Julia Roberts tritt in die Fußstapfen von Robin Williams und den Traditionen an einem Mädchen-College in einem einfühlsamen Drama à la "Der Club der toten Dichter" mutig entgegen. http://images.kino.de/flbilder/max04/mbiz04/mbiz02/z0402622/b150x150.jpg Mona Lisas Lächeln

Filmdetails

Mona Lisas Lächeln

Julia Roberts tritt in die Fußstapfen von Robin Williams und den Traditionen an einem Mädchen-College in einem einfühlsamen Drama à la "Der Club der toten Dichter" mutig entgegen.


Mona Lisas Lächeln
Start: 22.01.2004

Originaltitel: Mona Lisa Smile

Drama

USA 2003
Laufzeit: 119 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Julia Roberts
Kirsten Dunst
Julia Stiles

Regie: Mike Newell
Verleih: Columbia Tristar

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Humor
Romantik
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Inhalt

In den frühen 50er Jahren kommt die Dozentin Katherine Watson (Julia Roberts) vom liberalen Berkeley College an die ebenso noble wie erzkonservative Privatuni Wellesley. Ihre Aufgabe ist es, die ausschließlich weibliche Studentenschaft in Kunstgeschichte zu unterrichten. Doch schon bald gerät sie mit den autoritär-verkorksten Verhältnissen in Konflikt und schlägt sich Karrierenachteilen zum Trotz auf die Seite der nach intellektueller Freiheit und Selbstbestimmung strebenden Jugend.

Kirsten Dunst, Julia Stiles und "Secretary"-Entdeckung Maggie Gyllenhaal repräsentieren an der Seite von Ko-Produzentin Julia Roberts und unter der Ägide von "Vier Hochzeiten und ein Todesfall"-Regisseur Mike Newell das feminine Gegenstück zum "Club der toten Dichter".


Kritik

Einmal mehr Julia Roberts in einer romantischen Komödie. An ihrer Seite glänzen Hollywoods Newcomer Kirsten Dunst, Julia Stiles und Maggie Gyllenhaal.

Großansicht Katherine Watson ermutigt ihre Studentinnen zur Selbständigkeit (Foto: Columbia TriStar)

Katherine Watson ermutigt ihre Studentinnen zur Selbständigkeit (Foto: Columbia TriStar)

Was die Gesellschaft von ihnen erwartet, war klar: für die jungen Mädchen in den prüden "Fifties" war die Rolle der Hausfrau und Mutter vorgesehen, auch wenn sie noch so begabt waren und exzellente Schulabschlüsse hinlegten.

Keine Ausnahme machten da die Absolventinnen des berühmten Wellesley College in Massachusetts, auf dem auch Hillary Clinton oder Madeleine Albright ein Jahrzehnt später fürs Leben büffelten.

Als die junge, freigeistige Lehrerin Katherine Watson (Julia Roberts) aus Kalifornien dort ihre Stelle antritt, sieht sie sich auf dem Höhepunkt der McCarthy-Ära mit der engstirnigen Moral jener Zeit konfrontiert. Sie will ihren Schülerinnen nicht nur Kunstgeschichte beibringen, sondern vielmehr das Streben nach Eigenständigkeit und Unabhängigkeit.

Großansicht Kunstgeschichte, einmal anders: Katherine versucht, Toleranz zu wecken (Foto: Columbia TriStar)

Kunstgeschichte, einmal anders: Katherine versucht, Toleranz zu wecken (Foto: Columbia TriStar)

Aus Feind mach Freund

Erst einmal stößt sie damit auf Ablehnung und macht sich die frisch verheiratete Betty (Kirsten Dunst als hinterhältiges Biest) zur Feindin, die gegen jede Vernunft mit ihrem untreuen Mann glücklich sein will.

Trotzdem kämpft die mutige Lehrerin weiter gegen erstickende Konventionen, scheinheilige Moral und erzkonservative Sitten und versucht die Mauern aus Verschlossenheit und Arroganz zu durchbrechen.

Nach und nach gewinnt sie die Zuneigung und das Vertrauen der Mädchen, die ihre Vorstellung von unabhängigem Denken und intellektueller Freiheit bald nicht mehr ganz so abwegig finden.

Großansicht Heißer Flirt: Kollege Bill Dunbar (Foto: Columbia TriStar)

Heißer Flirt: Kollege Bill Dunbar (Foto: Columbia TriStar)

Alles gut?

Die sexuell neugierige Giselle (die verführische "Secretary" Maggie Gyllenhaal) fühlt sich in ihrem Lebenswandel bestätigt, aber vor allem bei der aufgeweckten Joan (Julia Stiles) fallen Katherines Worte auf fruchtbaren Boden, bewirbt die sich doch trotz bevorstehender Hochzeit für ein Jura-Studium an der renommierten Yale-Universität.

Und als der Lehrerin dann noch der Kollege das Herz auf dem Tablett serviert, scheint alles paletti. Aber nur fast, denn auch für sie folgt die Einsicht, dass sie selbst vielleicht doch nicht so unabhängig ist, wie sie geglaubt hat.

Großansicht Joan schwankt: Familie oder Karriere? (Foto: Columbia TriStar)

Joan schwankt: Familie oder Karriere? (Foto: Columbia TriStar)

Julias Lächeln

Mike Newell ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") rührt einen prickelnden Gefühls-Cocktail an und lässt neben Oscar-Peisträgerin Julia Roberts die junge Stargarde Hollywoods aufmarschieren.

Die Roberts, schöner denn je, strahlt Verletzbarkeit und Sensibilität aus in dieser mutigen Mixtur aus naiver "pretty woman" und taffer "Erin Brockovich". Sie ist keine strahlende Heldin, sondern eine empfindsame Frau, die Höhen und Tiefen durchlebt, aber nie aufgibt. Und mit ihrem unnachahmlichen Lächeln Mona Lisa fast die Schau stiehlt.

Mona Lisas Lächeln

Darsteller:  Julia Roberts   als Katherine Watson
  Kirsten Dunst   als Betty Warren
  Julia Stiles   als Joan Brandwyn
  Maggie Gyllenhaal   als Giselle Levy
  Ginnifer Goodwin   als Connie Baker
  Dominic West   als Bill Dunbar
  Juliet Stevenson   als Amanda Armstrong
  Marcia Gay Harden   als Nancy Abbey
  John Slattery   als Paul Moore
  Marian Seldes   als Direktorin Jocelyn Carr
  Topher Grace   als Tommy Donegal
  Laura Allen   als Susan Delacorte
  Jordan Bridges   als Spencer Jones
  Donna Mitchell   als Mrs. Warren
  Terence Rigby   als Dr. Edward Staunton
 
Regie:  Mike Newell  
Drehbuch:  Lawrence Konner  
  Mark Rosenthal  
Produzent:  Elaine Goldsmith-Thomas  
  Deborah Schindler  
  Paul Schiff  
Koproduzent:  Richard Baratta  
Ausf. Produzent:  Joe Roth  
Kamera:  Anastas Michos  
Schnitt:  Mick Audsley  
Musik:  Rachel Portman  
Produktionsdesign:  Jane Musky  
  Patricia Woodbridge  
Kostüme:  Michael Dennison  
Ton:  Terence J. O'Mara  
Casting:  Ellen Chenoweth  
  Susie Farris  

"'Harry Potter' wird zum Nationalheiligtum"

Er ist ein englischer Gentleman, wie er im Buche steht. Wer jedoch denkt, dass Mike Newell nur Frauenfilme zu bieten hat, irrt sich gewaltig. Denn nach "Mona Lisas Lächeln" steht nun die Verfilmung von "Harry Potter und der Feuerkelch" an. Im ständigen Genrewechsel zwischen romantischer Komödie, Drama und Thriller weigert sich der Brite, in eine Schublade gesteckt zu werden.

Großansicht Mike Newell konzentriert am Set von "Mona Lisas Lächeln" (Foto: Columbia TriStar)

Mike Newell konzentriert am Set von "Mona Lisas Lächeln" (Foto: Columbia TriStar)

» Herr Newell, Sie sollten eigentlich vor ein paar Jahren "The Girl with the Pearl Earring" über das berühmte Vermeer-Gemälde drehen. Ist "Mona Lisas Lächeln" nun ihr Ersatz?

MIKE NEWELL: Da liegen Sie gar nicht verkehrt. Es war in der Tat kein großer Sprung, sich in "Mona Lisas Lächeln" einzuarbeiten. Denn ich wollte auf alle Fälle einen Frauenfilm machen, wegen des Vermeer-Projekts, das mir entgangen war. Es hat mich damals beinahe umgebracht, dass ich "The Girl with a Pearl Earring" nicht selbst drehen konnte. Ich hatte mich seit Jahren nicht mehr so zu einem Projekt hingezogen gefühlt, wie zu diesem.

Großansicht Überwältigt von der Kunst: Julia Roberts und ihre Studentinnen (Foto: Columbia TriStar)

Überwältigt von der Kunst: Julia Roberts und ihre Studentinnen (Foto: Columbia TriStar)

"DIE FIGUR VON JULIA ROBERTS LERNT NOCH GENAU SO VIEL WIE SIE LEHRT"

» Was ist passiert?

Da kamen mehrere Dinge zusammen: Plötzlich ging etwas mit der Besetzung schief und dann geschahen die schrecklichen Anschläge vom 11. September. Umso mehr freut es mich, dass die Produzenten letzten Endes triumphiert und den Film realisiert haben - allerdings ohne mich, was mich bis heute sehr bekümmert.

» Auch danach lief einiges schief...

Allerdings! Ich sollte anschließend eigentlich einen anderen Film machen: "Das Urteil - Jeder ist käuflich". Ich bestand auf Will Smith als Hauptdarsteller. Aber da gab es große Schwierigkeiten, was ich bis heute nicht verstehen kann. Will Smith ist einer der größten Schauspieler seiner Generation - schwarz, natürlich, und das scheint die Dinge beeinflusst zu haben. Nach dieser Erfahrung habe ich bei "Mona Lisas Lächeln" keine Sekunde gezögert.

Großansicht Der Brite war als Produzent am Oscar-gekrönten Film "Traffic - Macht des Kartells" beteiligt (Foto: Fox)

Der Brite war als Produzent am Oscar-gekrönten Film "Traffic - Macht des Kartells" beteiligt (Foto: Fox)

» Der Vergleiche mit Peter Weirs "Der Club der toten Dichter" drängt sich auf.

Nun, natürlich gibt es zwischen "Mona Lisas Lächeln" und "Der Club der toten Dichter" Ähnlichkeiten. Die beiden Stoffe haben aber unterschiedliche Ansätze: Die "Musik", der Charakter der Filme ist anders.

» Wo liegt für Sie der große Unterschied?

In der Funktion der Figuren. "Mona Lisas Lächeln" ist keine Einbahnstraße: Die Figur von Julia Roberts lernt noch genau so viel wie sie lehrt. Sie ist nicht überzeugt, ihr Charakter ist nicht fertig, sie ist selbst noch unsicher und wird von den Schülerinnen ebenso geprägt wie umgekehrt. Das ist der Kern des Films.

Großansicht Sein größter Regieerfolg: "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" (Foto: Impuls)

Sein größter Regieerfolg: "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" (Foto: Impuls)

"DIE LEUTE WURDEN NAHEZU IN DIE SCHIZOPHRENIE GETRIEBEN"

» Warum haben Sie auch noch die selbe Zeit gewählt?

Die Ära spricht mich unglaublich an, ich liebe diese Zeit. Es gab damals großes Drama, in den frühen 50ern. Man betrachte doch nur mal die Doris Day-Filme, die uns als Vorlage dienten. Dieser helle Hochkontrast-Stil der Hollywood-Filme jener Zeit, wo der Film dich ansieht und dir sagt: "Es gibt keinen Ärger, keine Sorgen, nirgendwo. Alles ist großartig und wird bis in alle Ewigkeiten großartig sein." Dann drehst du die Medaille und hast die dunkle Seite: McCarthys Hexenjagd und all diese bigotte Verlogenheit. Die Leute wurden nahezu in die Schizophrenie getrieben.

Großansicht Billy Bob Thornton als Top-Fluglotse in Newells "Turbulenzen und andere Katastrophen" (Foto: Fox)

Billy Bob Thornton als Top-Fluglotse in Newells "Turbulenzen und andere Katastrophen" (Foto: Fox)

» Das erinnert an Douglas Sirk-Filme: eine schillernde glatte Oberfläche und die Probleme dahinter...

Stimmt, dabei wollten wir alles andere als einen Douglas Sirk-Film machen. Die Ähnlichkeiten ergaben sich eher zufällig, wir wollten nur der Zeit gerecht werden. Doch die Kostüme, die Frisuren, das Make-up, die Ausstattung dieser Epoche - all das ist von Sirk so hervorragend eingefangen worden, dass man heute kaum mehr an ihm vorbei kommt.

» Als nächstes müssen Sie bei "Harry Potter und der Feuerkelch" ran.

Falsch: Ich DARF ran! Ganz wichtig! Die "Potter"-Filme sind auf dem besten Weg sich zum Nationalheiligtum zu entwickeln. Da muss man aufpassen, was man sagt. Eigentlich wollte man ja schon für den ersten Teil einen Engländer als Regisseur. Doch damit begann auch schon die Crux: Ein Potter-Film muss erfolgreich sein. Und wir Engländer haben so unsere Probleme mit Erfolg.

Großansicht Dunkle Machenschaften: Johnny Depp und Al Pacino in Newells "Donnie Brasco" (Foto: Constantin)

Dunkle Machenschaften: Johnny Depp und Al Pacino in Newells "Donnie Brasco" (Foto: Constantin)

"ES IST EIN DRECKIGES GESCHÄFT"

» Bitte?

Schauen Sie doch "Tatsächlich... Liebe" an. Ein wunderbarer Film, der auch noch die Kasse klingeln lässt. Und was passiert zu Hause? Die Reaktion ist typisch englisch: "Ja er macht viel Geld, aber es ist doch eigentlich Müll!" - eine schreckliche Angewohnheit, um die jeder englische Regisseur weiß. Also wollte sich auf das Himmelfahrtskommando mit dem ersten "Harry Potter"-Film keiner einlassen.

» Dann fand man zum Glück einen Amerikaner...

... und dem Himmel sei Dank für den Erfolg von Chris Columbus. Er hat die Basis gelegt. Dann kam Alfonso Cuarón, der eine unglaubliche Arbeit abgeliefert hat, sie werden es in Kürze sehen. Und nun kann endlich auch ein Brite ran - es ist ein dreckiges Geschäft!

Großansicht Der Regisseur bei den Dreharbeiten zu "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" (Foto: Impuls)

Der Regisseur bei den Dreharbeiten zu "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" (Foto: Impuls)

» Warum machen Sie es?

Die Produzenten baten mich, das Buch zu lesen, denn es gab zu dem Zeitpunkt noch kein fertiges Drehbuch. Zum ersten Mal in meinen 61 Lebensjahren habe ich ein Buch in einem Rutsch durchgelesen. Mein Sohn hatte alle Bände gelesen und überzeugte mich dann letzten Endes, diesen Teil zu machen.

» Kein leichter Stoff. Das Buch ist extrem lang. Es gab Gerüchte, dass es in zwei Teilen verfilmt wird?

Nein, das würde wohl dem dramaturgischen Ablauf des Filmes nicht gerecht. Wir werden es in einem Film abhandeln. Jeder fragte mich: "Wie kannst du das nur machen, es sind 800 Seiten. Daraus kann man keinen Film machen." Nun, man muss den Kern der Story herausarbeiten und sich darauf konzentrieren.

Großansicht Wie wird Mike Newell den vierten Teil des "Harry Potter"-Abenteuers inszenieren? (Foto: Warner)

Wie wird Mike Newell den vierten Teil des "Harry Potter"-Abenteuers inszenieren? (Foto: Warner)

"'HARRY POTTER UND DER ZAUBERKELCH' IST EIN EXZELLENTER THRILLER"

» Wie gehen Sie dabei vor?

Alfonso Cuarons dritter Teil ist fantastisch, sehr atmosphärisch, sehr dicht und sehr düster. Sein Film ist der Ausgangspunkt. Die Fortsetzung "Harry Potter und der Feuerkelch" ist für meinen Geschmack ein exzellenter Thriller. Der Bösewicht trachtet dem Helden von Anfang an nach dem Leben. Der Held weiß erst gar nicht was passiert und muss sich die Zusammenhänge erarbeiten und um sein Leben kämpfen - das ist ein Thriller. Dann klinkt man das ganze Drumherum ein. Und schließlich müssen auch die dramaturgischen Kniffe rein, wie in einer Las Vegas-Show. Genau so muss dann auch der Film aussehen. Der Thriller als zentrales Element, dazu diese herrlichen Nebengeschichten als Zuckerguss.

» Wann geht's los?

Anfang Mai.

» Wer spielt Voldemort?

Das werde ich Ihnen nicht verraten. Auch weil wir noch keinen Schauspieler haben. Ich weiß, wen ich haben will, aber das ist noch nicht in trockenen Tüchern. Ich lasse es Sie natürlich sofort wissen, wenn es dazu mehr gibt.

Star

Julia Roberts

Sie ist "America's Sweetheart". Julia Roberts gilt ihrer Natürlichkeit und ihres umwerfenden Lachens wegen als beliebtester weiblicher...

Star

Kirsten Dunst

Sie ist für ihre Nabelschauen berühmt, denn in kaum einem ihrer Filme lässt sich Kirsten Dunst die Gelegenheit entgehen, ihren süßen...

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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