Paul Rudd
Elizabeth Banks
Zooey Deschanel
Regie: Jesse Peretz
Verleih: Senator
Ned ist liebenswert, grundanständig, aber als Mittdreißiger, ohne richtigen Job und Verantwortung, ein Kind geblieben. Unbeirrt glaubt er an das Gute und die Leichtigkeit des Lebens, selbst dann noch, als er wegen Marihuanaverkaufs ein paar Monate in den Knast wandert. Nach seiner Entlassung wohnt er bei jeder seiner drei Schwestern, die ihn zwar lieben, aber nicht wirklich respektieren. Bis er durch seine Art, die höchste Toleranz erfordert, erst ihr Leben kompliziert, dann aber nachhaltig verändert und verbessert.

Zurückgenommen und charmant zeigt Jesse Peretz' Komödie, wie das Leben von drei Schwestern durch ihren naiven Bruder remixed und auf neuen Kurs gebracht wird.
Tschechow light trifft doof, aber liebenswert, wäre ein viel zu hartes Resümee für den neuen Film von Jesse Peretz ("Dein Ex, mein Alptraum"), auch wenn einerseits die Geschwisterkonstellation, andererseits die oberflächliche Betrachtung des Titelhelden stimmt. "Our Idiot Brother" ist ein Plädoyer für naive, aber reine Seelen, die als schwachsinnig missgedeutet werden. Um diesen Grad der Erleuchtung in der Beurteilung erreichen zu können, braucht man auf und vor der Leinwand allerdings Toleranz in buddhistischen Größenordnungen. Denn Ned (Paul Rudd) stiftet Chaos, bringt sich und andere oft in große Schwierigkeiten, weil er immer die Wahrheit sagt, an das Gute im Menschen glaubt und damit auch problematische Situationen nie korrekt einschätzt. Einen richtigen Job hatte er nie, seine Hippie-Freundin nutzt ihn aus und ersetzt ihn kurzerhand durch einen Kiffer vergleichbar gutmütiger Bauart, als Ned, der einem Cop arglos Marihuana verkaufte, in den Knast wandert. Nach seiner Entlassung wird der grundanständige Held kurzfristig in das Leben seiner Schwestern eintauchen und es nachhaltig beeinflussen.
Problembereiche wie Karrierismus, pazifistisch-esoterische Pädagogik, Schwangerschaft und Seitensprung kommentierend, wird er unbeabsichtigt Auslöser für Veränderungen, ohne je, wie etwa in Hal Ashbys "Willkommen, Mr. Chance", ein als Messias missverstandener Schwachkopf zu sein. Als Komödie ist dieses Familienunternehmen, dessen Drehbuch Peretz' Schwester und Schwager schrieben, nur bedingt massentauglich. Von Oberflächenreizen, wie sie etwa "Dumm und Dümmer" servierte, ist "Our Idiot Brother" weit entfernt, darüber hinaus, korrespondierend mit seinem Helden, manchmal zu verhalten und brav. Trotzdem gefällt der in den Schwesterrollen prominent besetzte Film durch sein konsequentes Desinteresse, platte Pointen landen zu wollen, durch seine leise Komik, die sporadisch ins Absurde abdriftet, und seine Figuren, die ihrem Wesen stets treu bleiben. Rudds Szenen mit seinem Bewährungshelfer, den er als "Gratis-Therapeuten" begrüßt, sind ein Highlight wie auch jene mit dem neuen Lover seiner Ex, der sich über die meditative Qualität des Kerzenrecyclings ähnlich begeistern kann wie er. Dem Titel zum Trotz ist also Bruderliebe dank solcher Vorzüge durchaus denkbar. kob.
| Darsteller: | Paul Rudd | als Ned | |
|---|---|---|---|
| Elizabeth Banks | als Miranda | ||
| Zooey Deschanel | als Natalie | ||
| Emily Mortimer | als Liz | ||
| Steve Coogan | als Dylan | ||
| Hugh Dancy | als Christian | ||
| Kathryn Hahn | als Janet | ||
| Rashida Jones | als Cindy | ||
| Shirley Knight | als Ilene | ||
| Adam Scott | als Jeremy | ||
| T.J. Miller | als Billy | ||
| Janet Montgomery | als Lady Arabella | ||
| Regie: | Jesse Peretz | ||
| Drehbuch: | David Schisgall | ||
| Evgenia Peretz | |||
| Produzent: | Anthony Bregman | ||
| Peter Saraf | |||
| Marc Turtletaub | |||
| Ausf. Produzent: | Jesse Peretz | ||
| Caroline Jaczko | |||
| Stefanie Azpiazu | |||
| John Hodges | |||
| Aleen Keshishian | |||
| Kamera: | Yaron Orbach | ||
| Schnitt: | Jacob Craycroft | ||
| Andrew Mondshein | |||
| Musik: | Eric D. Johnson | ||
| Nathan Larson | |||
| Produktionsdesign: | Inbal Weinberg | ||
| Kostüme: | Christopher Peterson II | ||
| Casting: | Jeanne McCarthy | ||
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