Im England des 14. Jahrhunderts befindet sich der Dichter Geoffrey Chaucer auf dem Weg nach Canterbury. Aus seiner Feder erfahren wir, wie eine junge Ehefrau ihren vorübergehend erblindeten Gatten betrügt, zwei Männer beim Sex erwischt und von der Kirche vor die Wahl zwischen Zahlen oder Brennen gestellt werden, sich ein Nachwuchskoch mehr für Alkohol, Frauen und Glücksspiel als für seine Arbeit interessiert und wo die Mönche herkommen: direkt aus dem Hintern des Teufels.
Nach Boccaccios "Dekameron" widmete sich Pier Paolo Pasolini für seine deftige "Trilogie des Lebens" mit Geoffrey Chaucers "Canterbury-Erzählungen" einer weiteren klassischen Sammlung von Geschichten. Aus diesen wählte er einige aus, die dann teilweise mit neuen Elementen erweitert wurden, die Pasolinis Kritik an einer scheinheiligen, nur auf Reichtum und Gewinn versessenen Kirche unterstreichen. So kann sich der reiche der beiden zum Sex verleiteten und dabei erwischten Männer freikaufen, der arme wird verbrannt. Die Trilogie wurde zwei Jahre später mit "Erotische Geschichten aus 1001 Nacht" abgeschlossen.
| Darsteller: | Pier Paolo Pasolini | ||
|---|---|---|---|
| Franco Citti | |||
| Hugh Griffith | |||
| Laura Betti | |||
| Josephine Chaplin | |||
| Ninetto Davoli | |||
| Regie: | Pier Paolo Pasolini | ||
| Drehbuch: | Pier Paolo Pasolini | ||
| Produzent: | Alberto Grimaldi | ||
| Kamera: | Tonino Delli Colli | ||
| Musik: | Ennio Morricone | ||
Demnächst stellt er sein Lichtschwert in den Dienst der dunklen Seite der Macht. Doch danach lustwandelt der Jungmime unter edlen Damen in den Gärten eines toskanischen Landsitzes - und vertraut der Kraft des Wortes.
Der Kontrast könnte für Hayden Christensen kaum größer sein. Denn Anakin Skywalker reist aus dem großen SciFi-Universum des George Lucas direkt in die italienische Renaissance. Schon im April wird Christensen in Rom und in der Toskana für eine Neuverfilmung der klassischen Novellensammlung "Dekameron" von Giovanni Boccaccio vor der Kamera stehen.
Christensen spielt Lorenzo, einen von drei Edelmännern aus Florenz. Die Freunde treffen sich im Jahr 1348, als in der toskanischen Stadt die Pest wütet, zufällig mit sieben Damen in einer Kirche. Gemeinsam beschließt man, dem Schrecken der Epidemie zu entfliehen und auf einem Landgut allerlei Lustbarkeiten zu frönen. Im Schatten von Pinien und Zypressen erzählt sich die Gesellschaft an zehn aufeinanderfolgenden Tagen je zehn unglaubliche Geschichten - oft von ziemlich schlüpfriger Natur.
Hinter dem Projekt steht Produzentenlegende Dino De Laurentiis ("Hannibal"), der mit Hauptdarstellerin Mischa Barton ("The Sixth Sense") und Regisseur David Leland ("Band of Brothers") ansonsten auf eher unbekannte Namen setzt.
Dafür ist der Stoff ein echter Dauerbrenner. Das "Dekameron" inspirierte schon Shakespeare, viele Geschichten finden sich an anderen Stellen der Weltliteratur wieder, wie zum Beispiel die Ringparabel in Lessings "Nathan, der Weise".
Berühmt wurde das das "Zehn Tagewerk" - so die Übersetzung des aus dem Griechischen abgeleiteten Titels - aber vor allem für seine Frivolität. Zudem spielen in den schlüpfrigsten Momenten der Sammlung meist Geistliche die Hauptrolle, so dass das "Dekameron" prompt auf dem Index landete und der Autor sich den Beinamen "Boccaccio", also "das Schandmaul", verdiente.
Das Motiv der losen Geschichtensammlung hatte der Dichter natürlich aus dem Orient geklaut, wie auch viele der enthaltenen Episoden. Das war auch ein Grund, warum schon Regie-Altmeister Pier Paolo Pasolini nicht nur das "Decameron" verfilmte, sondern ihn später auch mit "Pasolinis tolldreiste Geschichten" und "Erotische Geschichten aus 1001 Nacht" zur sogenannten "Trilogie des Lebens" fügte.
Die Latte liegt also ziemlich hoch für den kleinen "Anny".
Er gehörte zur Avantgarde der 60er Jahre, erregte mehrfach Skandale mit seinen Filmen, von denen einige auch verboten wurden. Er...
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