Originaltitel: The Private Lives of Pippa Lee
USA 2009
Robin Wright
Blake Lively
Alan Arkin
Regie: Rebecca Miller
Verleih: Senator
Pippa Lee ist perfekt. Das zumindest glauben ihr Mann Herb und viele gemeinsame Freunde, die ihre unerschütterliche Gelassenheit im Familienalltag bewundern. Doch die sanftmütige zweifache Mutter verbirgt eine wilde, problematische Vergangenheit und Unzufriedenheit über ein Leben, das mit einem 30 Jahre älteren Mann in völliger Selbstaufgabe zu enden droht. Als Pippa Chris kennenlernt, dessen Leben wie das ihre in einer Sackgasse steckt, beginnt sie über Veränderung nachzudenken und findet sich dabei selbst.

Rebecca Millers Frauenporträt glänzt mit nuancierter Darstellung seiner Starbestzung, starken Dialogen und seiner Harmonie von Komik und Traurigkeit.
Wer ist diese Pippa Lee, die von Rebecca Miller in den Mittelpunkt ihrer vierten Regiearbeit gestellt wurde, auf vielen internationalen Filmfestivals auftauchte, dann aber doch nicht die verdiente Beachtung erfuhr? Nach Einschätzung ihrer Freunde ist sie ein Enigma, doch ihre unerschütterliche Gelassenheit ist tatsächlich kein Rätsel, sondern nur Ausdruck einer totalen Selbstaufgabe.
Bevor Pippa Lee (Robin Wright Penn) einen 30 Jahre älteren Mann (Alan Arkin) heiratete, zwei Kinder in die Welt setzte und ihren Tageshöhepunkt darin entdeckte, einen seltenen Gourmetkäse auf dem Wochenmarkt zu finden, war sie Tochter einer Hausfrau und widerwilligen Gebärmaschine, die Leben und Stimmungsschwankungen nur noch mit Tabletten ertragen konnte. Mutter und Familie kehrte die junge Pippa für immer den Rücken, ließ sich antriebs- und ziellos treiben, bis Verleger Herb in ihr einen attraktiven Freigeist erkannte, den er formen, führen und die ersehnte Sicherheit bieten konnte.
In Rückblenden lässt Miller ihre Romanheldin Pippa nun auch im Kino zurückblicken auf die zentralen Stationen ihres Lebens, während sie ihren Mann mit überbehütender Fürsorge schon vor seinem Tod beerdigt, ihn in eine Affäre treibt und schließlich auch selbst die Aufmerksamkeit eines anderen erfährt. Keanu Reeves spielt diesen verbitterten, nach der Scheidung wieder bei seiner Mutter gestrandeten Mann, in dem Pippa Lee eine verwandte Seele entdeckt, die befreit werden will.
Neben Reeves sind auch Julianne Moore als Öffnerin verbotener Türen, Winona Ryder als wunderbar verhuschte und verheulte Drama Queen und "Gossip Girl" Blake Lively mit einer erstaunlichen Performance als junge Ausgabe Pippa Lees zu sehen. Die Schauspieler, vor allem natürlich Robin Wright Penn mit einer perfekt nuancierten Darstellung ohne übertriebene dramatische Ausrufezeichen, sind das größte Kapital von Millers vierter Inszenierung, aber längst nicht das einzige. Diese Geschichte einer Selbstfindung verdient sich ihre vielleicht etwas überraschend positive und versöhnliche Auflösung durch interessante Figuren, Dialogstärke und durch die Harmonie von Komik und Traurigkeit - beides so leise im Auftritt wie Pippa Lee, aber letztlich - wie sie auch - für jeden Zuschauer wahrnehm- und nachempfindbar. kob.
| Darsteller: | Robin Wright | als Pippa Lee | |
|---|---|---|---|
| Blake Lively | als Pippa Lee, jung | ||
| Alan Arkin | als Herb Lee | ||
| Keanu Reeves | als Chris Nadeau | ||
| Maria Bello | als Suky Sarkissian | ||
| Monica Bellucci | als Gigi Lee | ||
| Winona Ryder | als Sandra Dulles | ||
| Julianne Moore | als Kat | ||
| Mike Binder | als Sam Shapiro | ||
| Shirley Knight | als Dot | ||
| Zoe Kazan | als Grace Lee | ||
| Ryan McDonald | als Ben Lee | ||
| Regie: | Rebecca Miller | ||
| Drehbuch: | Rebecca Miller | ||
| Produzent: | Lemore Syvan | ||
| Rebecca Miller | |||
| Ausf. Produzent: | Dede Gardner | ||
| Jeremy Kleiner | |||
| Jean-Luc De Fanti | |||
| Buchvorlage: | Rebecca Miller | ||
| Kamera: | Declan Quinn | ||
| Schnitt: | Sabine Hoffmann | ||
| Produktionsdesign: | Michael Shaw | ||
| Kostüme: | Jennifer von Mayrhauser | ||
| Casting: | Cindy Tolan | ||
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