deneuve   als Marie
  Delphine Chuillot   als Lucie
  Petruta Catana   als Razerka
  Mihaella Silaghi   als Kleines Mädchen
  Laurent Lucas   als Thibault
  Patachou   als Marghérite
  Sharunas Bartas  
  Samuel Dupuy  
  Miguel Yeco  
 
Regie:  Leos Carax  
Drehbuch:  Leos Carax  
  Lauren Sedofsky  
  Jean-Pol Fargeau  
Produzent:  Bruno Pésery  
Ausf. Produzent:  Albert Prévost  
  Raimond Goebel  
Buchvorlage:  Herman Melville  
Kamera:  Eric Gautier  
Schnitt:  Nelly Quettier  
Musik:  Scott Walker  
Produktionsdesign:  Laurent Allaire  
Kostüme:  Esther Walz  
Ton:  Jean-Louis Ughetto  
  Jean-Pierre Laforce  
  Beatrice Wick  

Star

Guillaume Depardieu

* 07.04.1971

Star

Catherine Deneuve

Die schönste Frau Frankreichs, die Sphinx mit der Aura der Unnahbarkeit - mit dem makellosen Äußeren, mit dem Flair der Verruchtheit...

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