Jared Leto
Sarah Polley
Toby Regbo
Regie: Jaco van Dormael
Verleih: Concorde
2092: Nemo Nobody ist 118 Jahre alt und der letzte Sterbliche in einer Gesellschaft, die durch Zellerneuerung den Schlüssel zur Unsterblichkeit gefunden hat. Einem Journalisten erzählt er seine unterschiedlichen Biografien, seine Liebesbeziehungen zu drei Frauen - zu der ruhigen Anna, die er immer wieder verliert und wiederfindet, zu der unglücklichen Elise, mit der er drei Kinder hat und deren Asche er auf dem Mars verstreuen soll, und zu Jeanne, die den Luxus liebt und ihn in die Langeweile zieht.

Nach langjähriger kreativer Pause überrascht Jaco Van Dormael mit einem philosophisch komplexen Blick auf die existenzielle Frage Schicksal oder Selbstbestimmung.
Welches Leben verdient es, gelebt zu werden? Für den belgischen Autor und Regisseur Jaco Van Dormael ("Toto der Held", "Am achten Tag") jedes einzelne. Jedenfalls für seinen Protagonisten, der sich immer wieder neu entscheiden muss. In der ersten Szene steht ein Junge auf dem Bahnsteig. Die Mutter ist in den Zug eingestiegen, der Vater bleibt zurück. Für wen soll sich das Kind entscheiden? Was passiert, wenn er der Mutter folgt, die in Kanada einen Neustart wagt, was, wenn er sich in die Arme des Vaters flüchtet, der irgendwann im Rollstuhl endet?
Die 30 Mio. Euro schwere Großproduktion in englischer Sprache dreht sich um Nemo Nobody, einen Mann von 118 Jahren, der letzte Sterbliche in einer Gesellschaft, die durch Zellerneuerung den Schlüssel zur Unsterblichkeit gefunden hat und handelt vom Zweifel über die freie Entscheidung und die vielen sie beeinflussenden Komponenten. Einem Journalisten erzählt der Hochbetagte im Jahre 2092 seine verschiedenen Biografien, seine Liebesbeziehungen mit drei Frauen - mit der ruhigen Anna, die er immer wieder verliert und wieder findet, der unglücklichen Elise, mit der er drei Kinder hat und deren Asche er auf dem Mars verstreuen soll, mit Jeanne, die den Luxus liebt und ihn in die Langeweile zieht. Jedes der drei Leben des Nemo hat seine eigene Bildsprache, mal wird derselbe Kamerastil verwendet, um die emotionale Kontinuität zu unterstreichen, dann mit Distanz gespielt und mit Unschärfe, die alles sehr realistisch wirken lässt, in der dritten Geschichte setzt van Dormael auf die Auslassungstechnik, d.h. die Kamera konzentriert sich immer wieder auf Nebensächlichkeiten.
Die Herausforderung lag darin, jedem Leben auch in den Frauenfiguren gerecht zu werden, während Jared Leto als Mr. Nobody die Entwicklung vom Teenager bis zum Greis spielt, die Close-ups auf ihn als fast beängstigend klaustrophobische Ausmaße annehmen. Der Wechsel zwischen Existenzen und Altersstufen erfordert permanente Aufmerksamkeit. Der Zuschauer kann individuell interpretieren, ob der Alte nun zurück in die Vergangenheit schaut oder der Junge die Zukunft antizipiert. Die dramaturgisch wichtige Identifikationsfigur verliert sich streckenweise, es fehlt ein emotionales Kraftzentrum wie in Tom Tykwers "Lola rennt". Dennoch: "Mr. .Nobody" ist das gewagte Experiment eines Autorenfilmers, dessen Mut zum Ungewöhnlichen Bewunderung verdient. mk.
| Darsteller: | Jared Leto | als Nemo Nobody | |
|---|---|---|---|
| Sarah Polley | als Elise | ||
| Toby Regbo | als Nemo als Jugendlicher | ||
| Diane Kruger | als Anna | ||
| Juno Temple | als Anna als Jugendliche | ||
| Linh Dan Pham | als Jeanne | ||
| Rhys Ifans | als Nemos Vater | ||
| Natasha Little | als Nemos Mutter | ||
| Audrey Giacomini | als Jeanne als Jugendliche | ||
| Thomas Byrne | als Nemo als Kind | ||
| Laura Brumagne | als Anna als Kind | ||
| Allan Corduner | als Dr. Feldheim | ||
| Daniel Mays | als Journalist | ||
| Michael Riley | als Harry | ||
| Harold Manning | als TV Moderator | ||
| Emily Tilson | als Eve | ||
| Roline Skehan | als Joyce | ||
| Anders Morris | als Noah | ||
| Pascal Duquenne | als Henry | ||
| Chiara Caselli | als Clara | ||
| Regie: | Jaco van Dormael | ||
| Drehbuch: | Jaco van Dormael | ||
| Produzent: | Philippe Godeau | ||
| Koproduzent: | Alfred Hürmer | ||
| Marco Mehlitz | |||
| Christian Larouche | |||
| Jaco van Dormael | |||
| Ausf. Produzent: | Jean-Yves Asselin | ||
| Kamera: | Christophe Beaucarne | ||
| Schnitt: | Mátyás Veress | ||
| Produktionsdesign: | Sylvie Olivé | ||
| Maske: | Kaatje van Damme | ||
| Casting: | Anja Dihrberg | ||
| Joanna Colbert | |||
| Toby Whale | |||
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