Joseph Weizenbaum
Raymond Kurzweil
Minoru Asada
Regie: Jens Schanze
Verleih: Farbfilm (24 Bilder)
Wie weit ist die Forschung bei der Künstlichen Intelligenz? Wie weit darf sie gehen? Diese Fragen beantworten recht unterschiedlich der Bostoner Zukunftsarchitekt Ray Kurzweil mit seinen Heilsversprechen, Hiroshi Ishiguro, der in Kyoto einen Roboter exakt nach seinem Aussehen schuf, und diverse Professoren an Unis weltweit.

Die kritische Bestandsaufnahme der aktuellen Forschung über Künstliche Intelligenz informiert umfassend und stellt wichtige moralische Fragen.
Wer sind sie - und wenn ja, wie viele? Jens Schanze, vielfach ausgezeichneter und kritischer Dokumentarist ("Winterkinder"), widmet sich dem aktuellen Forschungsstand der Robotik nach menschlichem Vorbild und liefert ein mustergültiges Beispiel dafür, wie eine ausgewogene Diskussionsgrundlage auszusehen hat. Ohne jede moderne Hektik stellt er verschiedene Positionen und Bereiche vor, gewährt faszinierenden Einblick in Möglichkeiten und Probleme eines florierenden Forschungszweigs, ohne sich je davon blenden zu lassen.
Es ist eine Reise, die über die ganze Welt geht: Am bekanntesten dürften der euphorische Bostoner Zukunftsarchitekt Ray Kurzweil mit seinen Heilsversprechen sein und Hiroshi Ishiguro, der in Kyoto einen Roboter exakt nach seinem Aussehen schuf. Des weiteren besucht Schanze Giorgio Metta in Genua, diverse MIT-Professoren und Hans-Joachim Wünsche von der Münchner Bundeswehr-Universität. Sie alle stellen in Interviews ihre Projekte und Träume vor, nehmen Stellung zu moralischen und philosophischen Aspekten: Schlagworte wie "Ich", "Seele", "Wille" oder "ewiges Leben" werden dabei nicht nur erwähnt, sondern ihre Bedeutungen auf leicht verständliche Art vertieft.
Ganz besonders aber würdigt "Plug & Pray" den unermüdlichen Einsatz des hochbetagten Joseph Weizenbaum, der mit viel Ironie gegen den Fortschrittswahn wettert und von den Wissenschaftlern ein klares ethisches Bewusstsein einfordert. Der emeritierte MIT-Professor, ein Pionier der künstlichen Intelligenz ("ELIZA"), verstarb am Ende der Dreharbeiten. Indem Schanze seinen Mahnungen viel Platz einräumt, übernimmt er seine, sehr humanistische Perspektive und bannt sein Vermächtnis auf Film.
Schanze verzichtet auf oberflächliche Horrorvisionen, sondern zeigt sachlich und nicht ohne Humor die Tragweite und Konsequenzen auf, mit der unsere Gesellschaft jetzt und in naher Zukunft konfrontiert wird. Die Entwicklungen von Rüstungsrobotik und Nanotechnologie bieten allein schon genug Anlass zur Sorge, ganz zu schweigen vom unkontrollierbaren Fortschritt und der prinzipiellen Unmöglichkeit für Forscher, riskante Entwicklungen vorauszuahnen. Das alles bündelt der thematisch umfangreiche Einblick in Grundlagen, Geschichte, Gegenwart und Zukunft eines hochbrisanten Forschungszweiges zu einem ausgewogen Beitrag, der kaum Wünsche offen lässt.
tk.
| Darsteller: | Joseph Weizenbaum | ||
|---|---|---|---|
| Raymond Kurzweil | |||
| Minoru Asada | |||
| Hiroshi Ishiguro | |||
| Neil Gershenfeld | |||
| Giorgio Metta | |||
| Hans-Joachim Wünsche | |||
| Joel Moses | |||
| Regie: | Jens Schanze | ||
| Drehbuch: | Jens Schanze | ||
| Produzent: | Judith Malek-Mahdavi | ||
| Jens Schanze | |||
| Kamera: | Börres Weiffenbach | ||
| Schnitt: | Jörg Hommer | ||
| Jens Schanze | |||
| Musik: | Rainer Bartesch | ||
| Ton: | Maurizio Wells | ||
| Helge Haack | |||
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