Veröffentlicht am 12.09.2013
Michael Kohlhaas Frankreich/Deutschland 2013
Michael Kohlhaas Kinostart 12.09.2013, Frankreich/Deutschland 2013
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  • Michael Kohlhaas / Set / Arnaud des Pallières

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Michael Kohlhaas - Filmplakat

Stilisierte, wuchtige Adaption von Heinrich von Kleists Novelle um einen betrogenen Pferdehändler, der gegen die Herrschenden aufbegehrt.

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Filmkritik zu Michael Kohlhaas

007-Schurke im Kleist-Klassiker.

Charakterkopf Mads Mikkelsen (bekannt als Bond-Bösewicht "Le Chiffre") ist quasi in jeder Einstellung zu sehen: Er ist ja auch die Idealbesetzung für den mittelalterlichen Pferdehändler Michael Kohlhaas aus der gleichnamigen Novelle von Heinrich von Kleist von 1810.

Kohlhaas führt mit seiner Familie auf dem eigenen Hof ein zufriedenes Leben als Pferdezüchter. Als er mal wieder mit seinen Pferden zum Markt reitet, wird er vom Verwalter des neuen Barons () aufgehalten. Er verlangt von Kohlhaas einen Passierschein. Ohne rechtliche Grundlage, wie sich später herausstellt.

Der Pferdehändler muss zwei wertvolle Tiere, die er eigentlich verkaufen wollte, als Pfand zurücklassen. Er befiehlt seinem Knecht, sie zu versorgen, und reitet weiter. Die Männer des Barons hetzen die Hunde auf den Knecht und schinden die Pferde bei der Feldarbeit fast zu Tode. Als Kohlhaas sie in miserablem Zustand zurücknehmen soll, weigert er sich und reicht Klage gegen das Unrecht ein. Ohne Erfolg. Seine Frau (Mélusine Mayance), die bei Hofe versucht zu vermitteln, kommt auf tragische Weise zu Tode.

Zeitlos wie Shakespeare

Das bringt das Fass zum Überlaufen. Mit seinen Getreuen zieht Michael Kohlhaas in einen Feldzug gegen die Herrschenden, dem sich immer mehr Geknechtete anschließen. Er kämpft um sein Recht, verstrickt sich aber selbst immer mehr in Unrecht und hält das Land in Atem. Bis ihm am Ende schmerzhaft Recht widerfährt ...

Der Franzose Arnaud des Pallières verlegt die Handlung aus dem 16. Jahrhundert von Brandenburg und Sachsen in die Cevennen, eine karge Region wie geschaffen für diese Tragödie eines aufrechten Mannes. Ein kraftvoller Film mit starken Emotionen und eindrucksvollen Bildern, der auch heute noch aktuell ist.

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Filmhandlung & Hintergrund zu Michael Kohlhaas

Pferdehändler Kohlhaas führt mit seiner Familie auf dem eigenen Hof ein glückliches Leben. Da verlangt der Verwalter des neuen Barons eines Tages ohne rechtliche Grundlage einen Passierschein. Kohlhaas muss zwei Rappen als Pfand zurücklassen, die er später in miserablem Zustand zurücknehmen soll. Gegen dieses Unrecht reicht der Mann erfolglos Klage ein. Als seine Frau dann noch nach Misshandlungen der Untergebenen des Lehnsherrn stirbt, begibt er sich mit seinen Getreuen auf einen Feldzug gegen die Herrschenden und hält das Land in Atem.



Pferdehändler Kohlhaas führt mit seiner Familie auf dem eigenen Hof ein glückliches Leben, bis der Verwalter des neuen Barons eines Tages ohne rechtliche Grundlage einen Passierschein verlangt. Kohlhaas muss zwei Rappen als Pfand zurücklassen, die er später in miserablem Zustand zurücknehmen soll. Gegen dieses Unrecht reicht der Mann erfolglos Klage ein. Als seine Frau dann noch nach Misshandlungen der Untergebenen des Lehnsherrn stirbt, begibt er sich mit seinen Getreuen auf einen Feldzug gegen die Herrschenden.



Als ihm willkürlich sein Eigentum genommen wird, begehrt ein Pferdehändler auf und zieht gegen die Besitzenden ins Feld. Stilisierte, wuchtige Adaption von Heinrich von Kleists Novelle mit Mads Mikkelsen in der Titelrolle.



Prädikat besonders wertvoll

Auszeichnung der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW)
Prädikat: Besonders wertvollKurztext:

Europa, 16. Jahrhundert. Der Pferdehändler Michael Kohlhaas möchte seine Tiere zu einem Markt bringen. Doch unterwegs werden sie ihm aufgrund eines fehlenden Passierscheins abgenommen. Als Kohlhaas merkt, dass ihm die Justiz in diesem ungerechten Prozess nicht beistehen wird, entschließt er sich zur Selbstjustiz, als Rache für das, was ihm genommen wurde. Doch sein persönlicher Kampf mit den Obrigkeiten breitet sich bald aus und entfacht ein Feuer, das nicht mehr zu kontrollieren ist. Vor über 200 Jahren verfasste Heinrich von Kleist die Novelle rund um Michael Kohlhaas, die zu einer der wichtigsten Werke der deutschen bzw. europäischen Literatur gehört. Der französische Regisseur Arnaud des Pallières hat sich in seinem Langfilmdebüt der Geschichte nun erneut angenommen und stellt sie, trotz des historischen Settings, in einen brandaktuellen Kontext. Denn die Situation des Michael Kohlhaas, also der Kampf des kleinen Bürgers gegen die allmächtig wirkende Obrigkeit, ist gerade in heutiger Zeit wieder mehr als nachvollziehbar. Verkörpert wird Kohlhaas von Mads Mikkelsen, der durch sein intensives Spiel sowohl die wilde Entschlossenheit und Wut als auch die hoffnungslose Verletzlichkeit des geschlagenen Rebellen verkörpert. Die raue französische Landschaft liefert die perfekte Kulisse für das tragische Schauspiel und durch ein überragendes Sound-Design erhält sie die passende atmosphärische Tiefe. Ein beeindruckender Film über die Diskrepanz zwischen Recht und Gerechtigkeit und eine gelungene Literaturverfilmung eines Werkes mit ungebrochener gesellschaftlicher Relevanz.

Jurybegründung:

Zu Unrecht wird der Pferdehändler Michael Kohlhaas gezwungen, an einer Grenzstation zwei seiner Pferde als Pfand zurück zu lassen. Bei der Rückkehr erkennt er seine Tiere nicht wieder: Sie wurden zu schwerer Feldarbeit missbraucht, geschunden, ausgemergelt, verletzt und sind schwer verwahrlost. So mag er sie nicht zurücknehmen. Auch seinen Knecht findet er schwer misshandelt vor. Als Kohlhaas das Recht auf dem Klageweg verwehrt wird, rächt er sich mit Waffengewalt und einem nächtlichen Überfall mit zahlreichen Toten. Erst nachdem sein Widerstand Unterstützung findet und zum Aufstand wird, lenkt die Obrigkeit ein. Kohlhaas erhält schließlich zurück, was er beanspruchen kann, muss aber seinerseits einstehen für seine Taten und stirbt durch das Schwert.

Es geht in diesem Film um die großen Fragen von Gerechtigkeit, Widerstand gegen Willkür, zivilen Ungehorsam, um den aufrechten Kampf eines unbeugsamen Individuums gegen die Obrigkeit, um Selbstjustiz, um Terrorismus - und um Verantwortung.

Der französische Regisseur Arnaud des Pallières verlegt die Handlung der berühmten Kleistschen Novelle aus dem Brandenburgischen in die Cévennen, in deren karger Gegend die universelle Geschichte aus dem 16. Jahrhunderts neu erzählt wird. Die Natur ist übermächtig, und was aus der literarischen Vorlage nach draußen verlegt werden konnte, wird in dieser Kulisse gezeigt. Wind, Wolken und Nebel sind stets sehr präsent, der beunruhigende Ton des ständigen Windes, der Trommeln, der Pferde zieht sich durch den ganzen Film. Eine hochzivilisatorische Frage wird entwickelt in einer archaischen Kulisse. Was nahezu surreal klingt, erweist sich filmisch als höchst stimmig. Des Pallières erzählt die Geschichte in sehr klaren und ruhigen wie höchst imposanten Bildern für die große Leinwand (Kamera: Jeanne Lapoirie), die den oft nervösen und atemlosen Grundton des Filmes kontrastieren und ergänzen. In höchstem Maße beeindruckend der dänische Hauptdarsteller Mads Mikkelsen, dessen Präsenz und dessen Gesicht weite Strecken des Filmes allein tragen können. Da ist kein Zorn, kein Berserker, der die Kontrolle verloren hat und in höchster Wut in einen Rausch der Rache gerät: wir sehen einen liebevollen und stets verantwortungsvollen, bei aller historischen Kostümierung höchst heutigen (auch Ehe-)Mann und Vater, der seine Besonnenheit nie verliert. Besonderes Augenmerk legt die Regie auf den Moment, in dem der Führer des Aufstandes diesen ohne Not abbricht, sobald der Gerechtigkeit wieder Geltung verschafft werden konnte - auch wenn der Preis nun der eigene Untergang ist. Wer Wind gesät hat, soll sich dem Sturm nicht verschließen.
Die radikale, aber nie eigensinnige Art, die Geschichte zu erzählen, verliert ihre Fallhöhe zu keinem Zeitpunkt. Ein Film, der ohne viel Sprache auskommt, der etwa allein über die Zwischenschnitte auf das Gesicht der Tochter unglaubliche Geschichten erzählt und eine kluge Nachdenklichkeit ermöglicht.
Arnaud des Pallières MICHAEL KOHLHAAS steht als Solitär in der oft nur leicht variierten Dutzendware der aktuellen Bilderproduktion. Ein Meisterwerk. Ob des Pallières die kurze Novelle von Kleist auch in 90 statt der 122 Minuten hätte erzählen können? Von unsere Seite ein klares Nein.
Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)


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Originaltitel Michael Kohlhaas
OV Ja
OmU Ja
Genre Drama / Kostümfilm
Filmpreis -
USA-Start 30.05.2014
Kinostart (D) 12.09.2013
Besucher (D) 42.025
Einspielergebnis (D) € 293.996
Bes. (EDI) 42.025
Bes. (FFA) 42.993
FSK ab 12 Jahre
WWW -
Cast & Crew in Michael Kohlhaas
Regisseur Arnaud des Pallières Filmbild 801492 Michael Kohlhaas / Set / Arnaud des Pallières Regisseur © polyband (24 Bilder)
Darsteller Mads Mikkelsen Künstlerporträt 871101 Mikkelsen, Mads / Film Independent Spirit Awards 2014 Michael Kohlhaas © Kurt Krieger
Darsteller Bruno Ganz Künstlerporträt 606434 Bruno Ganz / Filmpremiere Gouverneur © Kurt Krieger
Darsteller Denis Lavant Künstlerporträt 717948 Denis Lavant / 65. Filmfestspiele Cannes 2012 / Festival de Cannes Theologe © Kurt Krieger
Darsteller Mélusine Mayance Agenturporträt/Star 806902 Mayance, Mélusine Lisbeth © Ian Gavan / Getty Images
Darsteller David Kross Künstlerporträt 769059 David Kross / 63. Berlinale 2013 Prediger © Kurt Krieger
Darsteller Delphine Chuillot Judith
Darsteller Sergi Lopez Künstlerporträt 71433 Lopez, Sergi Manchot
Darsteller Amira Casar Agenturporträt/Star 787922 Casar, Amira Äbtissin © Dominique Charriau / WireImage
Drehbuch Arnaud des Pallières Filmbild 801492 Michael Kohlhaas / Set / Arnaud des Pallières Drehbuch © polyband (24 Bilder)
Weitere Darsteller
Drehbuch
Produzent
Produktionsleitung
Ausf. Produzent
Buchvorlage
Produktionsdesign
Kamera
Schnitt
Musik
Kostüme
Casting
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