Ein Passionsspiel der anderen Art, ein verwegener Genremix, der von der Liebe zwischen einem glücklosen Trompeter und einem Engel erzählt, der keiner sein will. http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto49/11490216/b150x150.jpg Passion Play

Filmdetails

Passion Play

Ein Passionsspiel der anderen Art, ein verwegener Genremix, der von der Liebe zwischen einem glücklosen Trompeter und einem Engel erzählt, der keiner sein will.


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Inhalt

Der glücklose Trompeter Nate Poole entkommt durch Glück dem Anschlag eines Auftragskillers und landet in einem kleinen Wanderzirkus. Hauptattraktion ist hier die geflügelte Schönheit Lily, die darauf besteht, kein Engel zu sein. Nate verliebt sich in die Frau, und die beiden kommen sich bald näher. Das lenkt erneut den Zorn des Gangsterbosses Happy auf ihn, mit dessen Frau er ihn einst betrogen hat. Nate soll nun endgültig beseitigt werden, zumal Happy in Lily eine lukrative Einnahmequelle erkennt.


Kritik

Passion Play

Ein Passionsspiel der anderen Art, ein verwegener Genremix, der von der Liebe zwischen einem glücklosen Trompeter und einem Engel erzählt, der keiner sein will.

"Passion Play" könnte ein wirklich tolles Erlebnis sein, wild, verwegen, voller verrückter Ideen. Wenn man ob der vielen Geschichten und Handlungsstränge nur wüsste, worum es eigentlich geht. Wie ein klassischer Noir-Krimi setzt er ein. Jazz-Trompeter Nate Poole - zerschunden, verbeult, gebeutelt und ideal besetzt: "Wrestler" Mickey Rourke - versucht vor einem Nachtclub einen Wagen aufzubrechen. Er wird gestellt, in ein Auto gestoßen und in die Wüste gefahren. Mit der Frau von Gangsterboss Happy (minimalistisch-lakonisch: Bill Murray) hat er geschlafen. Darüber ist der wenig happy. Nate spricht sein letztes Gebet. Da tauchen aus dem Nichts Ninja-Apachen auf und töten den Hitman. Ein Martial-Arts-Western?

Nur kurz. Denn bald darauf findet Nate sich in einem Wanderzirkus wieder, der vom durchgeknallten Sam (idealer Jahrmarktschreier: Rhys Ifans) geleitet wird und dessen Hauptattraktion die geflügelte Schönheit Lily (formschöne Augenweide: Megan Fox) ist, die die staunenden Besucher für einen Dollar in ihrem Glaskasten begaffen dürfen. Nate ist hingerissen. Womit man bei der Love Story angekommen ist.

Die großartigen Bilder sind es, die nachhaltig wirken, in irreales Licht taucht sie Kameramann Christopher Doyle, rot und schwarz dominieren als Farben, die im harten Kontrast zum Schauplatz stehen - der felsig-staubigen Landschaft im Südwesten der USA. In einer irrealen Welt siedelt Autor und Regiedebütant Mitch Glazer sein Passionsspiel an, dessen Titel man vielleicht wörtlich nehmen sollte. Passion meint hier wohl nicht nur Liebe, sondern auch Leidenschaft - für Geld, für Macht, für Freiheit, für Nähe und Besitz.

Loner und Exzentriker sind die Protagonisten, Stereotypen und auch Kunstfiguren. Metaphorische und allegorische Anspielungen geben Rätsel auf, dann wieder erdet sich die Arbeit, spielt mit den Genres. Cool ist der Jazzer, eiskalt der Ganove, himmlisch der Engel. Tod, Leben, Überleben... Eine Melo? Noch einmal der "Himmel über der Wüste"? Zu begreifen ist der Film nicht. Eher zu spüren. Wie die Musik von Dickon Hinchliffe. Mitfiebern kann man, wie bei einem verwegenen Drahtseilakt. Das Leben als lange Zirkusvorstellung. Nur die Clowns fehlen, aber die sitzen ja vielleicht im Publikum.

geh.

Passion Play

Darsteller:  Megan Fox   als Lily
  Bill Murray   als Happy Shannon
  Mickey Rourke   als Nate
  Rhys Ifans   als Sam
  Kelly Lynch   als Harriet
  Bud Cort  
  Chris Browning   als Cecil
  Bernardo Gallegos   als Vater
 
Regie:  Mitch Glazer  
Drehbuch:  Mitch Glazer  
Produzent:  Daniel Dubiecki  
  Megan Ellison  
  Jonah M. Hirsch  
Ausf. Produzent:  Tyler Kwon  
  Rebecca Wang  
Kamera:  Christopher Doyle  
Schnitt:  Billy Weber  
Produktionsdesign:  Waldemar Kalinowski  
Kostüme:  Lisa Jensen  
Casting:  Venus Kanani  
  Mary Vernieu  

Mickey Rourke gesteht: Aus Geldgier zwei Schrottfilme gemacht

Er galt einst als größtes Talent der Traumfabrik, doch dann landete er in der Gosse…

Großansicht Hat kein Problem mit seiner Fehlschlagquote: Mickey Rourke (Foto: Kurt Krieger)

Hat kein Problem mit seiner Fehlschlagquote: Mickey Rourke (Foto: Kurt Krieger)

Mickey Rourke macht nicht mit beim für Hollywood-Stars üblichen Süßholzraspeln über die eigenen Filme und die beteiligten Kollegen. Zu seinen beiden neuenn Filme hat der Querkopf ein schonungsloses Interview gegeben, mit knappen, rotzigen und verdammt ehrlichen Antworten:

» Sie haben doch einen Film mit 50 Cent gemacht?
Mickey Rourke: Ja, einen verdammt schlechten.

» Ist er schon im Kino?
Nein, der ist so schlecht, der kommt nur auf DVD.

» Warum haben Sie ihn dann gemacht?
Für Kohle.

» Aber Sie finden ihn schlecht?
Grauenhaft.

» Wie steht's mit ihrem Film mit Megan Fox und Bill Murray?
Schrecklich, noch ein furchtbarer Film. Im Laufe einer Karriere mit so vielen Filmen sind halt ein Dutzend schlechte dabei.

» Aber Megan Fox haben sie doch "eine der besten Schauspielerinnen aller Zeiten" genannt…
(grinsend) …mit der ich gearbeitet habe…

» Der Film wird nur in sehr wenigen Kinos zu sehen sein.
Weil er nicht besonders gut ist.

Die Rede ist dabei von "13 - Thirteen" und "Passion Play". Ersteres ist ein Thriller mit Rourke, 50 Cent und Jason Statham, der von professionellem Russisch Roulette handelt - ein Hollywood-Remake eines ungarischen Festival-Erfolgs. In "Passion Play" spielt Megan Fox einen gefallenen Engel, den Mickey Rourke als Jazz-Trompeter aus den Fängen von Bill Murray als fiesem Gangster retten will. Für beide Werke hagelte es auch von Filmkritikern vernichtende Urteile.

Mann, das hab' ich nicht mehr nötig!

Dass Mickey Rourke seine Werke trotzdem nicht, wie sonst in Hollywood üblich, über den grünen Klee lobt, liegt wohl an seiner äußerst wechselhaften Karriere. Nach seinen Megaerfolgen "9 1/2 Wochen" und "Angel Heart" in den Achtzigern stürzte der als divenhaft verschriene Schauspieler völlig ab, landete drogenabhängig in der Gosse.

Sein von langer Abhängigkeit und exzessivem Lebensstil gezeichnetes Gesicht brachte Mickey Rourke spät ein unverhofftes Comeback in Robert Rodriguez' "Sin City", der Part als abgewrackter Catcher in Darren Aronofskys "The Wrestler" bescherte ihm gar einen Golden Globe. Seitdem ist Rourke auch wieder in echten Blockbustern wie "Iron Man 2", "The Expendables" oder demnächst "Krieg der Götter" gern gesehen.

Doch höfliche Lügen über das Treiben in der Traumfabrik hat Mickey Rourke einfach nicht mehr nötig - nicht einmal (oder besonders dann), wenn er selbst daran beteiligt ist…

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