Skurriles Roadmovie durchs ländliche Mississippi der dreißiger Jahre nach Homers "Odyssee". http://images.kino.de/flbilder/max00/bf00/bf41/b0041993/b150x150.jpg O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee

Filmdetails

O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee

Skurriles Roadmovie durchs ländliche Mississippi der dreißiger Jahre nach Homers "Odyssee".


O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee
Start: 19.10.2000

Originaltitel: O Brother, Where Art Thou?

Komödie

USA 2000
Laufzeit: 107 Min.
FSK: ab 12 Jahre

George Clooney
John Turturro
Tim Blake Nelson

Regie: Joel Coen
Verleih: UIP

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Action
Humor
Romantik
Spannung
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Inhalt

Kettensträfling Ulysses überredet den hitzigen Pete und den liebenswerten Tölpel Delmer zur Flucht. Er verspricht ihnen einen Anteil an einem Goldschatz, den er versteckt haben will. Auf ihrer Odyssee begegnen sie einer Reihe skurriler Gestalten, u.a. einem Musiker, der seine Seele dem Teufel verkauft hat, drei Sirenen, einem cleveren Südstaatenpolitiker und einem berüchtigten Bankräuber.


Kritik

O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee

Die "Odyssee" als Inspiration für eine Ausbrecher-Komödie? Warum nicht, dachten sich die Coen-Brüder, schließlich ging es schon bei Homer um Flucht, Umherirren und die Sehnsucht nach Heimkehr. Also führt nun George Clooney als Ulysses Everett McGill eine Dreierbande von Kettensträflingen an, die in der Depressionszeit durch das ländliche Mississippi streunen und dabei eine Reihe haarsträubender Abenteuer erleben. Ein visuelles Fest voll teils gefälliger, teils wunderbar absurder Gags ist "O Brother Where Art Thou?" geworden, in dem der Spaß, den die Darsteller offensichtlich mit ihren Rollen hatten, stets als treibende Kraft zu erkennen ist.

Der Titel des Films geht zurück auf Preston Sturges' Filmklassiger "Sullivans Reisen" von 1941, in dem ein Hollywood-Regisseur in der Verkleidung eines Landstreichers nach Stoff für ein realistisch-sozialkritisches Werk sucht, dass er "O Brother Where Art Thou" nennt. Nachdem er selbst dem Schicksal als Kettensträfling nur mit knapper Not entkommt, beschließt er, sein ehrgeiziges Projekt aufzugeben und zukünftig nur noch Filme zu drehen, die die Menschen zum Lachen zu bringen. Die Coens, schon immer Freunde des besonderen Humors, vermählen hier nun filmhistorische Referenzen mit einem großen Epos der Antike, schminken George Clooney mit viel Pomade und Bleistiftbärtchen zu einem Clark Gable im Streifendrillich, stellen ihm John Turturro und Tim Blake Nelson als geistig etwas schwerfälligen Begleiter zur Seite - und jagen die drei erst Mal hinein in ein ockergelbes Maisfeld. Das ist eine Anspielung auf den "Zauberer von Oz", und gleichzeitig ist damit, zumindest visuell, das Thema der Heimkehr auch schon festgelegt. Ulysses verspricht seinen Kameraden einen versteckten Goldschatz, die Beute eines Überfalls, doch der Weg dorthin ist weit und von zahlreichen Begegnungen bestimmt. Da ist der schwarze Gitarrist, der seine Seele dem Teufel verkauft hat und mit den drei Sträflingen eine Platte aufnimmt, die zum Überraschungshit wird. Da sind die verführerischen Sirenen am Flussufer, der brutale Zyklop (John Goodman als herrlicher hinterhältiger Gauner) und andere. Eine Szene führt zur nächsten, die Gefährten verlieren sich und finden sich wieder, kommen an Geld und werden darum betrogen. Irgendwann geht in dem unterhaltsamen Klamauk, der tauchende Hunde, Propaganda-Zwerge und eine in der Tradition von Busby Berkley choreografierte KuKluxKlan-Parade einschließt, zwar das eigentliche Ziel von Ulysses' Reise verloren, doch rechtzeitig vor dem Showdown gesteht er den anderen, dass er eigentlich nur ausgebrochen ist, um rechtzeitig zu seiner Ex-Gattin (Holly Hunter in der einzigen, halbwegs substantiellen Frauenrolle) zurückzukehren, ehe sie einen anderen heiratet.

Roger Deakins, der fast alle Coen-Filme fotografiert hat, findet für "O Brother Where Art Thou" seine bislang schönsten Bilder, denen er bei der aufwendigen Computer-Nachbearbeitung ein sonnengebleichtes, leicht surreales Aussehen gegeben hat. Die karge, staubige Schönheit der Landschaft passt zu den Figuren, die zwar als schlichte Landeier dargestellt sind, deren slapstickhaftes Auftreten aber nie ins Karikaturistische abrutscht. Clooney, Turturro und die anderen grimassieren, stammeln und johlen, dass es eine Freude ist und zugleich eine gutmütige Verbeugung vor den großen Spaßmachern des alten Hollywoodkinos. Der Soundtrack, eine mitreißende Mischung aus Soul, Bluegrass und Country, sorgt für zusätzliche Authentizität - sofern man davon bei einem Film sprechen kann, in dem blinde Seher übers Bahngleis rutschen und der Teufel am Schluss von einer Flutwelle weggespült wird. evo.

O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee

Darsteller:  George Clooney   als Everett
  John Turturro   als Pete
  Tim Blake Nelson   als Delmar
  John Goodman   als Big Dan Teague
  Holly Hunter   als Penny
  Chris Thomas King   als Tommy Johnson
  Charles Durning   als Pappy O'Daniel
  Del Pentecost   als Junior O'Daniel
  Michael Badalucco   als George Nelson
  J. R. Horne   als Pappy's Staff 1
  Brian Reddy   als Pappy's Staff 2
  Wayne Duvall   als Homer Stokes
  Ed Gale   als The Little Man
  Ray McKinnon   als Vernon T. Waldrip
  Daniel von Bargen   als Sheriff Cooley
  Royce D. Applegate   als Man with Bullhorn
  Frank Collison   als Wash Hogwallop
  Quinn Gasaway   als Boy Hogwallop
  Lee Weaver   als Blind Seer
 
Regie:  Joel Coen  
Drehbuch:  Ethan Coen  
  Joel Coen  
Produzent:  Ethan Coen  
Koproduzent:  John Cameron  
Ausf. Produzent:  Tim Bevan  
  Eric Fellner  
Buchvorlage:  Homer  
Kamera:  Roger Deakins  
Schnitt:  Roderick Jaynes  
Musik:  T-Bone Burnett  
Produktionsdesign:  Dennis Gassner  
  Richard L. Johnson  
Kostüme:  Mary Zophres  
Ton:  Eugene Gearty  

Al Pacino spielt Adolf Hitler

Wandelt auf den Spuren Charlie Chaplins: Al Pacino

Wandelt auf den Spuren Charlie Chaplins: Al Pacino

Charlie Chaplin, war der erste, der sich an die Darstellung Hitlers in "Der große Diktator" wagte. Al Pacino wandelt nun auf den Spuren der Hollywood-Ikone.

Der "Heat"-Star wird Adolf Hitler in dem Bert Brecht-Stück "Arturo Ui" spielen. Der deutsche Drammatiker schrieb das satirische Werk über den Aufstieg des Diktators in den späten 30er Jahren. Aufgeführt wird es gegen Ende des Jahres an der New York Peace Universität.

Kritiker und Bert Brecht-Experte Eric Bentley beurteilte Arturo Ui als "sehr minamalistisches, aber als sehr gutes Theaterstück, vor allem wenn die Rolle des Hitlers brilliant besetzt ist". Das ist mit Pacino, der für "Der Duft der Frauen" einen Oscar gewann, garantiert!

Simon McBurney, der das Stück inszenieren wird, machte nicht nur bei der Besetzung der Hauptrolle Nägel mit Köpfen. Er klotzte auch bei den Nebenrollen. Chazz Palminteri (Palmetto), Steve Buscemi (Fargo) und Charles Durning (O Brother, Where Art Thou? - Eine Mississippi-Odyssee) gaben bereits ihre Zusage.

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