Robin Williams
Daniel London
Monica Potter
Regie: Tom Shadyac
Verleih: UIP
Der ehemalige suizidgefährdete Nervenheilanstaltspatient Patch Adams beginnt sein Studium an der medizinischen Hochschule von Virginia. Entgegen strenger Vorschriften sucht er den Kontakt mit Patienten, die er mit markigen Methoden aufzuheitern versucht. Nebenbei umgarnt Patch seine hübsche Kommilitonin Carin. Doch ein tragisches Ereignis setzt Patchs Idealismus einen schweren Dämpfer auf.

"Hook", "Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen", "Jumanji", "Good Will Hunting" und jetzt "Patch Adams" - alle Jahre wieder erweist sich Starkomiker Robin Williams pünktlich zur Weihnachtszeit als zuverlässiger Blockbuster-Garant. In Tom Shadyacs rührseligem Comedy-Drama mimt er einen unkonventionellen Medizinstudenten, der unerschütterlich die Meinung vertritt, daß Lachen die beste Medizin sei. Damit wird Williams ausreichend Gelegenheit geboten, ohne Rücksicht auf Verluste emotional in die Vollen zu gehen: In der einen Minute gebärdet er sich ausufernd albern, um in der nächsten in schmalziger Sentimentalität zu schwelgen. Beim US-Publikum liegt er mit diesem Rezept genau richtig: Nach nur drei Wochen im Einsatz steuert der Film in den USA auf die magische Blockbuster-Einspielmarke von 100 Mio. Dollar zu.
Regisseur Tom Shadyac und Drehbuchautor Steve Oedekerk, die bereits mit zündenden Lachbomben wie "Ace Ventura - Ein tierischer Detektiv" und "Der verrückte Professor" mächtig Erfolg hatten, begeben sich mit "Patch Adams" auf bislang unerforschtes dramatisches Terrain. Wenig Wert auf Subtilität legend, manipulieren die beiden die Emotionen der Zuschauer achterbahnfahrtmäßig, wobei der sirupsüße Score als akustische Gefühlsanleitung dient. Die realitätsverankerte Story basiert auf dem autobiographischen Buch von Hunter "Patch" Adams, der in West Virginia das Gesundheitsinstitut - "das erste spaßige Hospital der Welt" - führt. Der Film nimmt seinen Ausgang im Jahr 1969, nachdem Adams sich nach einem Selbstmordversuch selbst in eine Nervenheilanstalt eingecheckt hat. Von der gelangweilten Gleichgültigkeit seines Psychiaters entsetzt und der eigenen Fähigkeit, mit anderen Patienten auf humorvolle Weise zu interagieren, überrascht, beschließt er selbst die Medizinerlaufbahn einzuschlagen. Zwei Jahre später belegt Patch sein erstes Semester an der medizinischen Hochschule von Virginia und eckt dort mit seinem ungewöhnlichem Auftreten (und Alter) und unorthodoxen Auffassungen bei der Studentenschaft und dem Lehrkörper an. Die oberste Maxime des Will-Hunting-ähnlichen Genies ist es, Mitgefühl mit den Patienten zu zeigen und "nicht nur die Krankheit, sondern auch die Person zu behandeln". Entgegen strenger Vorschriften sucht er den Kontakt mit Patienten, die er mit markigen Methoden aufzuheitern weiß. Kahlgeschorene krebskranke Kinder werden mit Einlaufkolben-Nase und Bettschüssel-Pantoffeln amüsiert, ein todkranker Mieswurz mit Engelskostüm und Gesang aus der verbitterten Reserve gelockt und einer alten Dame mit einem Bad in einem Pool voller Nudeln ihr langgehegter Lebenswunsch erfüllt. Damit erregt Patch Unbill beim Dekan Walcott (Bob Gunton) - dem Archetypen des unnachsichtigen "Gotts in Weiß", der ihn daraufhin mehrfach (erfolglos) von der Uni verweisen möchte. Doch ein tragisches Ereignis setzt Patchs Idealismus zunächst einen schweren Dämpfer auf, dennoch läßt ein inspirierendes Happy-End samt magischem Moment und kruder Schlußpointe nicht lange auf sich warten. Immerhin befinden sich Shadyac und Oedekerk hier offensichtlich auf erprobtem Chris-Columbus-Terrain, mit dessen "Seite an Seite" Robin Williams' menschelndes Melo nicht nur die berechenende Sentimentalität, sondern auch das kommerzielle Potential gemein hat. ara.
| Darsteller: | Robin Williams | als Patch Adams | |
|---|---|---|---|
| Daniel London | als Truman | ||
| Monica Potter | als Carin | ||
| Philip Seymour Hoffman | als Mitch | ||
| Bob Gunton | als Dean Walcott | ||
| Josef Sommer | als Dr. Eaton | ||
| Irma P. Hall | als Joletta | ||
| Frances Lee McCain | als Judy | ||
| Harve Presnell | als Dean Anderson | ||
| Daniella Kuhn | als Adelane | ||
| Jake Bowen | als Bryan | ||
| Peter Coyote | als Bill Davis | ||
| James Greene | als Bile | ||
| Michael Jeter | als Rudy | ||
| Harold Gould | als Arthur Mendelson | ||
| Richard Kiley | als Dr. Titan | ||
| Regie: | Tom Shadyac | ||
| Drehbuch: | Steve Oedekerk | ||
| Produzent: | Harry Kemp | ||
| Mike Farrell | |||
| Marvin Minoff | |||
| Charles Newirth | |||
| Koproduzent: | Steve Oedekerk | ||
| Devorah Moos-Hankin | |||
| Ausf. Produzent: | Tom Shadyac | ||
| Marsha Garces Williams | |||
| Buchvorlage: | Hunter Doherty Adams | ||
| Maureen Mylander | |||
| Kamera: | Phedon Papamichael | ||
| Schnitt: | Don Zimmerman | ||
| Musik: | Marc Shaiman | ||
| Produktionsdesign: | Jim Nedza | ||
| Linda DeScenna | |||
| Kostüme: | Judy L. Ruskin | ||
| Ton: | Nelson Stoll | ||
Deftige Kritik am neuen Film von Robin Williams.
Ein abgetakelter Showmaster wird durch einen Kerl im Rhinozeroskostüm ersetzt. Der Showmaster ist sauer und will dem Teletubby-Verschnitt ans Plüsch, will sagen, Leder.
Das ist die neue Komödie "Death to Smoochy" von Regisseur Danny DeVito, in den USA seit Ende März in den Kinos. Zugegeben, der Plot ist nicht gerade oscarverdächtig.
Dafür spielt aber ein Oscar-Preisträger die Titelrolle: Robin Williams als Bösewicht Rainbow Randolph Smiley mit Mordgelüsten. Die Kritiker reagieren giftig: Williams spiele in seinem neuen Film nur deshalb einen Schurken, weil er von seinem trottelligem Image aus "Patch Adams" und "Der 200-Jahre-Mann" wegkommen wolle.
Williams schießt zurück: "Wisst ihr was ich dazu sage? F**** Euch! Was soll das? Wenn ich von meinem Image wegkommen will, spiele ich einfach in 'Good Will Hintern' mit."
Die Kritik an seinen Rollen in Familienfilmen trifft ihn: "Das wird schon ganz schön persönlich, die Leute reagieren völlig übertrieben. Die regen sich über ein Kind auf, das sich etwas wünschen darf ("Der 200-Jahre-Mann") und über einen Arzt mit ungewöhnlichen Methoden ("Patch Adams"). Mann, das sind nur Filme!"
Williams hatte immerhin in Filmen wie "König der Fischer" und "Good Will Hunting" (Oscar als Bester Nebendarsteller) auch schon im Charakterfach geglänzt.
Wenn er nicht so angrifflustig wäre, gäbe es im neuen Film vielleicht zur Abwechslung mal ein paar Streicheleinheiten für Robin. Wenn schon nicht von der Kritik, dann vielleicht wenigstens von Edward Norton ("Fight Club", "The Score"). Der spielt nämlich das Rhinozeros-Stofftier "Smoochy" - das heißt übersetzt "Schmusi". Lass ihn leben, Robin.
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