Originaltitel: Mona Lisa Smile
USA 2003
Julia Roberts
Kirsten Dunst
Julia Stiles
Regie: Mike Newell
Verleih: Columbia Tristar
In den frühen 50er Jahren kommt die Dozentin Katherine Watson (Julia Roberts) vom liberalen Berkeley College an die ebenso noble wie erzkonservative Privatuni Wellesley. Ihre Aufgabe ist es, die ausschließlich weibliche Studentenschaft in Kunstgeschichte zu unterrichten. Doch schon bald gerät sie mit den autoritär-verkorksten Verhältnissen in Konflikt und schlägt sich Karrierenachteilen zum Trotz auf die Seite der nach intellektueller Freiheit und Selbstbestimmung strebenden Jugend.
Kirsten Dunst, Julia Stiles und "Secretary"-Entdeckung Maggie Gyllenhaal repräsentieren an der Seite von Ko-Produzentin Julia Roberts und unter der Ägide von "Vier Hochzeiten und ein Todesfall"-Regisseur Mike Newell das feminine Gegenstück zum "Club der toten Dichter".
Einmal mehr Julia Roberts in einer romantischen Komödie. An ihrer Seite glänzen Hollywoods Newcomer Kirsten Dunst, Julia Stiles und Maggie Gyllenhaal.
Katherine Watson ermutigt ihre Studentinnen zur Selbständigkeit (Foto: Columbia TriStar)
Was die Gesellschaft von ihnen erwartet, war klar: für die jungen Mädchen in den prüden "Fifties" war die Rolle der Hausfrau und Mutter vorgesehen, auch wenn sie noch so begabt waren und exzellente Schulabschlüsse hinlegten.
Keine Ausnahme machten da die Absolventinnen des berühmten Wellesley College in Massachusetts, auf dem auch Hillary Clinton oder Madeleine Albright ein Jahrzehnt später fürs Leben büffelten.
Als die junge, freigeistige Lehrerin Katherine Watson (Julia Roberts) aus Kalifornien dort ihre Stelle antritt, sieht sie sich auf dem Höhepunkt der McCarthy-Ära mit der engstirnigen Moral jener Zeit konfrontiert. Sie will ihren Schülerinnen nicht nur Kunstgeschichte beibringen, sondern vielmehr das Streben nach Eigenständigkeit und Unabhängigkeit.
Kunstgeschichte, einmal anders: Katherine versucht, Toleranz zu wecken (Foto: Columbia TriStar)
Erst einmal stößt sie damit auf Ablehnung und macht sich die frisch verheiratete Betty (Kirsten Dunst als hinterhältiges Biest) zur Feindin, die gegen jede Vernunft mit ihrem untreuen Mann glücklich sein will.
Trotzdem kämpft die mutige Lehrerin weiter gegen erstickende Konventionen, scheinheilige Moral und erzkonservative Sitten und versucht die Mauern aus Verschlossenheit und Arroganz zu durchbrechen.
Nach und nach gewinnt sie die Zuneigung und das Vertrauen der Mädchen, die ihre Vorstellung von unabhängigem Denken und intellektueller Freiheit bald nicht mehr ganz so abwegig finden.
Die sexuell neugierige Giselle (die verführische "Secretary" Maggie Gyllenhaal) fühlt sich in ihrem Lebenswandel bestätigt, aber vor allem bei der aufgeweckten Joan (Julia Stiles) fallen Katherines Worte auf fruchtbaren Boden, bewirbt die sich doch trotz bevorstehender Hochzeit für ein Jura-Studium an der renommierten Yale-Universität.
Und als der Lehrerin dann noch der Kollege das Herz auf dem Tablett serviert, scheint alles paletti. Aber nur fast, denn auch für sie folgt die Einsicht, dass sie selbst vielleicht doch nicht so unabhängig ist, wie sie geglaubt hat.
Mike Newell ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") rührt einen prickelnden Gefühls-Cocktail an und lässt neben Oscar-Peisträgerin Julia Roberts die junge Stargarde Hollywoods aufmarschieren.
Die Roberts, schöner denn je, strahlt Verletzbarkeit und Sensibilität aus in dieser mutigen Mixtur aus naiver "pretty woman" und taffer "Erin Brockovich". Sie ist keine strahlende Heldin, sondern eine empfindsame Frau, die Höhen und Tiefen durchlebt, aber nie aufgibt. Und mit ihrem unnachahmlichen Lächeln Mona Lisa fast die Schau stiehlt.
| Darsteller: | Julia Roberts | als Katherine Watson | |
|---|---|---|---|
| Kirsten Dunst | als Betty Warren | ||
| Julia Stiles | als Joan Brandwyn | ||
| Maggie Gyllenhaal | als Giselle Levy | ||
| Ginnifer Goodwin | als Connie Baker | ||
| Dominic West | als Bill Dunbar | ||
| Juliet Stevenson | als Amanda Armstrong | ||
| Marcia Gay Harden | als Nancy Abbey | ||
| John Slattery | als Paul Moore | ||
| Marian Seldes | als Direktorin Jocelyn Carr | ||
| Topher Grace | als Tommy Donegal | ||
| Laura Allen | als Susan Delacorte | ||
| Jordan Bridges | als Spencer Jones | ||
| Donna Mitchell | als Mrs. Warren | ||
| Terence Rigby | als Dr. Edward Staunton | ||
| Regie: | Mike Newell | ||
| Drehbuch: | Lawrence Konner | ||
| Mark Rosenthal | |||
| Produzent: | Elaine Goldsmith-Thomas | ||
| Deborah Schindler | |||
| Paul Schiff | |||
| Koproduzent: | Richard Baratta | ||
| Ausf. Produzent: | Joe Roth | ||
| Kamera: | Anastas Michos | ||
| Schnitt: | Mick Audsley | ||
| Musik: | Rachel Portman | ||
| Produktionsdesign: | Jane Musky | ||
| Patricia Woodbridge | |||
| Kostüme: | Michael Dennison | ||
| Ton: | Terence J. O'Mara | ||
| Casting: | Ellen Chenoweth | ||
| Susie Farris | |||
Er ist ein englischer Gentleman, wie er im Buche steht. Wer jedoch denkt, dass Mike Newell nur Frauenfilme zu bieten hat, irrt sich gewaltig. Denn nach "Mona Lisas Lächeln" steht nun die Verfilmung von "Harry Potter und der Feuerkelch" an. Im ständigen Genrewechsel zwischen romantischer Komödie, Drama und Thriller weigert sich der Brite, in eine Schublade gesteckt zu werden.
MIKE NEWELL: Da liegen Sie gar nicht verkehrt. Es war in der Tat kein großer Sprung, sich in "Mona Lisas Lächeln" einzuarbeiten. Denn ich wollte auf alle Fälle einen Frauenfilm machen, wegen des Vermeer-Projekts, das mir entgangen war. Es hat mich damals beinahe umgebracht, dass ich "The Girl with a Pearl Earring" nicht selbst drehen konnte. Ich hatte mich seit Jahren nicht mehr so zu einem Projekt hingezogen gefühlt, wie zu diesem.
Da kamen mehrere Dinge zusammen: Plötzlich ging etwas mit der Besetzung schief und dann geschahen die schrecklichen Anschläge vom 11. September. Umso mehr freut es mich, dass die Produzenten letzten Endes triumphiert und den Film realisiert haben - allerdings ohne mich, was mich bis heute sehr bekümmert.
Allerdings! Ich sollte anschließend eigentlich einen anderen Film machen: "Das Urteil - Jeder ist käuflich". Ich bestand auf Will Smith als Hauptdarsteller. Aber da gab es große Schwierigkeiten, was ich bis heute nicht verstehen kann. Will Smith ist einer der größten Schauspieler seiner Generation - schwarz, natürlich, und das scheint die Dinge beeinflusst zu haben. Nach dieser Erfahrung habe ich bei "Mona Lisas Lächeln" keine Sekunde gezögert.
Der Brite war als Produzent am Oscar-gekrönten Film "Traffic - Macht des Kartells" beteiligt (Foto: Fox)
Nun, natürlich gibt es zwischen "Mona Lisas Lächeln" und "Der Club der toten Dichter" Ähnlichkeiten. Die beiden Stoffe haben aber unterschiedliche Ansätze: Die "Musik", der Charakter der Filme ist anders.
In der Funktion der Figuren. "Mona Lisas Lächeln" ist keine Einbahnstraße: Die Figur von Julia Roberts lernt noch genau so viel wie sie lehrt. Sie ist nicht überzeugt, ihr Charakter ist nicht fertig, sie ist selbst noch unsicher und wird von den Schülerinnen ebenso geprägt wie umgekehrt. Das ist der Kern des Films.
Die Ära spricht mich unglaublich an, ich liebe diese Zeit. Es gab damals großes Drama, in den frühen 50ern. Man betrachte doch nur mal die Doris Day-Filme, die uns als Vorlage dienten. Dieser helle Hochkontrast-Stil der Hollywood-Filme jener Zeit, wo der Film dich ansieht und dir sagt: "Es gibt keinen Ärger, keine Sorgen, nirgendwo. Alles ist großartig und wird bis in alle Ewigkeiten großartig sein." Dann drehst du die Medaille und hast die dunkle Seite: McCarthys Hexenjagd und all diese bigotte Verlogenheit. Die Leute wurden nahezu in die Schizophrenie getrieben.
Billy Bob Thornton als Top-Fluglotse in Newells "Turbulenzen und andere Katastrophen" (Foto: Fox)
Stimmt, dabei wollten wir alles andere als einen Douglas Sirk-Film machen. Die Ähnlichkeiten ergaben sich eher zufällig, wir wollten nur der Zeit gerecht werden. Doch die Kostüme, die Frisuren, das Make-up, die Ausstattung dieser Epoche - all das ist von Sirk so hervorragend eingefangen worden, dass man heute kaum mehr an ihm vorbei kommt.
Falsch: Ich DARF ran! Ganz wichtig! Die "Potter"-Filme sind auf dem besten Weg sich zum Nationalheiligtum zu entwickeln. Da muss man aufpassen, was man sagt. Eigentlich wollte man ja schon für den ersten Teil einen Engländer als Regisseur. Doch damit begann auch schon die Crux: Ein Potter-Film muss erfolgreich sein. Und wir Engländer haben so unsere Probleme mit Erfolg.
Dunkle Machenschaften: Johnny Depp und Al Pacino in Newells "Donnie Brasco" (Foto: Constantin)
Schauen Sie doch "Tatsächlich... Liebe" an. Ein wunderbarer Film, der auch noch die Kasse klingeln lässt. Und was passiert zu Hause? Die Reaktion ist typisch englisch: "Ja er macht viel Geld, aber es ist doch eigentlich Müll!" - eine schreckliche Angewohnheit, um die jeder englische Regisseur weiß. Also wollte sich auf das Himmelfahrtskommando mit dem ersten "Harry Potter"-Film keiner einlassen.
... und dem Himmel sei Dank für den Erfolg von Chris Columbus. Er hat die Basis gelegt. Dann kam Alfonso Cuarón, der eine unglaubliche Arbeit abgeliefert hat, sie werden es in Kürze sehen. Und nun kann endlich auch ein Brite ran - es ist ein dreckiges Geschäft!
Der Regisseur bei den Dreharbeiten zu "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" (Foto: Impuls)
Die Produzenten baten mich, das Buch zu lesen, denn es gab zu dem Zeitpunkt noch kein fertiges Drehbuch. Zum ersten Mal in meinen 61 Lebensjahren habe ich ein Buch in einem Rutsch durchgelesen. Mein Sohn hatte alle Bände gelesen und überzeugte mich dann letzten Endes, diesen Teil zu machen.
Nein, das würde wohl dem dramaturgischen Ablauf des Filmes nicht gerecht. Wir werden es in einem Film abhandeln. Jeder fragte mich: "Wie kannst du das nur machen, es sind 800 Seiten. Daraus kann man keinen Film machen." Nun, man muss den Kern der Story herausarbeiten und sich darauf konzentrieren.
Wie wird Mike Newell den vierten Teil des "Harry Potter"-Abenteuers inszenieren? (Foto: Warner)
Alfonso Cuarons dritter Teil ist fantastisch, sehr atmosphärisch, sehr dicht und sehr düster. Sein Film ist der Ausgangspunkt. Die Fortsetzung "Harry Potter und der Feuerkelch" ist für meinen Geschmack ein exzellenter Thriller. Der Bösewicht trachtet dem Helden von Anfang an nach dem Leben. Der Held weiß erst gar nicht was passiert und muss sich die Zusammenhänge erarbeiten und um sein Leben kämpfen - das ist ein Thriller. Dann klinkt man das ganze Drumherum ein. Und schließlich müssen auch die dramaturgischen Kniffe rein, wie in einer Las Vegas-Show. Genau so muss dann auch der Film aussehen. Der Thriller als zentrales Element, dazu diese herrlichen Nebengeschichten als Zuckerguss.
Anfang Mai.
Das werde ich Ihnen nicht verraten. Auch weil wir noch keinen Schauspieler haben. Ich weiß, wen ich haben will, aber das ist noch nicht in trockenen Tüchern. Ich lasse es Sie natürlich sofort wissen, wenn es dazu mehr gibt.
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Sie ist für ihre Nabelschauen berühmt, denn in kaum einem ihrer Filme lässt sich Kirsten Dunst die Gelegenheit entgehen, ihren süßen...
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