Drama http://images.kino.de/flbilder/max02/bf02/bf38/b0238s01/b150x150.jpg Morvern Callar

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Morvern Callar


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Kritik

Morvern Callar

In Cannes, wo die Auswahl der Wettbewerbsfilme dieses Jahr ursächlich mit dem dargestellten Elend der sozialen Unterschicht zusammenzuhängen schien, setzte Lynne Ramsays "Morvern Callar" einen starken Gegenakzent: Die Geschichte eines jungen Mädchens, das den Freitod seines Freundes zum Anlass nimmt, um aus den kalten schottischen Highlands auszubrechen und die kleinen Freuden des Lebens zu suchen, lief zwar nur in einer Nebenreihe - doch von der Zuversicht und poetischen Kraft, mit der Ramsay ihren Film erzählt, hätte auch der Wettbewerb profitiert.

Ramsay, die mit ihrem Erstlingsfilm "Ratcatcher" 1999 bereits in Cannes vertreten war, greift mit der Adaption des gleichnamigen Romans von Alan Warner erneut eines ihrer Hauptmotive auf: Den Drang, aus einem engen Leben in die Weite zu gelangen. Was Ramsays Figuren dabei immer auszeichnet, ist die ungebrochene Lebensfreude und Aufrichtigkeit, mit der sie das jeweils Beste aus ihrer Situation machen - um dann eben die eine Gelegenheit, die sich bietet, zu ergreifen. Für die junge Supermarktangestellte Morvern, von Samantha Morton ("Sweet and Lowdown", demnächst in Spielbergs "Minority Report") absolut hinreißend gespielt, kommt diese Chance, als ihr Freund sich am Weihnachtsabend umbringt und ihr neben etwas Geld ein unveröffentlichtes Romanmanuskript hinterlässt. Den Schock überwindet sie - zumindest äußerlich - relativ rasch, und beschließt, ihr Leben weiterzuführen, bis ihr klar geworden ist, was sich aus der Situation machen lässt. Dass Morvern dann die Leiche vergräbt und den Roman unter ihrem eigenen Namen einschickt, hat nichts Kaltes oder Unsympathisches; wahrscheinlich ist es sogar das, was ihr Feund gewollt hätte. Jedenfalls erzählt sie allen, er habe sie für immer verlassen, und lädt ihre beste Freundin zu einem Urlaubstrip nach Spanien ein. Dort tun die beiden jungen Mädchen, was junge Mädchen im Urlaub eben so tun, und der Film fängt ihre unbändige Lust und Freude ein, ohne die Realitäten von Hotelbunkern und Spaßtourismus zu versüßen. Die große Überraschung kommt, als Morvern von zwei Verlagsangestellten besucht wird, die ihr eine große Summe für "ihr" Buch bieten. Im Gegensatz zu "Ratcatcher" arbeitet Ramsay in ihren zweiten Film auch explizit mit dem Soundtrack, der hier hauptsächlich aus einer Abschiedskassette besteht, die Morverns Freund ihr aufgenommen hat. Songs von Lee Hazelwood, Can, Aphex Twin oder Velvet Underground sind effektiv eingesetzt, um den Szenen eine schöne persönliche Note zu geben. Wie "Morvern Callar" ohenhin weniger von seinem erzählerischen Drive lebt, als von den sorgfältig aufgebauten Stimmungen. Es ist fast müßig, angesichts der derzeitigen Finanzlage der deutschen Einkäufer zu beklagen, was für großartige Filme das Publikum bei uns nie sehen wird. Dennoch, "Morvern Callar" würde man von Herzen ein langes Leben in engagierten Programmkinos wünschen. evo.

Morvern Callar

Darsteller:  Samantha Morton   als Morvern Callar
  Kathleen McDermott   als Lanna
  Raife Patrick Burchell   als Junge in Zimmer 1022
  Dan Cadan   als Dazzer
  Carolyn Calder   als Sheila Tequila
  Jim Wilson   als Tom Boddington
  Dolly Wells   als Susan
  Ruby Milton   als Couris Jean
  Duncan McHardy   als Morverns Stiefvater
 
Regie:  Lynne Ramsay  
Drehbuch:  Lynne Ramsay  
  Liana Dognini  
Produzent:  Robyn Slovo  
  Charles Pattinson  
  George Faber  
Ausf. Produzent:  Seaton McLean  
  András Hámori  
  David M. Thompson  
  Barbara McKissack  
  Lenny Crooks  
Buchvorlage:  Alan Warner  
Kamera:  Alwin H. Kuchler  
Schnitt:  Lucia Zucchetti  
Produktionsdesign:  Jane Morton  
Kostüme:  Sarah Blenkinsop  
Ton:  Richard Flynn  

Natalie Portman gewinnt Wettbieten um Western-Heldin

An der Côte D'Azur werden nicht nur Goldene Palmen vergeben…

Großansicht Großer Cannes-Coup als Produzentin und Hauptdarstellerin: Natalie Portman hat sich den Western "Janes Got A Gun" gesichert! (Foto: Kurt Krieger)

Großer Cannes-Coup als Produzentin und Hauptdarstellerin: Natalie Portman hat sich den Western "Janes Got A Gun" gesichert! (Foto: Kurt Krieger)

Das größte Filmfest der Welt in Cannes feiert nicht nur die besten bereits fertiggestellten Werke, es ist auch der wichtigste Handelsplatz für neue Projekte. Während dabei viele Drehbücher vergeblich nach einem Produzenten suchen, gibt es aber auch jedes Jahr Skripte, um die sich die Filmemacher regelrecht prügeln.

Dieses Jahr war das unter anderem beim Western "Jane Got a Gun" so - kein Wunder, denn seit man mit kauzigen Revolverhelden sogar wieder Oscars gewinnen kann, wie "True Grit" bewiesen hat, ist das vermeintlich überholte Genre wieder hoffähig.

Das Besondere an "Jane Got a Gun" ist die weibliche Titelheldin und so hat dann auch eine Frau das Rennen um das begehrte Projekt gemacht: Natalie Portman wird als Produzentin und Hauptdarstellerin im Wilden Westen aufräumen.

Denn "Jane Got a Gun" handelt von einer Frau, deren Ehemann eines Tages von Kugeln durchsiebt und gerade so eben noch am Leben zur gemeinsamen Farm zurückkehrt. Ihm auf den Fersen ist seine abtrünnige Gang, die ihm den Rest geben will. Da bleibt Jane nichts anderes übrig, als selbst zur Waffe zu greifen und zusätzliche Hilfe zu holen - ausgerechnet von einem Ex-Liebhaber...

Blaue Bohnen statt Schwanensee

Die Rolle bietet Portman also die Chance zu einem weiteren Karrieresprung, nachdem sie sich mit "Black Swan" oscarreif von ihrem Mädchen-Image gelöst hat. Nun wird sie also als knallharte Western-Braut noch mehr Profil zeigen.

Das begehrte Drehbuch stammt aus der Feder von Newcomer Brian Duffield. Im Regiestuhl sitzt ebenfalls eine Frau: Lynne Ramsay, die mit "Morvern Callar" aufhorchen ließ und mit "We Need to Talk About Kevin" im August ein hochexplosives Drama ins Kino bringt um die Nöte der Mutter eines Amokläufers.

Bevor Natalie Portman als Jane ihre Kugeln veschießt, steht für sie noch der Dreh zur Superheldenfortsetzung "Thor 2" an, in der sie als Jane Foster zurückkehrt.

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Samantha Morton

Verborgene Phantasien und emotionale Leere stehen im Zentrum der Rollen von Samantha Morton, deren kleine Statur und kindliches Gesicht...

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