Originaltitel: Bizim buyuk caresizligimiz
Türkei/Deutschland/Niederlande 2010
Ilker Aksum
Fatih Al
Günes Sayin
Regie: Seyfi Teoman
Verleih: Farbfilm (Barnsteiner)
Ender und Cetin, Kumpel aus Schultagen, bewohnen in Ankara gemeinsam eine Wohnung. Eines Tages bittet sie ihr Freund Fikret, seine Schwester Nihal in die Wohngemeinschaft aufzunehmen, da die Eltern der Geschwister gerade bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind und er in Berlin arbeitet. Nihal lebt sich langsam bei den beiden Männern ein und entwickelt eine Vertrautheit zu ihnen. Da passiert, was passieren muss: Ender und Cetin verlieben sich in die junge Frau.

So groß wie der Titel suggeriert ist die Verzweiflung nicht in diesem genauso lakonisch melancholisch wie lakonisch humorvollen Geschichte einer Dreier-WG auf Zeit in Ankara.
Die Verzweiflung regiert nur am Anfang. Die Eltern von Fikret und Nihal sind bei einem Unfall gestorben. Aus Angst, dass sich seine jüngere Schwester etwas antut, bittet er seine Freunde aus Schulzeiten, die Enddreißiger Ender und Cetin, sich um die Studentin zu kümmern, sie bei sich wohnen zu lassen. Die Trauerarbeit nimmt aber einen eher kleinen Raum ein, wird von Regisseur Seyfi Teoman, der bereits in "Tatil Kitabi" einen Todesfall als Ausgangspunkt wählte, beiläufig behandelt. Im Vordergrund des türkisch-deutschem Drama, das im Wettbewerb der Berlinale 2011 Premiere feierte, steht die Beschreibung des alltäglichen Lebens. So wäre es auch fast übertrieben "Our Grand Despair" als Liebesgeschichte zu beschreiben. Es ist mehr ein langsames Aneinandergewöhnen der drei Hauptfiguren bzw. ein Aufflammen verdrängter Sehnsüchte bei den beiden Männern, die gescheiterte Beziehungen hinter sich und so gar nichts von Machos an sich haben. Sie benehmen sich wie ein altes Ehepaar, streiten, lästern über des anderen Schwächen, kochen und essen gemeinsam. Manchmal benehmen sie sich auch wie Schuljungen, besonders, wenn es um ihre langsam erwachenden Gefühle für ihre neue Mitbewohnerin geht. Teoman beobachtet die zunehmenden Eifersüchteleien zwischen ihnen mit Sympathie und leisem Humor. Zwischen dem Essen oder Kicker spielen wird auch über Literatur und Kunst gesprochen, aber auch diese Themen werden in dieser leisen Großstadtskizze nach einer Romanvorlage nur angerissen. Mit ruhiger Kamera, in ruhigem Erzähltempo und ohne einen klassischen Spannungsbogen folgt Teoman seinen Protagonisten, die einem auch dank der überzeugenden Performance von Ilker Aksum und Fatih Al ans Herz wachsen und deren Freundschaft am Ende des Films genauso tief ist wie am Anfang. hai.
| Darsteller: | Ilker Aksum | als Ender | |
|---|---|---|---|
| Fatih Al | als Cetin | ||
| Günes Sayin | als Nihal | ||
| Baki Davrak | als Fikret | ||
| Taner Byrsel | als Murat | ||
| Mehmet Ali Nuroglu | als Bora | ||
| Beril Boz | als Aslý | ||
| Damla Kabakci | als Nihals Freund | ||
| Durak Bülbül | als Portier | ||
| Tamer Yurtbasi | als Mann an der Bar | ||
| Meliha Cörek | als Rezeptionist | ||
| Ilker Burma | als Hikmet | ||
| Selim Gürata | als Enders Vater | ||
| Regie: | Seyfi Teoman | ||
| Drehbuch: | Seyfi Teoman | ||
| Baris Bicakci | |||
| Produzent: | Nadir Öperli | ||
| Yamaç Okur | |||
| Stienette Bosklopper | |||
| Titus Kreyenberg | |||
| Buchvorlage: | Baris Bicakci | ||
| Kamera: | Birgit Gudjonsdóttir | ||
| Schnitt: | Cicek Kahraman | ||
| Produktionsdesign: | Nadide Argun | ||
| Kostüme: | Zehra Tuba Atac | ||
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