Der kleine Jonas lebt mit seinem Vater, dem Fischer Helge, in einfachsten Verhältnissen. Dass die beiden trotzdem glücklich sind, verdanken sie in erster Linie Helges Fantasie, mit der er den Jungen immer wieder aufmuntert. Als Helge eines Tages nicht vom Meer zurückkehrt, wird Jonas zu dem strengen Pfarrer Ekdahl gegeben, der von ihm absolute Disziplin und harte Arbeit erwartet. Dann trifft Jonas am Strand zufällig den Zirkusartisten Grido, der es sich fortan zur Aufgabe macht, dem Jungen sein Lächeln zurückzugeben.

Mit zahlreichen Auszeichnungen bedachter, märchenhaft-poetischer Film von Toke C. Hebbeln, dem man weder das Mini-Budget noch die Tatsache anmerkt, dass Hebbeln und der Rest der Crew ihn als Studenten an der Filmakademie Baden-Württemberg drehten. In knapp 60 Minuten feiert "Nimmermeer" die Macht der Fantasie in schönen, surreal anmutenden Bildern. Wichtiger Pluspunkt ist dabei der kleine Leonard Proxauf, der sich mit seiner Leistung hinter den "Großen" Sylvester Groth und Rolf Becker nicht zu verstecken braucht.
| Darsteller: | Leonard Proxauf | als Jonas Block | |
|---|---|---|---|
| Rolf Becker | als Helge Block | ||
| Sylvester Groth | als Pfarrer Ekdahl | ||
| Tom Lass | als Knut | ||
| Manni Laudenbach | als Grido Garibaldi | ||
| Ursula Graef | als Agda | ||
| Regie: | Toke C. Hebbeln | ||
| Drehbuch: | Toke C. Hebbeln | ||
| Nina Vukovic | |||
| Kamera: | Felix Novo de Oliviera | ||
| Schnitt: | Simon Blasi | ||
| Andre Gelhaar | |||
| Musik: | Martina Eisenreich | ||
| Produktionsdesign: | Boguslaw Nobel-Nobielski | ||
| Ton: | Daniel de Homont | ||
Ob Heinz Badewitz schon 1967, als die Hofer Filmtage mit dem inoffiziellen Titel "Das kleinste Filmfestival der Welt" erstmals veranstaltet wurden, abschätzen konnte, welch wunderbare Entwicklung diese Veranstaltung in den vier darauf folgenden Jahrzehnten nehmen würde?
Vermutlich nicht - was aber auch keine Rolle spielt: Denn noch heute, zum 40-jährigen Jubiläum der Internationalen Hofer Filmtage, leitet Badewitz die Geschicke dieses einzigartigen Festivals selbst und bestimmt damit die Richtung.
Womit wir beim zweiten Titel angekommen sind: Der "dienstälteste Festivalleiter Europas" hat es auch in diesem Jahr wieder geschafft, eine wunderbare Kombination aus Anspruch und Unterhaltung ins Programm zu nehmen - und damit das bereits hohe Niveau der Vorjahre erneut übertroffen.
Ganz ohne Tricks ging's dann aber auch nicht: Um die Vielzahl der sehenswerten Filme ins Programm zu bekommen, durfte man diesmal einen Tag früher in die Hofer Kinos - was auch, zumindest haben wir's so empfunden - den Kampf um die begehrten Karten angenehm entschärfe.
Selbst wer sich spontan ins oberfränkische Hof begab und den allmorgendlichen Verkauf für den nächsten Tag aufgrund einer der vielen und exzessiven Filmtage-Partys verpasste, der konnte sich im Laufe des Tages noch Plätze für eine der rund 80 Erstaufführungen sichern.
Besonders schön: Obwohl ein Festival dieser Größe einer entsprechend professionellen Organisation bedarf, hat der unvergleichliche Charme der Hofer Filmtage auch im vierzigsten Jahr nicht gelitten. Ein sichtlich gut gelaunter Christoph Schlingensief begegnet einem lachend im Foyer (und weckt die Fra,ge mit welchem Film er in Hof eigentlich mal wieder unvorbereitete Zuschauer schocken möchte), und Regisseur Detlev Buck lobt im Gespräch mit KINO.DE die familiäre Atmosphäre und die einzigartige Stimmung. "Man fühlt sich eben immer noch zu Hause", so Buck.
Wir können nur zustimmen und sprechen abschließend noch unsere persönlichen Empfehlungen aus. Nach dem Eröffnungsfilm "Schwere Jungs" von Marcus H. Rosenmüller liefert Oliver Rihs' "Schwarze Schafe" dem Duo Stadlober/Schilling eine wunderbare Plattform und sorgt für reichlich Szenenapplaus.
Wir verlassen den mit dem Eastman-Förderpreis ausgezeichneten "NimmerMeer" von Toke C. Hebbeln nachdenklicher - um dann eine wunderbar aufspielende Heike Makatsch in "Schwesterherz" zu bewundern.
Einige der gezeigten Filme möchte man dann auch am liebsten gleich erneut sehen: so etwa Bernd Langes "Rabenbrüder" oder die österreichische Dokumentation "Aus der Zeit". Da die Beschreibung dieser kleinen und großen Meisterwerke den Rahmen jeder Berichterstattung sprengt, verbleiben wir abschließend mit der Empfehlung an Film- und Kino-Fans, im nächsten Jahr selbst vor Ort zu sein. Denn derzeit gibt es europaweit wohl nur in Hof diese exklusive Mischung aus Kult, Kultur und ganz großem Kino!
Der Theater-, Film- und Fernsehschauspieler Sylvester Groth wurde 1982 in der Hauptrolle von Frank Beyers DEFA-Produktion "Der Aufenthalt...
Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.
Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.