Drama http://images.kino.de/flbilder/max06/mbiz06/mbiz05/z0605049/b150x150.jpg Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht

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Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht


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Kritik

Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht

In der Regel dauert es ein Jahr, bis ein Film nach Ende der Dreharbeiten ins Fernsehen kommt. Für "Mozart" wurde noch im Dezember gedreht - und bereits Anfang Februar wird der Film ausgestrahlt. Eine erstaunliche Leistung, die allerdings zur Folge hat, dass das "Bio-Pic" immer im Winter spielt.

Der unnötig sperrige Titel fasst zusammen, was wohl das größte Dilemma im Leben des Komponisten gewesen ist: Bis zuletzt hat er vergeblich versucht, dem engen Salzburg zu entfliehen und in München Fuß zu fassen. Glaubt man Autor Benedikt Röskau und Regisseur Bernd Fischerauer, der das Drehbuch zusätzlich bearbeitet hat, lag dies nicht zuletzt an Kretins, die das Genie Mozarts nicht mal annähernd beurteilen konnten, aber eben Geld und Sagen hatten; eine nicht eben leise Kritik auch an heutigen Zuständen, darf man unterstellen.

Vielen Zuschauern wird "Amadeus", Milos Formans mitreißendes Porträt des Komponisten als Popstar, noch in guter Erinnerung sein. Fischerauer hatte also die Wahl, sich deutlich von Forman abzusetzen oder ihm nachzueifern. Er wählte den Mittelweg, was zwar nachvollziehbar, aber nicht die klügste Lösung gewesen ist. Formans Einfluss wird immer dann deutlich, wenn sich der Titelheld (Xaver Hutter) als fröhlicher Flucher oder lustvoller Lebemann geriert. In diesen Momenten wirkt der Film jedoch, als habe Brachialkabarettist Michael Mittermaier mal was Neues probiert.

Gewöhnungsbedürftig ist auch die Ausstattung. Der Rokoko-Schnickschnack mit seinen gepuderten Perücken, den rosigen Bäckchen der Herren und ihren geschminkten Lippen wirkt mitunter wie gruseliger Mummenschanz. Das wiederum kann durchaus Fischerauers Absicht gewesen sein kann: Sein Held ist meist in natura zu sehen. Der intrigante Graf Seeau (Hans-Michael Rehberg), ein unappetitlicher Lustgreis, repräsentiert die dekadente Welt bei Hofe.

Am ehesten wird Fischerauers "Mozart" den Seherwartungen gerecht, wenn Hutter den modernen Helden geben darf und den "durchlauchtigsten Durchlauchten" allerlei Unbotmäßigkeiten an den Kopf wirft. Überzeugend ist der junge Schauspieler auch als fanatischer Komponist, dem die Arbeit wichtiger ist als das leibliche Wohl. Gerade der Umgang mit der Musik aber ist das Manko des Films: Wer nicht ohnehin Klassikfreund ist, dem erschließt sich nicht, weshalb Mozart ein Genie gewesen ist. Natürlich ist man beeindruckt, wenn schon der Sechsjährige eigene Kompositionen präsentiert; aber warum sein Werk die Welt verändert und bis heute überdauert hat, das erklärt der Film nicht. tpg.

Mozart - Ich hätte München Ehre gemacht

Darsteller:  Xaver Hutter   als Wolfgang Amadeus Mozart
  Alexander Held   als Leopold Mozart
  Konstanze Breitebner   als Anna-Maria Mozart
  Gioia Vavricka   als Nannerl Mozart
  Sophie Riedler   als Wolfgang Amadeus Mozart, 6 Jahre
  Hans-Michael Rehberg   als Hofintendant Graf Seeau
  Konstantin Wecker   als Wirt Albrecht Albert
  Tamino Wecker   als Carl Albert, 6 Jahre
  Maximilian Brückner   als Carl Albert
  Lisa Maria Potthoff   als Aloysia/ Constance
  Roland Renner   als Kurfürst Max III. Joseph
  Boris Hanreich   als Salern
  Johannes Zirner   als Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo
  Siegfried Mauser   als Ignaz von Beecke
  Markus Anton   als Balthasar Freyhofer
  Lilian Naumann   als Anna-Thekla
  Werner Friedl   als Franz Xaver Wodiczka
  Uwe Falkenbach   als Kurfürst Karl Theodor
  Nicole Ennemoser   als Josepha von Paumgarten
  Lothar Jansky   als Beifahrer in der Kutsche
  Erich Hallhuber sen.   als Tenor Anton Raaf
  Wolfgang Roth   als Dirigent Cannabich
  Theresia Geier   als Straßenmusikantin
 
Regie:  Bernd Fischerauer  
Drehbuch:  Benedikt Röskau  
  Bernd Fischerauer  
Produzent:  Martin Choroba  
Kamera:  Markus Fraunholz  
Kostüme:  Birgit Hutter  
Maske:  Heiner Niehues  
Casting:  Nicole Fischer  

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