Originaltitel: Mission: Impossible - Ghost Protocol
USA 2011
Tom Cruise
Paula Patton
Simon Pegg
Regie: Brad Bird
Verleih: Paramount
Bei einem Einsatz des IMF im Kreml kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: IMF-Anführer Ethan Hunt wird Zeuge eines verheerenden Bombenattentats, das der IMF in die Schuhe geschoben wird. Die Regierung verleugnet die Elite-Abteilung und initiiert das Phantom-Protokoll, ihr einziger Kontakt zur Kommandostruktur wird ermordet. Mit seinen Leuten geht Ethan in den Untergrund, um auf eigene Faust den Drahtzieher zu stellen. Die Spur führt nach Dubai, wo sie dem undurchschaubaren Hendricks auf die Schliche kommen.

Mit einem neuen Team und neuer Leichtigkeit geht Tom Cruises Agentenfranchise in die vierte unmögliche und sehr unterhaltsame Mission.
Nach dem hyperintensiven, unterschätzten Vorgänger, der unter der Regie von J.J. Abrams den Superagenten als verletzlichen Privatmann enthüllte, konzentriert sich der Nachfolger auf das, was Ethan Hunt nicht nur im Nachnamen ausmacht - auf eine Nonstop-Jagd über die Kontinente, die den Protagonisten kontinuierlich im Actionmodus, aber auch eingebunden in ein Team zeigt, das sich Homogenität erst noch erarbeiten muss.
Der Plot stellt sich ohne die gewohnten Überraschungen durch Doppelagenten, Verrat und dramaturgische Umleitungen als geradliniges Zerstörungsszenario vor, das keinen Zuschauer überfordert, Hunts Team aber unter permanenten Hochdruck setzt. Ungewöhnlich für ein Franchise, das so stark mit seinem Star verbunden ist, eröffnet der Film mit einem neuen Kollegen, der in Budapest spielerisch leicht Abschusscodes für russische Nuklearraketen erobert, bis eine Auftragskillerin ernst macht und ihn aus dem Film reißt. Um diese Codes entwickelt sich ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem die US-Agenten versuchen, einen Drahtzieher (Michael Nyqvist) im Hintergrund aus dem Verkehr zu ziehen, bevor er die Codes erwerben und mit ihrer Hilfe einen globalen Nuklearkrieg provozieren kann.
Der verquere humanitäre Ansatz des Bad Guys, der menschlichen Zivilisation mit Vernichtung einen Reboot zu ermöglichen, passt ins Bond-Universum, der humorvoll verspielte Ton der Reaktion auf diese Bedrohung in den Kosmos des Pixar-Hits "Die Unglaublichen - The Incredibles", mit dem sich Brad Bird erstmals als Actionmeister mit originellen Einfällen auszeichnete. Birds Beförderung zum Regisseur eines Live-Action-Events resultiert in einer Gratwanderung zwischen Anspannung und Humor, die größtenteils erfolgreich bewältigt wird, auch wenn die Akzentuierung des Komischen manchmal auf Kosten der Intensität geht. Vieles, was diese Mission eigentlich erschwert, wird mit leichter Hand präsentiert. Der russische Gegenspieler, der Hunt als gebrandmarkten Terroristen um den Globus jagt, ein gewagter Gefängnisausbruch zu Dean Martins "Ain't That a Kick in the Head", die Gadgets der Agenten, die nicht zuverlässig funktionieren, selbst die Atomrakete, die am Ende auf eine US-Metropole zurast, schmiert nicht ohne Begleitgag ins Wasser ab.
Spaß und Spannung lautet das Motto des Films, der immer in Bewegung bleibt, mit Actionsequenzen am Himmelsturm Burj Khalifa in Dubai wie auch in einem vollautomatisierten Parkhaus in Mumbai glänzt und mit Paula Patton, Jeremy Renner und Komiker Simon Pegg ein unorthodoxes Team im Angebot hat, das nicht nur die Sonne im Zentrum dieses Agentenfilms umkreist. Und wer schon glaubte, Birds Film existiere völlig lösgelöst von seinem Vorgänger, bekommt am Ende doch noch eine Überraschung und eine Brücke serviert. kob.
| Darsteller: | Tom Cruise | als Ethan Hunt | |
|---|---|---|---|
| Paula Patton | als Jane Carter | ||
| Simon Pegg | als Benji Dunn | ||
| Jeremy Renner | als Brandt | ||
| Michael Nyqvist | als Kurt Hendricks | ||
| Vladimir Mashkov | als Sidorov | ||
| Samuli Edelmann | als Wistrom | ||
| Ivan Shvedoff | als Leonid Lisenker | ||
| Anil Kapoor | als Brij Nath | ||
| Léa Seydoux | als Sabine Moreau | ||
| Josh Holloway | als Trevor Hanaway | ||
| Miraj Grbic | als Bogdan | ||
| Ving Rhames | als Luther Stickell | ||
| Tom Wilkinson | als IMF Sekretär | ||
| Regie: | Brad Bird | ||
| Drehbuch: | Josh Appelbaum | ||
| André Nemec | |||
| Produzent: | J.J. Abrams | ||
| Tom Cruise | |||
| Bryan Burk | |||
| Ausf. Produzent: | Jeffrey Chernov | ||
| David Ellison | |||
| Buchvorlage: | J.J. Abrams | ||
| Tom Cruise | |||
| Kamera: | Robert Elswit | ||
| Schnitt: | Paul Hirsch | ||
| Musik: | Michael Giacchino | ||
| Produktionsdesign: | James Bissell | ||
| Kostüme: | Michael Kaplan | ||
| Casting: | Nancy Bishop | ||
| Heike Brandstatter | |||
| Coreen Mayrs | |||
| April Webster | |||
| Alyssa Weisberg | |||
Brad Bird möchte der Tradition der "Mission: Impossible"-Produzenten treu bleiben, für jedes neue Agentenabenteuer einen anderen Regisseur zu verpflichten. Deshalb sagt der "Phantom Protokoll"-Dirigent "Mission: Impossible 5" ab.
Teil der Legende: Tom Cruise in "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" (Foto: Paramount)
Es ist ein Rezept, das sich bisher für die Produzenten und das Filmstudio der "Mission: Impossible"-Reihe ausgezahlt hat: Für jedes neue Agenten-Actionfeuerwerk lassen sie einen anderen Kreativen Platz auf dem Regiestuhl nehmen.
Die Formel ging zuletzt im vierten Teil "Mission: Impossible - Phantom Protokoll" bestens auf. Weltweit spielte das von Brad Bird inszenierte Spion-Katz-und-Maus-Spiel mit Superagent Tom Cruise in der Hauptrolle knapp 700 Millionen Dollar ein.
Nicht nur bei den Zuschauern, auch bei den Kritikern kam der Krawallblockbuster bestens an - einige halten Birds Leistung sogar für die bislang beste Folge der Serie. Doch trotz des Erfolgs und des Lobs, das von allen Seiten auf den Amerikaner niederprasselt, lehnt er eine erneute Mitarbeit ab.
Der 54-jährige Bird möchte nicht mit den Prinzipien der "Mission"-Macher brechen: "Ich glaube, dass eines der lustigen Dinge der Serie die Tatsache ist, dass sie immer einen anderen Regisseur einspannen und dadurch versuchen, den Dreh in eine andere Richtung zu lenken."
Einem weiteren "Mission: Impossible"-Einsatz ganz abgeneigt wäre Bird trotzdem nicht: "Möglicherweise wäre ich offen dafür einen Blick darauf zu werfen, aber ich glaube eben, dass ein Teil des Erfolgs der Reihe darauf beruht, immer einen neuen Regisseur darauf anzusetzen." Namen neuer Anwärter auf den Regiestuhl machen bereits die Runde. So gelten "Iron Man"-Regisseur Jon Favreau und "Cloverfield"-Macher Matt Reeves als heiße Favoriten.
Am Hauptdarsteller ist indes nicht zu rütteln. Natürlich wird Tom Cruise auch in "Mission: Impossible 5" wieder die spektakulären Stunts selbst ausführen, um seine Figur Ethan Hunt so realistisch wie möglich auf die Leinwand zu bringen.
Mit seinem achten Film "Top Gun" avancierte Cruise zum Weltstar und wurde als jüngster Hollywood-Schauspieler auf dem Walk of Fame verewigt....
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