Originaltitel: Rise of the Planet of the Apes
USA 2011
James Franco
Freida Pinto
John Lithgow
Regie: Rupert Wyatt
Verleih: Fox
Hilflos muss der Wissenschaftler Will Rodman mit ansehen, wie sein einstmals brillanter Vater an Demenz dahinsiecht. Er beginnt mit Schimpansen zu experimentieren, um ein Gegenmittel zu finden. Nach einem Vorfall im Labor bringt Will das Schimpansenbaby Caesar nach Hause und zieht den hyperintelligenten Primaten wie ein Familienmitglied groß. Als Caesar einen Nachbarn anfällt, wird er in ein Affenheim gesteckt, das sich als Gefängnis entpuppt.

Gelungenes Reboot des "Planet der Affen"-Franchise, das als Prequel die Perspektive der Affen einnimmt und den Fortschritt der Performance-Capture-Technik beeindruckend zur Schau stellt.
Zehn Jahre nach Tim Burtons Version des Science-Fiction-Klassikers von 1968, dem vier Kinofilme und diverse TV-Filme und eine Serie folgten, vertraute Fox dem relativ unbekannten Rupert Wyatt die Regie des Reboots an. Der Brite und das Drehbuchautorenpaar Rick Jaffa und Amanda Silver gehen noch ein paar Jahre weiter zurück und erzählen klassisch und nachvollziehbar von Geburt und Coming-of-Age von Caesar, und über einen langen Ausflug ins Gefängnis- bzw. Ausbruchsfilmsubgenre wie aus dem intelligenten Schimpansenbaby der Anführer einer Revolution der Affen wird. Wyatt kann sich hier auf seine Erfahrung bei "The Escapist - Raus aus der Hölle" stützen, der Titel passt auch hier auf einige Sequenzen.
Am Anfang von "Planet der Affen: PRevolution" steht jedoch der durch die Alzheimererkrankung seines Vaters (herzzerreißend: John Lithgow) motivierte Forscherdrang eines von James Franco gespielten jungen Wissenschaftlers. Seine zugleich positive und tragische Figur - obwohl und weil er Tierversuche und Labortiere erst überdurchschnittlich intelligent macht und die Menschheit ungewollt mit einem tödlichen Virus infiziert - rückt spätestens nach der Hälfte des Films in den Hintergrund, um den Titelhelden - allen voran Caesar - die Bühne zu überlassen.
Die ausgeprägte Mimik verleiht ihm Andy Serkis, dem Gollum der "Herr der Ringe", dem man unter dem perfekten Affengesicht nicht erkennt. Beeindruckend perfekt sind die Gesichter und das Minenspiel von Schimpansen, Gorillas und Orang Utans, sie wirken nahezu natürlich. Nachgerade atemberaubend wird es, wenn die Tiere in Bewegung gefilmt werden, das Gebäude mit den Labors stürmen und im Showdown über die nebelverhangene Golden Gate Bridge trampeln, galoppieren, hangeln und die Polizeikräfte überrennen. Das ist pure Kinomagie, in denen der Zuschauer gebannt dem Popcornmovie folgt. Was Live Action bzw. das Werk der Effekte und Performance Capture-Künstler ist, ist quasi nicht auszumachen, die blitzschnelle Kamera von Andrew Lesnie, Oscar-prämiert für "Der Herr der Ringe 1" und Menschenaffenerfahren mit "King Kong", folgt den Affen mühelos, auch auf die Gipfel der höchsten Redwoodbäume hinauf. Die vielleicht beste Szene ist jedoch, wenn Caesar als Replik auf ein wohlbekanntes Schimpfen in der Art von Charlton Hestons "Nimm deine Dreckspfoten weg, du stinkender Affe" von dem von Tom Felton gespielten Zoowärter der sadistischen Art zum ersten Mal spricht und ein donnerndes Nein hören lässt. Neben dem Lob für Effekte, Kamera, Schnitt und die clevere Erzählweise, fällt die Musik von Patrick Doyle angenehm auf - dadurch, dass sie im Gegensatz zu vielen anderen Action-Film-Scores nicht auffällt, sich zurücknimmt, auf zu großen Bombast verzichtet und dennoch Akzente setzt. Ein Reboot, das Lust auf Sequels weckt und es sich leisten kann, die verheerende Auswirkung der neuen "Intelligenz-Medizin" im Abspann nur durch die digitale Anzeige von Flugrouten anzudeuten. hai.
| Darsteller: | James Franco | als Will Rodman | |
|---|---|---|---|
| Freida Pinto | als Caroline | ||
| John Lithgow | als Charles Rodman | ||
| Brian Cox | als John Landon | ||
| Tom Felton | als Dodge | ||
| Andy Serkis | als Caesar | ||
| Tyler Labine | als Franklin | ||
| David Hewlett | als Hunsiker | ||
| Regie: | Rupert Wyatt | ||
| Drehbuch: | Rick Jaffa | ||
| Amanda Silver | |||
| Produzent: | Rick Jaffa | ||
| Amanda Silver | |||
| Peter Chernin | |||
| Dylan Clark | |||
| Ausf. Produzent: | Thomas M. Hammel | ||
| Buchvorlage: | Pierre Boulle | ||
| Kamera: | Andrew Lesnie | ||
| Schnitt: | Conrad Buff IV | ||
| Mark Goldblatt | |||
| Musik: | Patrick Doyle | ||
| Produktionsdesign: | Claude Pare | ||
| Kostüme: | Renée April | ||
Völlig überraschend ist der Kritikerliebling "The Artist" bei den Oscar-Nominierungen von Martin Scorseses "Hugo Cabret" um einen Waisen im Pariser Bahnhof überholt worden.
Von der Academy am häufigsten nominiert: "Hugo Cabret" und der 3D-Schwarzweiß-Stummfilm "The Artist" (Foto: Paramount, Delphi)
Hollywood hatte schon die Revolution des Kinos ausgerufen. Schließlich galt - und das in den Zeiten der Megaerfolge von Spektakeln wie "Avatar" & Co. - mit "The Artist" ein kleiner, feiner Stummfilm in Schwarzweiß über die Liebe zweier Schauspieler am Ende der Stummfilmära als Favorit bei den Oscar-Nominierungen.
Nachdem Jungstar Jennifer Lawrence und Academy-Präsident Tom Sherak nun die Nominierungen bekannt gegeben haben, steht das belgisch-französische Kunstwerk mit insgesamt zehn Nominierungen zwar auch ordentlich da, doch ein Altmeister hat den Kritikerliebling noch überholt:
Martin Scorseses in prächtigen Bildern schwelgende 3D-Kinderbuchverfilmung "Hugo Cabret" um einen Waisenjungen, der im Pariser Bahnhof Montparnasse Gare lebt, heimste insgesamt elf Oscar-Nominierungen ein. Die leidlich bekannte Vorliebe der Academy für US-Produktionen gegenüber europäischen mag dabei eine Rolle gespielt haben.
Allerdings ist "Hugo Cabret" zwar in den Hauptkategorien Bester Film und Beste Regie nominiert, ansonsten gab's die Award-Chancen aber eher in den technischen Nebenkategorien wie Visual Effects, Kamera, Schnitt, Ausstattung, Ton, Tonschnitt, Musik und Drehbuchadaption. Dagegen sind mit Jean Dujardin und Bérénice Bejo in "The Artist" auch der Haupt- und die Nebendarstellerin nominiert. Die beiden Filme werden wohl den Oscar für den besten Film unter sich ausmachen.
Dujardin wird sich allerdings sehr wahrscheinlich George Clooney beugen müssen, der als überforderter Vater, der in "The Descendants" erfährt, dass ihn seine im Koma liegende Frau betrogen hat, als Favorit für den Hauptrollen-Oscar gilt. Auch Clooneys Regisseur Alexander Payne ("Sideways") ist nominiert und darf sich darüberhinaus über eine Berücksichtigung als bester Film und insgesamt 5 Oscar-Chancen freuen.
Clooneys Kumpel Brad Pitt ist als Coach, der erstmals Computerstatistiken benutzt, im Baseballdrama "Moneyball" für den Hauptrollenoscar nominiert. Das Sportspektakel gehört mit insgesamt 5 Nominierungen, darunter als bester Film, ebenfalls zu den meistberücksichtigten Werken. Gefährlich könnte George Clooney vermutlich eher noch Gary Oldman werden, der in "Dame, König, As, Spion" einen Maulfwurf im Secret Service aufspüren soll. Lediglich Außenseiterchancen hat Demián Bichir, dessen Nominierung für "A Better Life" bereits eine Riesenüberraschung und -ehre darstellt.
Absolut gesetzt ist Meryl Streep für den weiblichen Hauptrollenoscar. Ihre gespenstisch gute Verkörperung der britischen Permierministerin Margaret Thatcher in "Die Eiserne Lady" brachte ihr bereits die 17. Oscar-Nominierung ein. Da wird es höchste Zeit für den dritten Sieg nach "Kramer gegen Kramer" und "Sophies Entscheidung", wie ganz Hollywood meint.
Ansonsten wäre Rooney Mara als Lisbeth Salander in der US-Neuverfilmung des ersten Teils der schwedischen Kultkrimi-Trilogie "Millennium", "Verblendung", eine starke Herausforderin, ebenso Michelle Williams als Leinwand-Legende Marilyn Monroe in "My Week with Marilyn" und Glenn Close, die sich in "Albert Nobbs" im Dublin des 19. Jahrhundert als Mann verkleidet, um in der Gesellschaft aufzusteigen. Auch Viola Davis glänzte im Südstaatendrama um die ersten afroamerikanischen Haushaltsgehilfinnen in "The Help", das insgesamt sechs Nominierungen erhielt, darunter als bester Film und für Octavia Spencer als beste Nebendarstellerin.
In jener Kategorie gilt wiederum Bérénice Bejo aus "The Artist" als leichte Favoritin. Sie glänzt als eine der ersten Tonfilm-Diven, die ausgerechnet einen alten Stummfilm-Star (Jean Dujardin) liebt, dessen Stern nun am Sinken ist. Octavia Spencer und Jessica Chastain, beide für "The Help" nominiert, werden als starke Herausforderinnen gesehen. Janet McTeer, die in "Albert Nobbs" ebenfalls einen Mann spielt, und Melissa McCarthy in der Komödie "Brautalarm" dürften eher geringe Chancen haben.
Einen glasklaren Favoriten gibt es bei den männlichen Nebendarstellern: Albert Brooks mutet in "Beginners" seinem Filmsohn Ewan McGregor ein spätes schwules Coming out zu - beeindruckend und herzerweichend. Das Nachsehen haben werden daher Max von Sydow als Holocaust-Opfer im 9/11-Drama "Extrem laut und unglaublich nah", Kenneth Branagh als Sir Laurence Olivier in "My Week with Marilyn", Jonah Hill als Sidekick von Coach Brad Pitt in "Moneyball" und Nick Nolte als versoffener Rabenvater in "Warrior".
Unter den Regisseuren dürfte es dagegen extrem spannend werden. Von den fünf Nominierten Michel Hazanavicius ("The Artist"), Alexander Payne ("The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"), Woody Allen ("Midnight in Paris"), Terrence Malick ("The Tree of Life") und Martin Scorsese ("Hugo Cabret") kann eigentlich jeder gewinnen. Nachdem die Filme der fünf Macher auch allesamt in der Kategorie Bester Film ins Rennen gehen, könnte der gewinnen, dessen Werk auch den Königspreis abräumt. Denn die Regie wird dafür von der Academy traditionell als Schlüsselkategorie angesehen.
Aus deutscher Sicht gab es zwar nicht wie erhofft eine Chance auf den Auslandsoscar für Wim Wenders' "Pina", hier gilt der iranische Beitrag "Nader und Simin - Eine Trennung" als Favorit, der auch für das Drehbuch nominiert wurde. Dafür wurde der bildstarke deutsche Beitrag über die Choreographen-Legende Pina Bausch als beste Doku nominiert und hat hier auch berechtigte Sieg-Chancen.
Mit dem Kurzfilm "Raju" von Max Zähle und Stefan Gieren geht ein weiterer deutscher Kandidat ins Oscarrennen. Der Film wurde im Vorjahr bereits mit dem Studentenoscar ausgezeichnet. Außerdem wurde die deutsche Kostümbildnerin Lisy Christl nominiert für ihre Arbeit an Roland Emmerichs Historiendrama "Anonymus".
Bei den für die Academy immer wichtiger werdenden Animationsfilmen zeichnet sich ein Dreikampf zwischen "Rango", "Der gestiefelte Kater" und "Kung Fu Panda 2" ab. Den Spezialeffekte-Oscar dürften entweder "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2" oder "Planet der Affen: PRevolution" einheimsen.
Wer dann tatsächlich alles einen Goldjungen mit nach Hause nehmen darf, das entscheidet sich in der Nacht von Sonntag, den 26.2., auf Montag, den 27.2., im Kodak Theatre von Los Angeles. Moderieren darf den wichtigsten Abend der Traumfabrik dabei Comedy-Superstar Billy Crystal - und das bereits zum neunten Mal!
Doch Crystal ist nur ein Notnagel, denn eigentlich sollte ein anderer die Filmschaffenden mit coolen Sprüchen begeistern: Eddie Murphy! Aber der sagte ab, weil der als Regisseur der Zeremonie geplante Brett Ratner, mit dem Murphy zuletzt den Komödienhit "Aushilfsgangster" gedreht hat, abgesetzt wurde: Er hatte sich im Vorfeld zu schwulenfeindlichen Witzen hinreißen lassen.
Nun freut sich also Billy Crystal auf die Goldjungs-Gala. Und auch wenn natürlich selbst er noch keine Preisträger kennt und auch wenn sein gespannt erwarteter Eröffnungs-Monolog ebenfalls streng geheim bleibt, so hat er zumindest soviel über seine Pläne für die Verleihung verraten: "Mein großes Thema für den Abend lautet: 'Wie habt Ihr Euch eigentlich ins Kino verliebt?' Schließlich verbindet uns das alle und das müssen wir mal so richtig feiern!"
Was für ein schönes Motto für die Nacht, in der diejenigen geehrt werden, die dieser Liebe immer wieder Nahrung geben...
» Alle Oscar-Gewinner im Überblick
» Alle Oscar-Nominierungen im Überblick
Amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor. Er war die Idealverkörperung von Pop-Idol James Dean im TV-Biopic, tragischer Kobold...
Indische Schauspielerin, Model und Moderatorin. Seit sie in Danny Boyles mit acht Oscars ausgezeichnetem "Slumdog Millionär" (2008) als Atika,...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.