Juliane Köhler
Axel Prahl
Leonard Carow
Regie: Sylke Enders
Verleih: X Verleih (Warner)
Frisch aus dem Knast entlassen, zieht sich Alex (Juliane Köhler) in die Idylle ihrer Kindheit zurück um einen Neuanfang zu wagen. Das alte Haus der verstorbenen Großmutter in einer ostdeutschen Kleinstadt dient ihr als Rückzugsraum. In den drängt sich aber der 12-jährige Tom (Leonard Carow), ebenfalls ein schwieriger Fall. Ihm sorgenvoll auf den Fersen ist sein Vater Piet (Axel Prahl), der als Fahrlehrer arbeitet und Alex Avancen macht. Alle schlittern in ein Drama hinein.
Den Deutschen Filmpreis in Silber konnte Sylke Enders für ihr Debüt "Kroko" einheimsen und beweist abermals ihre Klasse mit einem Drama mit Trauerrand, das von Wunden und Einsamkeit, sowie deren schwieriger Heilung erzählt und auf ein hochkarätiges Darsteller-Duo setzt.
Psychologisches Drama um eine schicksalhafte Begegnung zweier unterschiedlicher Menschen.
Alex (Juliane Köhler) will sich nicht verlieren, sondern ihre Gefühle kontrollieren, deshalb vermeidet sie Nähe. Ganz anders dagegen Piet (Axel Prahl), für den Liebe eine Art alles zusammenhaltender Emotional-Klebstoff ist und der fast bis zur Nötigung Nähe sucht. Dass die beiden überhaupt zusammen kommen, liegt an seinem Sohn Tom (Leonard Carow), der sich an Alex' Fersen hängt und sie als Mutterersatz betrachtet.
Die spröde Frau ist gerade nach einem Gefängnisaufenthalt in das Häuschen ihrer Großmutter in einer ostdeutsche Provinzstadt zurückgekehrt, den Ort unbeschwerter Kindheit. Sie will nur eines, nämlich vergessen. Währenddessen muss Piet mit dem Selbstmord seiner Frau klarkommen.
Sylke Enders' dritter Spielfilm handelt nicht mehr von Teenie-Problemen wie "Kroko" oder "Hab mich lieb!", sondern von zwei reifen Menschen mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Liebe. Dank der starken Performance des Ensembles, allen voran Juliane Köhler und Axel Prahl, packt das ein wenig sperrige, psychologische Drama.
| Darsteller: | Juliane Köhler | als Alex Niemann | |
|---|---|---|---|
| Axel Prahl | als Piet Hatzky | ||
| Leonard Carow | als Tom Hatzky | ||
| Ronald Kukulies | als Tobias Wallraff | ||
| Niels Bormann | als Mirco | ||
| Udo Schenk | als Harald Niemann | ||
| Gabriele Grawe | als Nachbarin | ||
| Isabelle Ertmann | als Gerlinde Rabenstein | ||
| Christina Wilcke | als Marlies Ruttger | ||
| Frank Hildebrandt | als Kikki | ||
| Regie: | Sylke Enders | ||
| Drehbuch: | Sylke Enders | ||
| Produzent: | Juri Wiesner | ||
| Kamera: | Frank Amann | ||
| Schnitt: | Dietmar Kraus | ||
| Musik: | Bert Wrede | ||
| Produktionsdesign: | Tommy Stark | ||
| Kostüme: | Simone Simon | ||
| Maske: | Paula Leupold | ||
| Ton: | Peter Schmidt | ||
| Casting: | Uwe Bünker | ||
In "Mondkalb" zeigt sich der Star aus "Aimée & Jaguar" in einer ihrer anspruchsvollsten Rollen. Fast ohne Text gibt sie eine gebrochene Frau, für die menschliche Nähe und Kontakt zum Problem geworden sind.
Harte Kost: In "Mondkalb" spielt Juliane Köhler eine gerade aus dem Gefängnis entlassene Frau (Foto: Warner)
» Worum geht es in "Mondkalb"?
JULIANE KÖHLER: "Mondkalb" erzählt von Menschen, die nicht aus ihrer Haut können. Ich spiele eine Frau, die ihren Mann halb tot geschlagen hat und nach sechs Jahren aus dem Gefängnis kommt. Sie versucht, sich ein neues Leben aufzubauen und hat damit große Probleme, weil sie es letztendlich nicht schafft, Nähe zuzulassen. Ähnlich geht es dem kleinen Jungen, der gesehen hat, wie seine Mutter sich umbrachte. Seitdem steht er unter Schock und ist sehr verschlossen.
Sein Vater, gespielt von Axel Prahl, macht dagegen über alles Witze, konfrontiert sich aber am Ende nicht wirklich mit sich selbst. Der Film handelt von dem Versuch, zusammenzukommen, von dem Versuch, zu lieben, aber es ist keine Liebesgeschichte.
» Ist so eine Konstellation realistisch?
Dass Menschen nicht aus ihrer Haut können, stumm sind, obwohl sie sprechen möchten, kommt oft vor. Davon wird nur selten erzählt - es ist aber auch schwer, das zu spielen.
» Ihre Figur ist fast stumm ...
Ja. Normalerweise kann ein Schauspieler anhand des Textes eine Figur aufbauen. Hier ging das nicht. Besonders dieser Rückzug in die Einsamkeit war mir fremd. Die Seele der Frau ist so tief vergraben, das war nicht einfach zu spielen. Sehr geholfen hat mir Regisseurin Sylke Enders. Sie hat die Figur geschaffen und machte mir ihre Vision von Alexandra mit Blicken und bestimmten Tonlagen deutlich. Ohne sie hätte das nicht funktioniert.
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