George Clooney
Tom Wilkinson
Tilda Swinton
Regie: Tony Gilroy
Verleih: Constantin
Rechtsanwalt Michael Clayton (George Clooney) arbeitet für die New Yorker Großkanzlei Kenner, Bach & Ledeen. Kollegen nennen ihn den "Ausputzer" in Anspielung auf seinen Job: Er erledigt seit 15 Jahren die Schmutzarbeit für Mitgründer Marty Bach (Sydney Pollack). Scheidung, Schulden und Burn-Out-Syndrom machen ihn von Bach abhängig. Als Mitarbeiter Arthur Edens (Tom Wilkinson) einen Fall sabotiert, muss Clayton die Kastanien aus dem Feuer holen. Doch sein Gegner ist die gefürchtete Karen Crowder (Tilda Swinton).
Ein desillusionierter George Clooney gerät in diesem starbepackten Spannungsblockbuster in ein heilloses Intrigennetz, aus dem nur ein atemberaubender Wettlauf gegen die Zeit führen kann. Tony Gilroy, Autor der "Bourne"-Trilogie, gibt sein fesselndes Regiedebüt.
Als Anwalt ohne Illusionen deckt George Clooney die dunklen Machenschaften eines Multi-Konzerns auf und gerät dabei in Lebensgefahr. Ein Meisterwerk.
Es gibt verschiedenste Wege auf den Kino-Regiestuhl: Etliche Kandidaten drehen vorher Videoclips, andere stehen vor der Kamera. Eine dritte Gruppe indes bringt ihrerseits glänzende Voraussetzungen mit: Drehbuchautoren verstehen von filmischer Dramaturgie soviel wie kaum eine andere Berufsgruppe der Branche.
Bei Tony Gilroy durfte man besonders viel erwarten. Immerhin war er an sämtlichen Drehbüchern der "Bourne"-Trilogie beteiligt, der derzeit wohl innovativsten Action-Reihe. Und "Michael Clayton" wird diesen Vorschuss-Lorbeeren gerecht. Denn der frisch gebackene Filmemacher entwickelt einen beklemmenden Verschwörungsthriller in Tradition von 70er-Jahre-Klassikern wie "Die drei Tage des Condor".
Auch bei Gilroy geht es um Korruption und Amoral der obersten Hierarchie-Ebenen. Und wie bei diesem Szenario erforderlich steckt er einen zweifelnden Protagonisten zwischen alle Fronten: George Clooney spielt den Problemlöser einer Anwaltskanzlei, in der ein Top-Jurist nach einem psychischen Zusammenbruch die schmutzigen Geheimnisse eines großen Klienten lüften will.
Als der Antiheld die Berechtigung seines eigenen Auftrags immer stärker zu hinterfragen beginnt, gerät auch er ins Fadenkreuz der Drahtzieher.
Gilroy gelingt es dabei, das authentisch wirkende Bild einer skrupellosen Konzern-Welt zu vermitteln, die er aber nicht dämonisiert, sondern auch in ihren menschlichen Zügen darstellt - was sie letztlich noch erschreckender macht. Und er filmt sein eigenes Drehbuch nicht einfach ab, sondern findet eine einfallsreiche visuelle Umsetzung, die mit ihren Zeitsprüngen vom Zuschauer Aufmerksamkeit verlangt, aber dadurch viel spannender und befriedigender wirkt - wie ein Puzzle, das sich Stück für Stück zu einem eindrucksvollen Gesamtbild zusammensetzt.
Oscargewinner George Clooney, der seit "Syriana" für die Rolle des Systemrebellen wie prädestiniert wirkt, erweist sich dafür als idealer Partner. Charakter-Mime Tom Wilkinson ("In the Bedroom") zeigt, wie zu erwarten, seine ganze Virtuosität in der Rolle des über die Stränge schlagenden Anwalts.
Aber vielleicht noch außergewöhnlicher ist die Leistung von Tilda Swinton ("Der König von Narnia"), die in nur wenigen Szenen das komplexe Porträt einer überforderten Karrieristin schafft. So besteht Gilroy auch seinen Test in Sachen Schauspielerarbeit - und das eindeutige Fazit lautet: Weiter so!
| Darsteller: | George Clooney | als Michael Clayton | |
|---|---|---|---|
| Tom Wilkinson | als Arthur Edens | ||
| Tilda Swinton | als Karen Crowder | ||
| Sydney Pollack | als Marty Bach | ||
| Michael O'Keefe | als Barry Grissom | ||
| Robert Prescott | als Mr. Verne | ||
| Sean Cullen | als Gene Clayton | ||
| Ken Howard | als Don Jefferies | ||
| Regie: | Tony Gilroy | ||
| Drehbuch: | Tony Gilroy | ||
| Produzent: | Kerry Orent | ||
| Steven Samuels | |||
| Sydney Pollack | |||
| Jennifer Fox | |||
| Ausf. Produzent: | Steven Soderbergh | ||
| George Clooney | |||
| Anthony Minghella | |||
| James Holt | |||
| Kamera: | Robert Elswit | ||
| Schnitt: | John Gilroy | ||
| Musik: | James Newton Howard | ||
| Produktionsdesign: | Kevin Thompson | ||
| Kostüme: | Sarah Edwards | ||
Noch nie waren sich unsere Filmredakteure so einig!
Normalerweise diskutieren wir uns in der Redaktion von KINO.DE leidenschaftlich die Köpfe heiß, wenn's um Filmgeschmack geht. Doch dieses Jahr waren wir uns nicht nur untereinander einig. Wir mussten beim Vergleichen der Stimmen für die Top Ten unseres Teams auch noch entsetzt feststellen, dass wir derselben Meinung sind, wie die Oscar-Jury - über die wir uns in der Vergangenheit schon oft gewundert bis schwarz geärgert hatten.
Doch "No Country for Old Men", die genial absurde Killer-Groteske der Coens gewann 6 Oscars - und 6 Top Ten-Erwähnungen unserer acht stimmberechtigten Redaktionskritiker (Michaela, Natalie, was ist eigentlich mit Euch los?). Zwar hatte nur einer den Film zu seinem absoluten Liebling erkoren (Bravo, Alex!), doch jeder, der "No Country" in der Liste hatte, platzierte ihn in den Top 3. Besonders beliebt war auch das Indie-Juwel "Juno" um einen schwangeren Teenager - und natürlich das Eventmovie des Jahres: "The Dark Knight". Hier die komplette Liste unserer Lieblingsfilme 2008:
Wir wünschen wundervolle Feiertage!
Das Team von KINO.DE
Mit dem Aussehen von Cary Grant, dem Look von Clark Gable und dem Charme buschiger Augenbrauen ist George Clooney, geboren 1961, neben John...
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