Historisches Drama, in dem sich ein 16-jähriger Schüler zunächst vom Nazi-Regime verführen lässt und dann an einem Eliteinternat Zweifel am System entwickelt. http://images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz48/z0448557/b150x150.jpg Napola - Elite für den Führer

Filmdetails

Napola - Elite für den Führer

Historisches Drama, in dem sich ein 16-jähriger Schüler zunächst vom Nazi-Regime verführen lässt und dann an einem Eliteinternat Zweifel am System entwickelt.


Napola - Elite für den Führer
Start: 13.01.2005

Drama

Deutschland 2004
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Max Riemelt
Tom Schilling
Devid Striesow

Regie: Dennis Gansel
Verleih: Constantin

So werten die bisherigen Besucher:

Gesamt
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Action
Humor
Romantik
Spannung
Anspruch
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Besucher-
ansturm

Temperatur

lau

Inhalt

Im Kriegswendejahr 1942 beschließt der 16-jährige Friedrich (Max Riemelt), sehr zum Entsetzen seiner kritisch denkenden Eltern, zum Zwecke der persönlichen Reife eine nationalsozialistische Elitebildungsanstalt zu besuchen. Zunächst ist Friedrich begeistert von der Aufbruchstimmung und den dort gebotenen Möglichkeiten. Als er allerdings den sensiblen Albrecht (Tom Schilling) und dessen ebenso analytische wie pazifistische Denkweise kennen lernt, keimen Zweifel an des Führers Herrlichkeit.

Die Welle der deutschen Geschichtsfilme rollt weiter, wenn nach Oliver Hirschbiegels "Untergang" nun "Mädchen, Mädchen"-Kreativleiter Dennis Gansel den mehr oder minder angepassten Teenagern unterm Hakenkreuz nachspürt.


Kritik

Dennis Gansel erzählt von einer bewegenden Jungenfreundschaft hinter den Mauern von Hitlers Kaderschmieden: bewegend und brisant.

Großansicht Vom Arbeiter-Sohn zum privilegierten Nazi-Nachwuchs: Friedrich mit Freund Albrecht (Foto: Constantin)

Vom Arbeiter-Sohn zum privilegierten Nazi-Nachwuchs: Friedrich mit Freund Albrecht (Foto: Constantin)

In seinen "Nationalpolitischen Erziehungsanstalten" (Napolas) verfolgte Hitler seine Schreckensvision von der Züchtung neuer Herrenmenschen. Bis 1945 sollten dort über 15.000 Jungen mit militärischem Drill zu treu ergebenen Dienern des Regimes geformt werden.

Regisseur Dennis Gansel ("Mädchen, Mädchen") greift dieses brisante, bislang wenig beachtete Thema auf - und stellt die universelle Gewissensfrage: Was hätten wir getan?!

Der 17-jährige Friedrich (Max Riemelt) wächst im schäbigen Arbeiterviertel Berlin Wedding auf. Sein Box-Talent öffnet ihm die Türen zur Napola Allenstein - eine einmalige Gelegenheit!

Großansicht Der grausame Lehrplan fordert auch die Mutprobe unter dem Eis (Foto: Constantin)

Der grausame Lehrplan fordert auch die Mutprobe unter dem Eis (Foto: Constantin)

Blendende Aussichten

Obwohl auf dem Elite-Internat sadistische Lehrmethoden und ideologischer Zwang herrschen, lässt sich Friedrich vom Luxus und der Aussicht auf eine große Karriere blenden.

Erst durch seine Freundschaft mit dem sensiblen Albrecht (Tom Schilling) wird ihm klar, dass er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Ein aufwühlender Stoff um jugendliche Verführung in der NS-Zeit - brillant gespielt, ergreifend und spannend inszeniert.

Napola - Elite für den Führer

Darsteller:  Max Riemelt   als Friedrich Weimer
  Tom Schilling   als Albrecht Stein
  Devid Striesow   als Heinrich Vogler
  Joachim Bißmeier   als Dr. Karl Klein
  Justus von Dohnányi   als Gauleiter Heinrich Stein
  Michael Schenk   als Josef Peiner
  Florian Stetter   als Justus von Jaucher
  Alexander Held   als Friedrichs Vater
  Sissy Höfferer   als Friedrichs Mutter
  Jonas Jägermeyr   als Christoph Schneider
  Leon Alexander Kersten   als Tjaden
  Thomas Drechsel   als Hefe
  Martin Goeres   als Siegfried Gladen
  Claudia Michelsen   als Frau Stein/ Albrechts Mutter
  Julie Engelbrecht   als Katharína
  Johannes Zirner   als Torben Send
  Jakob Semotan   als Jungmann 1
  Michael Gerber   als Biologielehrer
  Wolfgang Pregler   als Weltanschauungslehrer
  Michael Lerchenberg   als Lateinlehrer
  Max Dombrowka   als Fritz Weimer
 
Regie:  Dennis Gansel  
Drehbuch:  Dennis Gansel  
  Maggie Peren  
Produzent:  Molly von Fürstenberg  
  Viola Jäger  
  Harry Kügler  
Kamera:  Torsten Breuer  
Schnitt:  Jochen Retter  
Musik:  Normand Corbeil  
Produktionsdesign:  Matthias Müsse  
Kostüme:  Natascha Curtius-Noss  
Ton:  Eckhard Kuchenbecker  
Casting:  Nessie Nesslauer  

Run auf deutsche Filme

Bislang wurde der Berlinale-Wettbewerb von eher bedrückenden, wenn auch interessant umgesetzten Themen dominiert.

Großansicht Stehende Ovationen für Julia Jentsch als Sophie Scholl und Regisseur Marc Rothemund (Foto: Berlinale)

Stehende Ovationen für Julia Jentsch als Sophie Scholl und Regisseur Marc Rothemund (Foto: Berlinale)

Das Bürgerkriegs-Epos "Hotel Ruanda" und unglückliche Liebesdramen wie "Les temps qui changent - Changing Times" oder "Asylum" trafen die Besucher mitten in die Seele. Doch am Samstag setzte der erste deutsche Wettbewerbsbeitrag einen heiteren Glanzpunkt: Hannes Stöhrs "One Day in Europe", ein Episodenfilm, in dem Touristen in europäischen Städten von Moskau bis Santiago di Compostella (vermeintliche) Opfer von Raubüberfällen werden.

Alle vier Geschichten spielen zeitgleich, vor dem Hintergrund eines fiktiven Champions-League-Finales. Fußball ist das einende Element in Europa. Stöhr bedient die landestypischen Klischees seiner Charaktere, die gleiche Variation des Themas nützt sich im Verlauf des Films ein wenig ab. Doch sein heiterer Tonfall und die kulturelle Interaktion und Kommunikation in sechs verschiedenen Sprachen stießen auf großen Anklang bei Presse und Publikum.

Großansicht "Asylum"-Star Natasha Richardson geriet beim Feiern im Club 37 im Casino Berlin etwas aus dem Konzept (Foto: 24u Media)

"Asylum"-Star Natasha Richardson geriet beim Feiern im Club 37 im Casino Berlin etwas aus dem Konzept (Foto: 24u Media)

Steht auf, wenn ihr für Sophie seid!

Bei Presse und Fachbesuchern herrscht dieses Jahr ein richtiger Run auf die deutschen Filme - angestachelt durch den Vorjahresbärengewinner "Gegen die Wand" und den internationalen Erfolg von sehr unterschiedlichen Filmen im letzten Jahr: von "Der Untergang" bis "Die fetten Jahre sind vorbei".

Erster wirklicher Bären-Kandidat war dann aber am Sonntag Marc Rothemunds "Sophie Scholl". Das bewegende Drama um die junge Widerstandskämpferin der Weißen Rose erntete zehn Minuten lang stehende Ovationen im bis auf den letzten Platz ausgebuchten Berlinale-Palast. So konnten Rothemund, seine Hauptdarstellerin Julia Jentsch, die wiederum ein heißer Kandidat für den Darstellerpreis ist, Produzenten, Verleiher und Fans anschließend auch entspannt feiern in dem Berliner Szenetreff "week-END Club" - im oberen Stockwerk eines ehemaligen Plattenbaus am Alexanderplatz.

Großansicht Fußball ist kontinentales Leben: "One Day in Europe" (Foto: Piffl)

Fußball ist kontinentales Leben: "One Day in Europe" (Foto: Piffl)

Bis der Arzt kommt

Partymarathon war allgemein angesagt am Wochenende. Die Must-Have-Einladung war am Freitag die von VW gesponsorte People's Night im renommierten Restaurant Borchardt in Mitte. Hier gaben sich deutsche Stars und Sternchen die Klinke in die Hand, von Jungstar Matthias Schweighöfer über Heike Makatsch und Herbert Knaup und Sebastian Koch bis zur zweiten Riege der TV-Celebrities.

Deutlich jünger und handfester ging es dagegen bei der Eröffnungsfeier des Internationalen Forums des Jungen Films und der Party zum osteuropäischen Episodenfilm "Lost and Found" zu.

Großansicht Doku mit Sprengkraft: "Inside Deep Throat" (Foto: Constantin)

Doku mit Sprengkraft: "Inside Deep Throat" (Foto: Constantin)

Porno und Prosecco

Jungstars satt gaben sich auch auf der noblen Shooting Stars Gala im traditionsreichen Adlon Hotel die Ehre. Deutscher Shooting Star in diesem Jahr ist der junge Berliner Max Riemelt ("Napola").

München in Berlin erlebte man Sonntagnacht in Oliver Berbens Bar "Sopranos" am Ku'Damm. Dort hatte die Constantin geladen, um die Aufführung des Dokumentarfilms "Inside Deep Throat" über den berüchtigten Siebziger-Jahre-Porno und seine Entstehung zu feiern. Da wollten sich einige weiblichen Gäste wohl nicht lumpen lassen: Sie waren entsprechend leicht bekleidet und mit High Heels bewehrt erschienen. Der Prosecco floss in Strömen bis in die Morgenstunden.

Großansicht Vorfreude auf "Gespenster": Julia Hummer glaubt, ihre entführte Tochter wiedergefunden zu haben (Foto: Piffl)

Vorfreude auf "Gespenster": Julia Hummer glaubt, ihre entführte Tochter wiedergefunden zu haben (Foto: Piffl)

Deutscher Honig lockt den Bären

Die hiesige Branche ist in Feierstimmung und das internationale Interesse am deutschen Film groß, wie auch die Filmverkäufer auf dem Berlinale Film Markt berichten. Am Dienstag feiert der dritte deutsche Wettbewerbsbeitrag Premiere, Christian Petzolds "Gespenster", der schon mit Spannung erwartet wird.

Es ist also im Bereich des Möglichen, dass auch dieses Jahr die heimischen Filme im Wettbewerb abräumen. Aber noch hat der internationale Film sechs Tage Zeit, Highlights zu positionieren. Es bleibt spannend.

Star

Max Riemelt

Deutscher Schauspieler. Als ein deutscher Jedermann mit zurückhaltender Körpersprache, erstaunt neugierigem Blick und fest entschlossen, die Welt...

Star

Tom Schilling

Deutscher Schauspieler. Mit zwölf Jahren auf dem Schulhof entdeckt und fürs Theater engagiert, gehörte Tom Schilling zu den Jungschauspielern...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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