Historienfilm http://images.kino.de/flbilder/max09/mbiz09/mbiz49/z0949512/b150x150.jpg Pan Tadeusz

Filmdetails

Pan Tadeusz


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Kritik

Der polnische Altmeister Andrzej Wajda ("Asche und Diamant", Der Mann aus Marmor") und filmische Chronist der Geschichte seines Landes hat endlich einen seiner langjährigen Träume wahr machen können: die Verfilmung des großen Nationalepos "Pan Tadeusz oder der letzte Fehde in Litauen" von Adam Mickiewicz aus dem Jahre 1834. Seit vier Monaten läuft der Film mit gigantischem Erfolg in den Kinos Polens, wie unmittelbar vor ihm ein anderer prächtiger Historienfilm nach einem literarischen Klassiker, "Mit Feuer und Schwert" ("Ogniem i mieczem") von Regisseur Jerzy Hoffman nach dem Roman von Nobelpreisträger Henryk Sienkiewicz ("Quo vadis?"). Während Hoffmans Film auf die zehn Millionen Besucher zusteuert, rechnet man für Wajdas elegante Bilderpoesie mit der doppelten Zuschauerzahl.

Der 73jährige Regisseur, der Mitglied der Berlinale-Jury ist und seinen Film beim Festival am Potsdamer Platz in einer Sondervorstellung zeigte, hat sich mit dem Versepos "Pan Tadeusz" konsequent auf den romantischen Dichter Mickiewicz eingelassen, der es im Pariser Exil geschrieben hatte. Die Dialoge, Dreizehnsilber mit paarweisem Reim, haben sowohl trefflichen Realismus wie ironische und selbstironische Pointierungen und Poesie der Romantik. Die sprachliche Schönheit und Kraft erschließt sich dem nichtpolnischen Zuschauer natürlich nicht in vollem Ausmaß, doch die geschmeidig opulenten Bilder von Kameramann Pawel Edelman vermitteln visuell ergänzend die Stilisierung der an Emotionen, Dramatik und Spannung nicht gerade armen Erzählung.

Kurz vor dem napoleonischen Russlandfeldzug spielt die Handlung in den Jahren 1811 und 1812 in einem kleinen Ort in Litauen, das einst zu Polen gehörte und jetzt unter russischer Herrschaft steht. Zwei verfeindete Adelsfamilien vergessen ihren Zwist im gemeinsamen Kampf gegen die russischen Besatzungstruppen. Dabei findet der engagierteste Anwalt des antirussischen Widerstandes den Tod, gibt aber auf dem Sterbebett noch seine geheimnisvolle Identität preis. So sorgt er für die Versöhnung der verfeindeten Familien und gibt den Weg frei für die Verlobung seines Sohnes Tadeusz (Michal Zebrowski) mit Zosia (Alicja Bachleda-Curus). Pan Tadeusz schenkt seinen Leibeigenen die Freiheit.

Mickiewicz hat mit diesem Epos seiner litauischen Heimat ein Denkmal gesetzt. Auch Wajda ist in Litauen geboren. Nicht nur das verbindet ihn mit "Pan Tadeusz", sondern vor allem die darin treffende Charakterisierung der polnischen Seele: "Trotz verschiedenster Qualen, Unterdrückung und Leid sind die Polen Menschen, die das Leben lieben und Talent zum Glücklichsein haben. Das hat Mickiewicz zu seiner Zeit so gesehen, und das hat sich bis heute nicht verändert." Und so entwirft Andrzej Wajda auch in diesem Film, der so nichts von einem Alterswerk, aber in gewissem Sinne von der Krönung einer bedeutenden Karriere hat, sinnliche Bilder von einer sonnendurchfluteten Natur, von fröhlichen Menschen und actionreichen Schlachten. Den wunderbaren Soundtrack komponierte der geniale Klassiker der polnischen Filmmusik Wojciec Kilar. Es sollte sich ein mutiger deutscher Verleih für diesen Film finden, der unbedingt die große Kinoleinwand braucht. fh.

Pan Tadeusz

Darsteller:  Boguslaw Linda   als Mönch
  Daniel Olbrychski   als Gervais
  Andrzej Seweryn   als Richter Soplica
  Grazyna Szapolowska   als Télimène
  Marek Kondrat   als Graf Horeszko
  Michal Zebrovski   als Tadeusz
  Alicja Bachleda   als Sosia
  Krzysztof Kolberger   als Adam Mickiewicz
  Sergei Chacourov   als Rykow
  Jerzy Binczycki   als Mathias de Dobrzyn
  Jerzy Gralek   als Wojski
  Marian Kociniak   als Protais
  Krzysztof Globisz   als Plut
  Henryk Baranowski   als Napoleon Bonaparte
 
Regie:  Andrzej Wajda  
Drehbuch:  Andrzej Wajda  
  Jan Nowina Zarzycki  
  Piotr Weresniak  
Produzent:  Lew Rywin  
  Margaret Ménégoz  
Ausf. Produzent:  Michal Szczerbic  
  Amira Chemakhi  
Buchvorlage:  Adam Mickiewicz  
Kamera:  Pawel Edelman  
Schnitt:  Wanda Zeman  
Musik:  Wojciech Kilar  
Produktionsdesign:  Allan Starski  
  Wieslawa Chojkowska  
Kostüme:  Magdalena Biernawska-Teslawska  
  Malgorzata Stefaniak  
  Andrzej Szenajch  
Ton:  Philippe Senechal  
  Thierry Lebon  
  Jean-Pierre Halbwachs  
  Nikodem Wolk-Laniewski  

Star

Alicja Bachleda

* 12.05.1983

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