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Filmdetails

Pingpong


Pingpong
Start: 16.11.2006

Drama

Deutschland 2006
Laufzeit: 92 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Sebastian Urzendowsky
Marion Mitterhammer
Clemens Berg

Regie: Matthias Luthardt
Verleih: Arsenal

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Nach dem Freitod seines Vaters sucht der 16-jährige Paul (Sebastian Urzendowsky) Unterschlupf und emotionalen Halt im Schoß der davon nur bedingt begeisterten Familie von Cousin Robert (Clemens Berg), Tante Anna (Marion Mitterhammer) und Onkel Stefan (Falk Rockstroh). Dort versucht schon bald die manipulative Anna, den neuen Gast gegen den eigenen, ungefähr gleichaltrigen Sohn auszuspielen, was, als wahre Liebe ins Spiel kommt, tragisch zu enden droht.

Der jüngere französische Autorenfilm steht ideell und stilistisch Pate, wenn Newcomer Matthias Luthardt in seinem Kammerspiel für vier Personen eine Familie sich zerfleischen und das Mittelstandsbürgertum vor die Wand fahren lässt.


Kritik

Drama über die Verlassenheit eines 16-Jährigen, der nach dem Selbstmord des Vaters die Unbeschwertheit seiner Kindertage wiederfinden will.

Großansicht Paul würde die Zeit gerne zurückdrehen (Foto: Arsenal)

Paul würde die Zeit gerne zurückdrehen (Foto: Arsenal)

Der 16-jährige Paul (Sebastian Urzendowsky) hat seinen Vater verloren und taucht unangemeldet bei Onkel, Tante und Cousin auf. Auf der Suche nach der heilen Welt seiner Kindheit gerät er nach und nach in den Sog einer scheinbar glücklichen Familie.

Seine Tante Anna (Marion Mitterhammer), anfangs wenig erfreut über den ungebetenen Gast, gibt ihren Widerstand bald auf und zieht Paul auf ihre Seite. Paul genießt ihr Vertrauen und ihre Nähe und bemerkt viel zu spät, dass Anna ihn als Spielball missbraucht. Die schmerzhafte Erkenntnis treibt Paul zu einer Verzweiflungstat ...

Großansicht Tante Anna sorgt notgedrungen für Paul (Foto: Arsenal)

Tante Anna sorgt notgedrungen für Paul (Foto: Arsenal)

Die Suche nach Anerkennung

Subtil zeichnet Matthias Luthardt in seinem beeindruckenden, vom französischen Autorenfilm beeinflussten Spielfilmdebut die Suche nach Nähe und Anerkennung, die Verlorenheit Heranwachsender, die sich mit Ablehnung und Instrumentalisierung auseinandersetzen müssen.

Die beiden Hauptdarsteller Sebastian Urzendowsky und Clemens Berg geben sich spröde und cool, tragen als Schutz der verletzten Seele Unsentimentalität als Markenzeichen vor sich her.

Pingpong

Darsteller:  Sebastian Urzendowsky   als Paul
  Marion Mitterhammer   als Anna
  Clemens Berg   als Robert
  Falk Rockstroh   als Stefan
 
Regie:  Matthias Luthardt  
Drehbuch:  Meike Hauck  
  Matthias Luthardt  
Produzent:  Niklas Bäumer  
  Anke Hartwig  
Kamera:  Christian Marohl  
Schnitt:  Florian Miosge  
Musik:  Matthias Petsche  
Produktionsdesign:  Friederike Hagen  
Kostüme:  Andrea Schein  
Ton:  Jacob Ilgner  
Casting:  Karen Wendland  

"Gefühle frisst man in sich hinein"

Nachdem sein Vater Selbstmord begangen hat, sucht Paul bei seinen Verwandten Zuflucht. Doch die Familie seines Onkels ist nicht besonders erfreut. Während Onkel Stefan auf Dienstreise ist, trinkt Cousin Robert, und Tante Anna benutzt ihren Neffen als Spielball. Mit seinem kammerspielartigen "Pingpong" erntete Matthias Luthardt europaweit Auszeichnungen. Sebastian Urzendowsky überzeugt in der Hauptrolle als heranwachsender Paul.

Großansicht Anna und ihr Mann Stefan wissen nicht, was sie mit Paul anfangen sollen (Foto: Arsenal)

Anna und ihr Mann Stefan wissen nicht, was sie mit Paul anfangen sollen (Foto: Arsenal)

» Warum haben Sie sich für den Titel "Pingpong" entschieden?

MATTHIAS LUTHARDT: Eines der ersten Bilder, die ich beim Entwickeln dieser Geschichte vor Augen hatte, waren eine Tischtennisplatte im Garten und ein Flügel im Wohnzimmer. Das sind zentrale Motive, mit denen sich viel über die Charaktere und ihre Eigentümlichkeiten erzählen lässt. Der Titel "Pingpong" stand für mich von Anfang an fest. Er hat etwas Verspieltes, ist schlicht, einprägsam und bietet Raum für Assoziationen.

» Wie lief das Casting zu "Pingpong" ab?

SEBASTIAN URZENDOWSKY: Es gab zwei Tage, an denen ich einmal mit meiner Filmtante Marion Mitterhammer und einmal mit Clemens Berg, der in "Pingpong" Robert spielt, zur Probe vor der Kamera stand. Clemens und ich sollten ausgehend von einer Szene improvisieren, und ein bisschen davon ist sogar geblieben, was mich sehr gefreut hat.

Großansicht Paul will sich nützlich machen und kümmert sich um den halb fertigen Pool (Foto: Arsenal)

Paul will sich nützlich machen und kümmert sich um den halb fertigen Pool (Foto: Arsenal)

» Wie haben Sie die Schauspieler auf ihre Rollen vorbereitet?

LUTHARDT: Mit Marion und Falk Rockstroh habe ich ein fiktives Rolleninterview gemacht, in dem ich die beiden darüber ausgefragt habe, wie sie sich kennengelernt haben und zu dem Paar geworden sind, das sie im Film darstellen. So konnten die Schauspieler ihre Figuren ergründen und entdecken.

Da Clemens zum ersten Mal vor der Kamera stand, haben wir ihn erstmal mit den grundlegenden Abläufen vertraut gemacht, die es beim Filmemachen zu beachten gilt. Mit einem Schauspielcoach hat er sich dann ein paar Tage lang, im Zusammenspiel mit anderen Jugendlichen, der Figur von Robert angenähert.

Und dann bin ich mit ihm, wie auch mit Sebastian, Szene für Szene des Drehbuchs durchgegangen, um gemeinsam zu schauen, wo es noch Fragen, Ideen, Anregungen gibt. Mir liegt sehr viel daran, die Schauspieler in den Feinschliff des Drehbuchs einzubinden. Es kann nicht darum gehen, den Dialog richtig aufzusagen. Es geht darum, die Figur ernst zu nehmen und mit Leben zu füllen.

Star

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