George Clooney
Jennifer Lopez
Ving Rhames
Regie: Steven Soderbergh
Verleih: UIP
Beim Ausbruch aus dem Gefängnis muß Bankräuber Jack Foley die Bundesmarschallin Karen Sisco kidnappen. Während der Flucht kommen sie sich näher, und als sich ihre Wege trennen, hat es beide schwer erwischt. Foley setzt sich mit Partner Buddy für einen Diamanten-Coup nach Detroit ab, und Karen folgt ihm - teils aus Pflichterfüllung, teils um dem liebenswerten Gauner nah zu sein.

Nach Barry Sonnenfelds "Schnappt Shorty" und Quentin Tarantinos "Jackie Brown" kommt nun mit "Out Of Sight" die dritte Adaption eines Elmore-Leonard-Krimis in die Kinos. Dabei wird die aktuelle Verfilmung von Steven Soderbergh, dessen Visitenkarte bis dato noch vorrangig sein Debüt "Sex, Lügen & Video" ausmachte, von vielen als der Vorlage am nahestehendsten gelobt. Bei der gewieften Kriminalkomödie, um die unmögliche Romanze zwischen einem charmanten Bankräuber und einer beinharten Gesetzeshüterin, stimmen alle Komponenten: Schräg-subtiler Humor, ein Sammelsurium an exzentrischen, ausführlich gezeichneten Charakteren, clevere Dialoge saturiert mit gängigem Gangsterslang, mit George Clooney und Jennifer Lopez zwei brandheiße Stars, die schwelende Chemie erzeugen und nicht zuletzt eine ansprechende visuelle Präsentation.
Dem Hype als strahlender Filmstar konnte "ER"-TV-Arzt Clooney mit "Batman" und "Projekt: Peacemaker" noch nicht hundertprozentig gerecht werden, doch in seiner Rolle als der Bankräuber Jack Foley zeigt er zum erstenmal sein ganzes charismatisches Potential. Der Prolog stellt ihn beim überaus höflichen Überfall (die Gelegenheit zum Flirt wird nicht ausgelassen) eines Geldinstituts vor, doch der marode Zustand seines Fluchtwagens beschert ihm einen weiteren Gefängnisaufenthalt in den Everglades. Dort hält es ihn nicht lange und beim Ausbruch läuft er direkt der toughen Bundesmarschallin Karen Sisco (fabelhaft: Jennifer Lopez wandelt als stahlharte Sexbombe auf Pam-Grier-Pfaden) in die Arme. Sein bereitstehender Kumpel Buddy Bragg (Ving Rhames) steckt sie kurzerhand in den Kofferraum, wo sie Foley gezwungenermaßen näherkommt und über Filme plaudert. Als sich ihre Wege wiedertrennen, stellen beide fest, daß es sie schwer erwischt hat. Sie setzt zunächst alles daran den Flüchtingen dingfest zu machen, gibt ihm jedoch wiederholt Gelegenheit zum Entkommen. Foley geht mehrfach Risiken ein, um ihr nahe zu sein und begibt sich dann mit seinem Partner nach Detroit, um einen ehemaligen schwerreichen Knastkollegen (Albert Brooks) um seine ungeschliffenen Diamanten zu erleichtern. In der pompösen Villa kommt es zum Showdown mit weiteren Bekannten aus dem Kittchen, die Don Cheadle und Steve Zahn umfassen.
Die musikalisch Einbettung in einen sinnlichen Score, der auf hochkarätigen Funk und Soul setzt, verführt den Zuschauer geradezu sich vom beinahe hypnotisch erotischen Ambiente der romantische Offbeat-Komödie gefangennehmen zu lassen. Reizvoll ist zudem die nicht chronologische Zeitschlaufe, die integriert episodenhaft mit diversen Flashbacks interessante Zusammenhänge offenbart und damit Erinnerungen an Pulp Fiction wachwerden läßt. In prägnanten Cameoauftritten sind denn auch die Tarantino-Mimen Michael Keaton und Samuel L. Jackson zu sehen. Ein wahrer Leckerbissen an individualistischer Kino-Konfektion, die für ein breites Massenpublikum vielleicht ein wenig zu kunstvoll zubereitet ist. ara.
| Darsteller: | George Clooney | als Jack Foley | |
|---|---|---|---|
| Jennifer Lopez | als Karen Sisco | ||
| Ving Rhames | als Buddy Brag | ||
| Don Cheadle | als Maurice (Snoopy) Miller | ||
| Dennis Farina | als Marshall Sisco | ||
| Albert Brooks | als Richard Ripley | ||
| Steve Zahn | als Glenn Michaels | ||
| Luis Guzmán | als Chino | ||
| Catherine Keener | als Adele | ||
| Isaiah Washington IV | als Kenneth | ||
| Keith Loneker | als Bob | ||
| Nancy Allen | als Midge | ||
| Regie: | Steven Soderbergh | ||
| Drehbuch: | Scott Frank | ||
| Produzent: | Danny DeVito | ||
| Michael Shamberg | |||
| Stacey Sher | |||
| Ausf. Produzent: | Barry Sonnenfeld | ||
| John Hardy | |||
| Buchvorlage: | Elmore Leonard | ||
| Kamera: | Elliot Davis | ||
| Schnitt: | Anne V. Coates | ||
| Musik: | David Holmes | ||
| Produktionsdesign: | Philip J. Messina | ||
| Kostüme: | Betsy Heimann | ||
| Ton: | Paul Ledford | ||
Der Lollipop lutschende Cop mit dem losen Mundwerk kehrt zurück: Verbrecher zieht euch warm an, Kojak ist wieder da.
Als "Kojak" 1973 das erste Mal im Fernsehen lief, bildete sich sofort eine treue Fangemeinde. Neben "Columbo" zählte "Einsatz in Manhattan", so der deutsche Titel, zu den besten Polizei-Serien ihrer Zeit.
Telly Savalas glänzte damals in der Rolle des Theo Kojak als unkonventioneller Superbulle, der das Rauchen aufgeben will und der Schwarm aller Frauen ist.
Da sich Hollywood sowieso gerade in einer Remake-Phase befindet, ist nun die Entscheidung gefallen auch "Kojak" aus der Mottenkiste zu holen: Geplant sind mehrere Kinofilme mit Ving Rhames ("Mission: Impossible") als kompromisslosem Cop. Die erste Klappe soll noch diesen Monat in Kanada fallen.
Locker, lässig und stets erfolgreich bei seinen Einsätzen gegen die bösen Buben von Manhattan, so kannten die Zuschauer Kojak, so liebten sie ihn. Telly Savalas gab der Figur den besonderen Schliff. Klarer Fall, dass die Fans nun gespannt sind, ob Ving Rhames diese Klasse auch erreichen kann.
So wie er bis jetzt in Filmen wie Out of Sight oder "Con Air" aufgetreten ist, könnte er auch den Kojak geben: Nämlich als ruhiger Typ, der im richtigen Moment den richtigen Spruch oder aber auch mal die rechte Gerade auspackt.
Nur den Lollipop muss er wohl weglassen, denn die Süßigkeit wurde bereits in den 90ern aus den Serien-Skripts gestrichen. Grund: Die amerikanische Zahnarzt-Lobby hatte sich beschwert, Kojak würde ein schlechtes Vorbild für die Jugend liefern.
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