Originaltitel: Mission: Impossible II
USA 2000
Tom Cruise
Dougray Scott
Thandie Newton
Regie: John Woo
Verleih: Paramount
Agent Ethan Hunt geniesst seinen Urlaub beim Freiklettern, als ihn eine vom Hubschrauber überbrachte Nachricht zur Arbeit zurückruft: Ein Wissenschaftler hat einen gemeingefährlichen Virus geklaut. Ethan macht sich mit PC-Genie Luther, dem Australier Billy und einer süßen Meisterdiebin an die unmöglich scheinende Mission, den Virus zurückzuholen.

Die Mission erwies sich weder als unmöglich noch sonderlich schwierig. So konnte das hypergehypte Agententhrillersequel ebenso selbstverständlich-selbstsicher die Spitze der US-Charts erstürmen, wie Megastar Tom Cruise in der Openingszene eine schwindelerregende Klippenwand erklimmt. Nach Brian De Palma beim Originalhit 1996 übernahm Action-Ästhet John Woo ("Face/Off") die Regie. Seine typische Handschrift von ballethaft-bombastisch choreographierten Actionsequenzen, religiösen Referenzen und dramatischem Lovestory-Element findet sich hier ebenso deutlich wie in seinem Kultklassiker "The Killer".
Ein ungleich höheres Budget, das sich angeblich um die 150 Mio. Dollar bewegen soll, gibt dem versierten Hongkong-Veteran Gelegenheit seine cineastische Actionakrobatik zu neuen exzessiven Ebenen zu transportieren. In seinem gigantischen Gewaltopus hagelt es Schnellfeuermunition, regnet es Glassplitter, türmen sich haushohe Explosionen und für die spektakulären Verfolgungsjagden mit Helikopter, Autos und Motorrädern wird konstant voll auf die Testosteron-Tube gedrückt. Die Story und die internationalen Locations (Spanien, Australien und USA werden im Breitwandformat pittoresk ins Bild gerückt) erinnern nicht wenig an die erprobte James-Bond-Formel vom unverletzbaren Superagenten mit technischen Gimmicks im Ärmel, der die Frauen schwach macht und die Welt vor tödlicher Bedrohung durch einen größenwahnsinnigen Bösewicht rettet. Mag Plausibilität nicht an erster Stelle stehen, letztlich dient der Plot lediglich als Verbrämung für die aufwendigen Actionszenen. Und in der Tat konstruierte Drehbuchautor Robert Towne ("Chinatown") die Handlung nachträglich um die bereits von Cruise und Woo erdachten Actionmomente.
Agent Ethan Hunt (Cruise) nimmt seine Anweisungen diesmal von Anthony Hopkins entgegen, der ihn beauftragt, seinen kriminellen Ex-Kollegen Sean Ambrose (Dougray Scott, Märchenprinz in "Auf immer und ewig", kann aufgrund mangelnden Biss' nicht ganz überzeugen) aufzuspüren. Ambrose und seine Gang haben einen tödlichen Virus in ihren Besitz gebracht, die es zum Wohl der Menschheit gilt, ihnen abzunehmen. Um Ambrose zu finden, soll Hunt seine Exfreundin anwerben. Hunt ist alsgleich den Reizen der schönen Nyah (Thandie Newton aus "Menschenkind") erlegen und nach einer rasanten Autoverfolgungsjagd über enge Serpentinen, die einer erotischen Tanzeinlage gleicht, wird ihr Tete-a-Tete unter den Laken fortgesetzt. Es fällt Hunt daraufhin schwer sie auf Ambrose anzusetzen, doch er hat eine Mission zu erfüllen.
Es folgt hyperenergetische Action, bei der Cruise erstmals auch Gelegenheit hat neuerlernte Karatekünste zur Schau zu stellen. Die Chemie mit Newton stimmt, doch bei einem gewagten Motorradstunt scheint er sich mehr in seinem Element zu fühlen. Auch das Genrepublikum wird sich vermutlich den Nervenkitzel der Stunts der emotionalen Spannung des Liebesdreiecks vorziehen. Erstaunlicherweise wurde der Humor außer ein paar ironischen Randbemerkungen gering gehalten. Abgesehen vom Hauptdarsteller ist Ving Rhames als Computergenie vom Dienst die einzige Figur, die auch im Original zu sehen war. Erneut zu hören ist Lalo Schifrins Titelmelodie, die von den Rapmetallern Limp Bizkit neu aufbereitet wurde. Als aktuelles Produkt gängiger Popcorn-Popkultur wird der adrenalingepowerte Augenschmaus auch in Deutschland absahnen. ara.
| Darsteller: | Tom Cruise | als Ethan Hunt | |
|---|---|---|---|
| Dougray Scott | als Sean Ambrose | ||
| Thandie Newton | als Nyah Hall | ||
| Ving Rhames | als Luther Stickell | ||
| Richard Roxburgh | als Hugh Stamp | ||
| John Polson | als Billy Baird | ||
| Brendan Gleeson | als McCloy | ||
| Sir Anthony Hopkins | als Boss | ||
| Regie: | John Woo | ||
| Drehbuch: | Robert Towne | ||
| Produzent: | Tom Cruise | ||
| Paula Wagner | |||
| Ausf. Produzent: | Terence Chang | ||
| Paul Hitchcock | |||
| Kamera: | Jeffrey L. Kimball | ||
| Schnitt: | Christian Wagner | ||
| Steven Kemper | |||
| Musik: | Hans Zimmer | ||
| Produktionsdesign: | Thomas E. Sanders | ||
| Kostüme: | Lizzy Gardiner | ||
| Ton: | Paul Brincat | ||
Beim geplanten WWII-Epos "Flying Tiger Heroes" setzt Action-Regisseur John Woo voll auf die fliegerischen Qualitäten von Tom Cruise.
Seien wir doch mal ehrlich: Während seiner Zeit in Hollywood hat Action-Ikone John Woo drei vernünftige Filme hervorgebracht - "Operation: Broken Arrow", "Im Körper des Feindes" und "Mission: Impossible 2". Beim ganzen Rest seines Schaffens ist er mal mehr, mal weniger hinter seinen kreativen Möglichkeiten zurückgeblieben. Lag's an den Kreativ-Knebeln der Traumfabrik, lag's an einem schöpferischen Tief - wer will das sagen. Fest steht, dass der Regisseur mit dem sicheren Händchen für stilisierte Gewalt zumindest filmisch in seinem Mutterland besser aufgehoben war - und wieder ist.
Jetzt will Woo offenbar das Beste aus beiden Welten kombinieren: Für sein neues Projekt "Flying Tiger Heroes" möchte der Regiestar Tom Cruise mit an Bord holen. "Der Film basiert auf einer wahren Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg. Damals unterstützte eine Gruppe freiwilliger amerikanischer Kampfpiloten Chinas Luftwaffe beim Kampf gegen die Japaner und half, den Krieg zu gewinnen." Clair Chennault hieß der Kommandeur dieser legendären Staffel - noch immer ein gefeierter Volksheld in China. Kein Wunder, dass Valkyrie-Attentäter Cruise auch in dieser Rolle das Nazi-Regime filmisch bekämpfen möchte. "Die ganze Geschichte dreht sich um Freundschaft zwischen China und den USA", erklärte Woo auf einer Pressekonferenz in Peking.
Zwischen Pathos und Freundschaft soll aber auch Platz für Action sein: John Woo verspricht "die spektakulärsten Massenschlachten, die je in einem chinesischen Film zu sehen waren". Und das im teuersten Film, der je in China gedreht wurde. 100 Mio. Dollar sollen bis zum Kinostart den Weg auf die Leinwand finden. Ein guter Teil davon vermutlich für die Gage des heldenhaften Cruise. Sei's gedankt, dass China auch filmisch ein Billiglohnland darstellt. Dann reicht der Rest vielleicht doch noch für einen lohnenden Action-Kracher aus der Kreativschmelze von Orient und Okzident.
Mit seinem achten Film "Top Gun" avancierte Cruise zum Weltstar und wurde als jüngster Hollywood-Schauspieler auf dem Walk of Fame verewigt....
Die buschigen Brauen und tief liegenden Augen über ausgeprägten Wangenknochen verleihen Dougray Scott das Aussehen eines übernächtigten,...
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