Grell überzeichnete Trashstudio über verrückte 24 Stunden im Leben einer Teenagerclique, das von Drogen und Sex bestimmt wird. http://images.kino.de/flbilder/max97/bf97/bf50/b9750005/b150x150.jpg Nowhere

Filmdetails

Nowhere

Grell überzeichnete Trashstudio über verrückte 24 Stunden im Leben einer Teenagerclique, das von Drogen und Sex bestimmt wird.


Nowhere
Start: 08.01.1998

Komödie / Drama

USA 1996
Laufzeit: 82 Min.
FSK: ab 16 Jahre

James Duval
Rachel True
Nathan Bexton

Regie: Gregg Araki
Verleih: Studiocanal

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
(0 Bewertungen)

Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
Besucheransturm: lau
Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Der Punk Dark macht sich Sorgen um ein bevorstehendes Armageddon und die Untreue seiner sexy Freundin Mel. Ungläubig muß er auch noch mitansehen, wie seine Freunde von einem Alien entführt werden und andere aus Verzweiflung Selbstmord begehen. Auf einer Party stellt ihn Mel vor vollendete Tatsachen, so daß er sich in die Einsamkeit seines Zimmers zurückzieht. Dort erwartet ihn eine Überraschung.


Kritik

Nowhere

Mit "Nowhere" beschließt Gregg Araki seine "Teen Apocalypse Trilogy". Visuell, stilistisch und inhaltlich schließt er nahtlos an den direkten Vorgänger "The Doom Generation" an. Anders allerdings als jener gallige Roadtrip über die Highways eines bis ins Knochenmark verfaulten, gewalttätigen Amerika, macht diese halluzinatorische, grell überzeichnete Trash-Studie über 24 Stunden im Leben einer Gruppe von tödlich gelangweilten Teenagern im sonnigen Südkalifornien ihrem Titel alle Ehre. Wie seine Protagonisten ist auch der Film ohne erkennbares Ziel: ein kunterbuntes Update von "Denn sie wissen nicht, was sie tun" im Stil einer Aaron-Spelling-Fernsehserie.

Subtilität kann man Araki bei seiner exaltierten Abrechnung mit der Scheinheiligkeit des American way of life nicht vorwerfen. Wie der uneheliche Sohn einer Vereinigung von Jean-Luc Godard und Sid Vicious haut das selbsterklärte Enfant terrible des amerikanischen Underground-Kinos dem Zuschauer dieses filmgewordene Stück Punk-Rock-Attitüde als omnisexuelle Hommage an TV-Serien wie "Beverly Hills, 90210" oder "Melrose Place" um die Ohren - ein filmischer Terroranschlag, der mit seinen plakativen Dekors, überdrehter Mode und einem unflätigen, selbst erfundenen Jugendslang, der fast Körperverletzung gleichkommt, da Volltreffer landet, wo es weh tut.

Sofern man bei Arakis bewußtseinsstromartiger Szenenkollage von einer Handlung sprechen kann, erzählt er hier von dem Punk Dark (Arakis Hausdarsteller und Alter ego James Duval aus "ID4"), der sich Sorgen über ein bevorstehendes Armageddon und die Untreue seiner attraktiven Freundin macht. In bester Seifenoper-Manier streift "Nowhere" eigentlich alle Themen, die das Teenage Wasteland zur apokalyptischen Hölle machen: Nihilismus, Narzißmus, Selbstmordgedanken, Todessehnsucht, gewalttätiger Sex, Drogenmißbrauch, unverständige Eltern - am besten alles gleichzeitig. Daß auch noch ein Alien durch die Straßen streift und eliminiert, was ihm im Weg steht, nimmt man bei der konstanten Reizüberflutung aus dem Niemandsland gerne als weitere Vignette hin. Zahlreiche Cameo-Auftritte - die besten von den ehemaligen "Brady Bunch"-Darstellern Christopher Knight und Eve Plumb als schwedisch sprechendes Elternpaar, "Baywatch"-Muskelmann Jaason Simmons als gewaltgeiler Mädchenliebling und Traci Lords, Rose MacGowan und Shannen Doherty als arrogante Beach-Schnepfen - erhöhen den Absurditätsquotienten. Während die zahllosen Miniplots in alle Richtungen zu explodieren scheinen, entpuppt sich Darks Sehnsucht nach Liebe und Vertrauen als rettender Anker in diesem lautstarken Amoklauf, der in einer bizarren Referenz an Kafkas "Metamorphose" kulminiert. Die Frage ist nur, ob das deutsche Publikum schon bereit ist für das wilde, witzige und wahnsinnige Kamikaze-Kino des Gregg Araki, eine Art Hardcore-Ausgabe von David Lynch. Wünschenswert wäre es allemal. ts.

Nowhere

Darsteller:  James Duval   als Dark
  Rachel True   als Mel
  Nathan Bexton   als Montgomery
  Chiara Mastroianni   als Kriss
  Debi Mazar   als Kozy
  Kathleen Robertson   als Lucifer
  Joshua Gibran Mayweather  
  Jordan Ladd  
  Christina Applegate  
  Sarah Lassez  
  Guillermo Diaz  
  Jeremy Jordan  
  Alan Boyce  
  Jaason Simmons  
  Ryan Phillippe  
  Heather Graham  
  Scott Caan  
  Thyme Lewis  
  Mena Suvari  
  John Ritter  
 
Regie:  Gregg Araki  
Drehbuch:  Gregg Araki  
Produzent:  Gregg Araki  
  Andrea Sperling  
Kamera:  Arturo Smith  
Schnitt:  Gregg Araki  
Produktionsdesign:  Patti Podesta  

Star

Chiara Mastroianni

* 28.05.1972

Star

Debi Mazar

* 15.08.1964

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