Effektreiche Realverfilmung des Klassikers, die erstmals einen Jungen den ewigen Jungen spielen lässt. http://images.kino.de/flbilder/max04/auto04/auto08/04080255/b150x150.jpg Peter Pan

Filmdetails

Peter Pan

Effektreiche Realverfilmung des Klassikers, die erstmals einen Jungen den ewigen Jungen spielen lässt.


Peter Pan
Start: 01.04.2004

Fantasy / Abenteuer

USA 2003
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 6 Jahre

Jason Isaacs
Jeremy Sumpter
Rachel Hurd-Wood

Regie: P. J. Hogan
Verleih: Columbia Tristar

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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Inhalt

Im London zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhalten Großbürgertochter Wendy (Rachel Hurd Wood) und ihre jüngeren Brüder John (Harry Newell) und Michael (Freddie Popplewell) eines Abends Besuch von einem Knaben mit außerordentlichen Fähigkeiten. Peter Pan (Jeremy Sumpter) behauptet, nie erwachsen zu werden, und lädt die Kids auf eine Entdeckungsreise in seine paradiesische Heimat Neverland ein. Dort erlebt man allerhand Abenteuer und muss sich des grimmigen Captain Hook und seiner Piratenbande erwehren.

Getreu der Vorlage und zur filmhistorischen Abwechslung mal mit einem richtigen Jungen in der Titelrolle sucht dieses romantische Kinderabenteuer das Duell mit Erzkonkurrent Harry Potter.


Kritik

Ein Klassiker, wie er so noch nie zu sehen war: In P.J. Hogans aufwändiger Neuverfilmung erstrahlen die Abenteuer des ewigen Jungen aus "Nimmerland" in neuem Glanz.

Großansicht Peter Pan, der Junge, der nicht erwachsen werden will (Foto: Columbia TriStar)

Peter Pan, der Junge, der nicht erwachsen werden will (Foto: Columbia TriStar)

Erwachsenwerden ist eine schmerzhafte Angelegenheit. Nur einer hat es 100 Jahre lang geschafft, sich der Ernsthaftigkeit des Lebens über 18 zu entziehen: Peter Pan.

Mit seiner konsequenten Realitätsverweigerung wurde J. M. Barries "Nimmerland"-Held zum Idol der Kinder - und zum heimlichen Traumbild der Erwachsenen.

Wer erst einmal drin steckt in einer Existenz mit Karriere und Kontoauszügen, kann sich schließlich nichts Schöneres vorstellen als einen Flug zurück in die Zeit, in der das Leben aus Neugier, Spaß und Verantwortungslosigkeit bestand.

Wendy Darling (Rachel Hurd Wood) ist zwölf Jahre alt und merkt, wie die Erwachsenen sie allmählich auf ihre Seite ziehen. Dabei interessieren sie nur Geschichten von fernen Ländern, Schwertkämpfen und Zauberei, die sie abends ihren kleinen Brüdern erzählt.

Großansicht Peter Pans ständige Begleiterin ist die Fee Glöckchen (Foto: Columbia TriStar)

Peter Pans ständige Begleiterin ist die Fee Glöckchen (Foto: Columbia TriStar)

Süße Träume

Peter Pan (Jeremy Sumpter) will Wendy zur Gutenacht-Geschichten-Prinzessin seines Kinderparadieses "Nimmerland" machen. So überredet er sie, mit ihm zu kommen. In das Land der "Verlorenen Jungs" und der Feen, in dem es vor Abenteuern nur so wimmelt.

Aber es gibt auch Gefahren im Nimmerland: "Hook" (Jason Isaacs, der Malfoy aus "Harry Potter"), der Wendy zur Piratin machen will. Hook ist nicht nur Freibeuter, sondern auch verbitterter Erwachsener, der dem Verlust seiner Jugend nachtrauert. Und Peter Pan deshalb sein natürlicher Todfeind...

Großansicht Piraten sind böse, Käpt'n Hook ein Prachtexemplar (Foto: Columbia TriStar)

Piraten sind böse, Käpt'n Hook ein Prachtexemplar (Foto: Columbia TriStar)

Der Zaubermeister

Der australische Regisseur P. J. Hogan ("Die Hochzeit meines besten Freundes") ist viel zu klug, um Peter Pan im Jahr 2003 ähnlich kindgerecht zu erzählen wie die bekannten Zeichentrick-Versionen.

Sein perfekt besetzter Realfilm (der erste seit der Stummfilm-Zeit) ist ein Fantasy-Abenteuer mit aufwändiger Action, opulenten Bildern und selbstironischem Witz, das die Grenzen des Genres neu definiert und auch Erwachsenen den Glanz von Elfenstaub in die Augen zaubern kann.

Peter Pan

Darsteller:  Jason Isaacs   als Mr. Darling/ Käpt'n Hook
  Jeremy Sumpter   als Peter Pan
  Rachel Hurd-Wood   als Wendy Darling
  Ludivine Sagnier   als Glöckchen
  Olivia Williams   als Mrs. Darling
  Harry Newell   als John Darling
  Freddie Popplewell   als Michael Darling
  Lynn Redgrave   als Tante Millicent
  Richard Briers   als Smee
  Theodore Chester   als Strich
  Rupert Simonian   als Tutut
  George MacKay   als Locke
  Harry Eden   als Nibs
  Patrick Gooch   als Zwilling 1
  Lachlan Gooch   als Zwilling 2
  Geoffrey Palmer   als Sir Edward Quiller Couch
  Carsen Gray   als Tiger Lily
  Saffron Burrows   als Erzählerin
 
Regie:  P. J. Hogan  
Drehbuch:  Michael Goldenberg  
  P. J. Hogan  
Produzent:  Douglas Wick  
  Lucy Fisher  
  Patrick McCormick  
Koproduzent:  Gary Adelson  
  Craig Baumgarten  
  Stephen Jones  
Ausf. Produzent:  Mohamed Al Fayed  
  Jocelyn Moorhouse  
  Gail Lyon  
Buchvorlage:  J. M. Barrie  
Kamera:  Donald M. McAlpine  
Schnitt:  Garth Craven  
  Michael Kahn  
Musik:  James Newton Howard  
Produktionsdesign:  Roger Ford  
  Michelle McGahey  
  Richard Hobbs  
Kostüme:  Janet Patterson  
Ton:  Ben Osmo  
Casting:  Billy Hopkins  
  Suzanne Smith  
  Kerry Barden  
  Deborah Maxwell Dion  
  Shaheen Baig  

"Jedes schöne Märchen braucht einen Kuss"

Der überwältigende Erfolg der "Herr der Ringe"-Trilogie und die Harry Potter-Manie zeigen, dass die Sehnsucht nach einer märchenhaften Welt voller Fantasie größer ist denn je. So liegen auch der australische Regisseur P. J. Hogan und die US-Produzenten Lucy Fisher & Douglas Wick mit ihrer aufwendigen Realverfilmung von "Peter Pan" voll im Trend.

Großansicht P.J. Hogan und die "verlorenen Jungs" im Märchenland (Foto: Columbia TriStar)

P.J. Hogan und die "verlorenen Jungs" im Märchenland (Foto: Columbia TriStar)

» Hat der Erfolg von "Harry Potter" geholfen, "Peter Pan" zu verwirklichen?

LUCY FISHER: Unser Projekt war im Entwicklungsstadium, als der erste "Harry Potter" herauskam. Aber der Erfolg bewies, dass junge Zuschauer wieder Interesse an Romanverfilmungen haben. Schon vor 20 Jahren gab es Überlegungen einer Realverfilmung von "Peter Pan". Vor fünf Jahren wurde ich zum Vice Chairman bei Sony Pictures ernannt, und als ich hörte, dass Columbia die Rechte hält, setzte ich mich erneut für das Projekt ein. Zur Verstärkung holte ich meinen Mann Douglas Wick, der damals mit "Gladiator" für Furore sorgte.

Großansicht Das "Harry Potter"-Fieber nimmt kein Ende - ab Juni verzaubert der dritte Teil deutsche Kinogänger (Foto: Warner)

Das "Harry Potter"-Fieber nimmt kein Ende - ab Juni verzaubert der dritte Teil deutsche Kinogänger (Foto: Warner)

» Dodi Al-Fayed war Executive Producer bei "Hook". Sein Vater Mohamed hat die gleiche Position bei "Peter Pan". Wie ist der Zusammenhang?

DOUGLAS WICK: Noch bevor Steven Spielberg "Hook" realisierte, sicherten sich Mohamed Al-Fayed und sein Sohn Dodi die Filmrechte an "Peter Pan". Das brachte ihnen einen Credit ein, obwohl sie mit Spielbergs Film ansonsten nichts zu tun hatten.

FISHER: Unseren Film haben wir Dodi Al-Fayed gewidmet. Das haben wir mit seinem Vater ausgehandelt, um "Peter Pan" überhaupt drehen zu dürfen. Wir haben es gern getan.

Großansicht Spielbergs "Hook" zählt neben Walt Disneys "Peter Pan" von 1953 zu den beliebtesten Verfilmungen (Foto: Columbia TriStar)

Spielbergs "Hook" zählt neben Walt Disneys "Peter Pan" von 1953 zu den beliebtesten Verfilmungen (Foto: Columbia TriStar)

» Es gibt bereits zahlreiche Verfilmungen. Wie sehr ließen Sie sich davon beeinflussen?

P. J. HOGAN: Ich habe versucht, mich nicht beeinflussen zu lassen. Obwohl ich all die Filme kannte und mir auch "Hook" angesehen hatte, als ich über das Drehbuch zu meiner Verfilmung brütete. Aber nachdem es fertig war und wir nach einem geeigneten Look suchten, blendete ich alle Erinnerungen an frühere Filme aus und stellte mir vor, ich würde den ersten "Peter Pan"-Film drehen.

» Ihre Version ist romantischer. Es gibt sogar einen Kuss zwischen Peter und Wendy.

HOGAN: Der Kuss ist keine Erfindung von uns, den gab es schon in den ersten Theaterinszenierungen. Zur Theatertradition gehörte es auch, dass Peter von einer Frau gespielt wird. Ein Kuss zwischen zwei Frauen sollte damals bestimmt nichts Romantisches haben. Sogar in einem der Stummfilme übernahm eine Frau die männliche Hauptrolle.

Großansicht "Peter Pan", Wendy und Glöckchen auf dem Weg ins Nimmerland (Foto: Columbia TriStar)

"Peter Pan", Wendy und Glöckchen auf dem Weg ins Nimmerland (Foto: Columbia TriStar)

» Aber mit dieser Tradition wollten Sie brechen?

HOGAN: Ich glaube, Autor J. M. Barrie hätte gern einen Jungen in dieser Rolle gesehen. Schließlich war sein älterer Bruder das Vorbild für Peter Pan. Er starb mit zwölf Jahren. Ich wollte die Rolle unbedingt mit einem Jungen gleichen Alters besetzen.

» Sie haben sich also genau an die Vorlage gehalten?

HOGAN: So kann man das auch nicht sagen. Tatsächlich gibt es bei uns noch einen zweiten Kuss, der weder im Buch noch im Theaterstück auftaucht. Wendy und Peter küssen sich nochmals am Ende, weil ich finde, dass jedes schöne Märchen mit einem Kuss aufhören muss.

Großansicht Das Ehepaar Fisher und Wick produzierte das Familienabenteuer "Stuart Little 2" mit Geena Davis (Foto: Columbia TriStar)

Das Ehepaar Fisher und Wick produzierte das Familienabenteuer "Stuart Little 2" mit Geena Davis (Foto: Columbia TriStar)

» Damit lassen sich auch erwachsene Zuschauer begeistern.

HOGAN: Wir wollen nicht nur Kinder erreichen, sondern tiefer schürfen. In Amerika spricht man vom Peter-Pan-Syndrom - Männer, die sich nicht binden wollen. So ist auch Wendy betrübt, weil sie Peter Pan nicht halten kann. Er kann nie erwachsen werden, aber sie spürt, dass ihre Kindheit bald vorbei ist. Insofern ist "Peter Pan" für mich auch eine Coming-of-Age-Geschichte.

» War es schwierig, Peter und Wendy zu besetzen?

HOGAN: Absolut! Denn Peter und Wendy sind dermaßen berühmte Figuren, dass jeder eine Vorstellung davon hat, wie sie aussehen müssten. Wir mussten diesen Erwartungen gerecht werden, aber auch weiterdenken, weil wir den beiden mehr Tiefe geben.

FISHER: Wir sahen uns Darsteller aus England, Australien, Kanada, Irland und Neuseeland an. Die Darling-Kinder sollten aus einem der Commonwealth-Staaten stammen, während Peter auch von einem Amerikaner gespielt werden konnte, weil er aus dem Nimmerland kommt.

Großansicht Hook und seine Piraten schmieden finstere Pläne gegen ihren Erzrivalen "Peter Pan" (Foto: Columbia TriStar)

Hook und seine Piraten schmieden finstere Pläne gegen ihren Erzrivalen "Peter Pan" (Foto: Columbia TriStar)

» Warum haben Sie keine Kinderstars ausgesucht?

FISHER: Es gibt keine Kinder in diesem Alter, die berühmt sind.

WICK: Ausgenommen die aus US-Fernsehserien, die teilweise auch vorsprachen, aber keine Chance hatten, weil sie keinen britischen Akzent hatten.

HOGAN: In dieser Hinsicht wurden wir vom Studio nicht unter Druck gesetzt. Die Kosten für Spezialeffekte waren so hoch, dass man sich sowieso keinen Star mehr leisten konnte.

Großansicht Regisseur P.J. Hogan führte Julia Roberts zur Hochzeit ihres besten Freundes (Foto: Columbia TriStar)

Regisseur P.J. Hogan führte Julia Roberts zur Hochzeit ihres besten Freundes (Foto: Columbia TriStar)

» Warum wurde "Peter Pan" in Australien gedreht?

HOGAN: Weil wir den Film dort für viel weniger Geld als in den Vereinigten Staaten realisieren konnten.

FISHER: Das Budget lag ungefähr bei 100 Mio. Dollar.

HOGAN: Außerdem wollte ich eine vertrauensvolle Crew haben. Nicht, dass man die nicht auch in den USA bekommen könnte, aber mir war bewusst, dass sich der Dreh hinziehen würde. Australier sind dafür berühmt, nie ihren Humor zu verlieren und selbst, wenn es schwierig wird, professionell zu arbeiten.

Star

Jason Isaacs

* 06.06.1963

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