Nora Tschirner
Elyas M'Barek
Max von Pufendorf
Regie: Elmar Fischer
Verleih: Paramount
Meike Pelzer hat alles so schön geplant: Gerade mit dem BWL-Studium fertig, die Übernahme des väterlichen Betriebs in Aussicht und die Hochzeit vor der Tür. Einmal will sie doch noch etwas Verrücktes tun und erwirbt einen protzigen, beim Zoll beschlagnahmten goldfarbenen Jeep. Da passiert das Unerwartete: Sie erwischt ihren Verlobten mit ihrer besten Freundin im Bett, der Lebensplan scheint gescheitert. Das Chaos setzt sich fort, als sie eine große Menge Kokain im Jeep findet. Der ideale Zeitpunkt, um ein neues Geschäftsmodell zu starten.

Ein Spaßfilm, ein turbulenter Mix aus Komödie, Thriller und Roadmovie, in dem eine sympathische Nora Tschirner eine junge Frau spielt, deren Leben aus dem Ruder läuft.
"Offroad". Den Titel darf man ganz wörtlich nehmen. Das Leben einer Frau gerät aus der Spur - und das obwohl für Meike Pelzer (Nora Tschirner) doch alles klar vorgezeichnet ist: Das Betriebswirtschaftsstudium ist abgeschlossen und mit Rechtsanwalt Philip (Max von Pufendorf) schon der zu heiratende Mann gefunden. Bald gilt es die elterliche Gartenbedarffirma - Spezialität Grasfangsäcke - zu übernehmen, dann Kinder. Doch da tauchen im von ihr beim Zoll ersteigerten, Büffelhorn-verzierten Jeep, im Kofferraum versteckt, 50 Kilogramm Kokain auf. Damit könnte man doch endlich in die Sahara fahren, so richtig über Staubpisten brettern und all den bürgerlichen Mief hinter sich lassen.
Mit einem typischen Hitchcock'schen MacGuffin steigt Regisseur und Co-Autor Elmar Fischer in seinen Spaßfilm ein. Im Schnelldurchlauf wird Meikes Lebenssituation beschrieben: Tandemfahren mit Helm und korrekten Handzeichen beim Abbiegen. Ein Bier zuviel auf dem örtlichen Schützenfest. Philip geht mit Meikes bester Freundin fremd und dann tauchen die Besitzer der Drogen auf, drei überforderte Jungunternehmer, die ihre Eventagentur gegen die Wand gefahren haben. Schmerzlich muss Meike erfahren, dass Dealen ein hartes Geschäft ist - und dass es noch Gentlemen gibt, die einer Dame in Not helfen: In diesem Fall der coole, unverschämte, unverschämt gut aussehende Deutschtürke Salim (Elyas M'Barek), der sie immer wieder aus gefährlichen Situationen befreit.
Von einer "angry young woman" erzählt Fischer im zweiten Kinofilm nach seinem vielfach ausgezeichneten Schläferdrama "Fremder Freund" (2002). Virtuos mixt er Komödien-, Thriller- und Roadmovie-Elemente, setzt auf Tempo und schnelle Schnitte, Autostunts, Verfolgungsjagden und Schießereien inklusive. US-Hits wie "Ocean's Eleven" oder "Thomas Crown ist nicht zu fassen" werden auf deutsche Verhältnisse umdekliniert, Split-Screen-Technik kommt klug zum Einsatz und Ali M. Askins schwungvoller Ethno-Soundrack befeuert die Handlung. Die Musik greift die absurden Momente auf, die in vielen Szenen lauern, unterstützt oder überhöht sie mit reggaeartigen Dubs, ehe dank der Easy-Listening-Elemente à la David Holmes wieder Ruhe und Leichtigkeit einkehren.
Nora Tschirner, Publikumsliebling seit Ohren- und Kükenerfolgen an der Seite von Til Schweiger, funktioniert als Sympathieträger perfekt, die Chemie mit "Türkisch für Anfänger"-Traumboy M'Barek stimmt und die Bösewichte sind mit Thomas Fränzel (Julian), Stefan Rudolf (Ulf) und Tonio Arrango (Tuschi) treffend gecastet. Die gute Besetzung runden Gastauftritte von Leslie Malton (Mama Pelzer) sowie der "Tatort"-Kommissare Dominic Raacke (Papa Pelzer) und Axel Milberg (Rechtsanwalt Schanowski) ab, für die atmosphärischen (Berlin-)Bilder sorgte Philipp Kirsamer. geh.
| Darsteller: | Nora Tschirner | als Meike Pelzer | |
|---|---|---|---|
| Elyas M'Barek | als Salim | ||
| Max von Pufendorf | als Philip | ||
| Tonio Arango | als Tuschi | ||
| Thomas Fränzel | als Julian | ||
| Stefan Rudolf | als Ulf | ||
| Nele Kiper | als Sarah | ||
| Seyneb Saleh | als Özlem | ||
| Nora Binder | als Denise | ||
| Teresa Weißbach | als Mandy | ||
| Michael Kind | als Concierge | ||
| Leslie Malton | als Mutter Pelzer | ||
| Dominic Raacke | als Vater Pelzer | ||
| Axel Milberg | als Rechtsanwalt Schanowki | ||
| Regie: | Elmar Fischer | ||
| Drehbuch: | Elmar Fischer | ||
| Susanne Hertel | |||
| Produzent: | Jakob Claussen | ||
| Uli Putz | |||
| Koproduzent: | Dr. Wilfried Ackermann | ||
| Kamera: | Philipp Kirsamer | ||
| Schnitt: | Eva López Echegoyen | ||
| Musik: | Ali N. Askin | ||
| Produktionsdesign: | Wolfgang Arens | ||
| Kostüme: | Gudrun Johanna Binger | ||
| Maske: | Mechthild Schmitt | ||
| Henny Zimmer | |||
| Ton: | Josef Pörzchen | ||
| Casting: | Daniela Tolkien | ||
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