Mit augenzwinkernden Humor und viel Herz wird das Schicksal serbischer Einwanderer in den USA beschrieben. http://images.kino.de/flbilder/max96/bf96/bf07/b9607009/b150x150.jpg Paradies, Brooklyn

Filmdetails

Paradies, Brooklyn

Mit augenzwinkernden Humor und viel Herz wird das Schicksal serbischer Einwanderer in den USA beschrieben.


Paradies, Brooklyn
Start: 14.03.1996

Originaltitel: Someone Else's America

Komödie / Drama

Frankreich/Großbritannien/Deutschland 1995
Laufzeit: 96 Min.

Tom Conti
Miki Manojlovic
Maria Casarès

Regie: Goran Paskaljevic
Verleih: Helkon

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Inhalt

Ohne Aufenthaltsgenehmigung lebt der Serbe Bayo gemeinsam mit seinem Hahn in Brooklyn über der Bar des Spaniers Alonso, mit dem ihn eine enge Haßliebe in Freundschaft verbindet. Als Bayos junge Tochter in den Bergen von Montenegro krank wird, entscheidet sich die Familie illegal nach Brooklyn zu emigrieren. Bei ihrer Einreise über Mexiko kommt es zur Katastrophe, an der Bayo beinahe zerbricht.


Kritik

Paradies, Brooklyn

Mit seinem neuen Spielfilm gibt der Serbe Goran Paskaljevic ein Beispiel, wie man den viel strapazierten Begriff Europudding nutzen kann, ohne dabei seine kulturelle Herkunft verleugnen zu müssen. Denn "Paradies, Brooklyn" ist eine deutsch-französisch-britische Co-Produktion, die von Serben geschrieben und inszeniert wurde, einen griechischen Kameramann beschäftigt hat und mit einer internationalen Besetzung aufwartet.

Die warmherzig-schrullige Tragikomödie um zwei Ausländer, die im New Yorker Stadtteil Brooklyn das Überleben proben, wird dennoch auf eine feinfühlige Marketing-Strategie angewiesen sein. Sollte ein stimmiges Konzept gefunden werden, liegt ein angemessener Erfolg in Programmkinos durchaus im Bereich des Möglichen.

Bayo ist illegal aus Montenegro nach New York eingewandert und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. In dem Spanier Alonso, der in Brooklyn eine Kneipe führt, hat er seinen einzigen Freund. Als Gegenleistung dafür, daß Bayo die Bar, die den hoffnungsschwangeren Namen "Paradies" trägt, sauber hält, darf er in einem kleinen Zimmer über dem Lokal gemeinsam mit seinem zahmen Hahn hausen. Das einfache, aber zufriedene Dasein Bayos erhält einen entscheidenden Sprung, als seine in der Heimat zurückgebliebene Familie ebenfalls beschließt, illegal in die USA einzureisen. Als Bayo jedoch von dem Plan erfährt, ist es bereits zu spät. Denn bei dem Versuch, die mexikanisch-amerikanische Grenze zu überqueren, wird sein jüngster Sohn Pepo von den Fluten des Rio Grande verschlungen. Während sein ältester Sohn Luka sich schnell an die neue Umgebung anpaßt und sich als äußerst geschäftstüchtig erweist, kann und will Bayo Pepos Tod einfach nicht wahrhaben.

Der knapp 50jährige Goran Paskaljevic erweist sich in "Paradies, Brooklyn" als messerscharfer Beobachter des Schmelztiegels New York. Obwohl sein Schauplatz Brooklyn komplett in den Hamburger Studios nachgebaut wurde, erreicht er durch die subtile Zeichnung seiner Charaktere ein Höchstmaß an Authentizität. Tom Conti ("Shirley Valentine"), der als melancholisch-verträumter Kneipenbesitzer glänzt, und der langjährige Kusturica-Darsteller Miki Manojlovic ("Underground") als nicht minder sentimental veranlagter Emigrant, drücken dieser Außenseiter-Milieustudie ihren Stempel auf. Obwohl der Film einige inszenatorische Schwächen aufweist und die deutsche Synchronisation das radebrechende Englisch der Protagonisten nur ungenügend transportieren kann, kann die märchenhafte Schlußsequenz, wenn die beiden Antihelden dem Nachthimmel New Yorks entgegenschweben, ein wenig versöhnen. Eines ist gewiß: Selten wurde das Scheitern des Amerikanischen Traums auf solch amüsant-sympathische Weise inszeniert. lasso.

Paradies, Brooklyn

Darsteller:  Tom Conti   als Alonso
  Miki Manojlovic   als Bayo
  Maria Casarès   als Alonsos Mutter
  Zorka Manojlovic   als Bayos Mutter
  Sergej Trifunovic   als Lukas
  Niu Chia-ching   als chinesisches Mädchen
  Andjela Stojkovic   als Savka
  Ananda Ellis   als Afisi
  John Norman Thomas   als Afisis Bruder
  Jonathon Peck   als Sam
  Michael Willis   als Vorarbeiter
 
Regie:  Goran Paskaljevic  
Drehbuch:  Gordan Mihic  
Produzent:  David Rose  
  Helga Bähr  
  Antoine de Clermont-Tonnerre  
Koproduzent:  Johanna Baldwin  
Kamera:  Yorgos Arvanitis  
Schnitt:  William Diver  
Musik:  Andrew Dickson  
Produktionsdesign:  Prof. Wolf Sesselberg  
Kostüme:  Charlotte Holdich  
Ton:  François Groult  
  Christian Wangler  
  Aad Wirtz  

Star

Miki Manojlovic

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