Guy Pearce
Carrie-Anne Moss
Joe Pantoliano
Regie: Christopher Nolan
Verleih: Helkon (Buena Vista)
Von einem Gedächtnisdefekt immer wieder aller Erinnerungen beraubt, kämpft Leonard Shelby gegen das Vergessen, das die Mörder seiner Frau bisher schützte. Mit Fotos und Tätowierungen konserviert er Informationen, geht immer weiter in die Vergangenheit zurück, bis die Wahrheit zu Tage tritt, die vielleicht auch ihn selbst in Frage stellt.

Die Wahrheit ist da draußen, aber der Spaß ist, sie zu suchen, nicht wirklich, sie zu finden. Von diesem Impuls lebt die Independenterfolgsstory dieses US-Kinojahres, die Zuschauer und Kritiker interpretationslustig und verunsichert zurücklässt, ob denn die konsequent rückwärts, vom Ende zum Anfang hin erzählte Geschichte von Leonard S., der sich an die Ermordung seiner Frau und die Täter zu erinnern versucht, die Wahrheit oder das Konstrukt einer verdrängenden Psyche ist.
Die Debatte um "Memento", die an ähnliche Diskussionen um "Reservoir Dogs" oder "Die üblichen Verdächtigen" erinnert, heizte in den USA das Interesse an dem 4,5 Millionen-Projekt so an, dass dieses innerhalb von elf Wochen, getragen von Mundpropaganda und Kritik, 17 Millionen Dollar einspielen konnte. Dabei ist der zweite Spielfilm des Briten Christopher Nolan eine nicht gerade leicht zugängliche Kopfnuss, die zu knacken höchste Aufmerksamkeit erfordert, um nach anfänglicher Desorientierung und Verwirrung das Puzzle von Nolans Drehbuch zusammenzusetzen. Selbiges versetzt seinen Protagonisten Leonard Shelby (Guy Pearce aus "L.A. Confidential") in den chronischen Zustand eines extremen Kurzzeitgedächtnisses (wie etwa Ulrich Matthes in Tykwers "Winterschläfer"), das Shelby nicht nur die Umstände der Ermordung seiner Frau, sondern nahezu alles nach einer bestimmten, nicht näher definierten Zeit vergessen lässt. Mit Hilfe von Fotos und auf seine Haut tätowierten Notizen tastet sich Shelby zurück, lässt die Figuren, die seine Wege immer wieder kreuzen, in divergierenden Charakterfacetten schillern, womit deren wahre Intentionen auch für uns undurchschaubar bleiben. Nichts ist so, wie es vielleicht scheint, wenn jede Szene, die die Konsequenz der vorausgegangen ist, neues Licht in das Rätsel bringt. Dramatische Spannung lässt Nolans originelle Struktur nicht wirklich zu, aber die fragmentarische Spurensuche fasziniert und fordert das Langzeitgedächtnis des Zuschauers heraus, der am Ende, das eigentlich der Anfang ist, sich erinnern muss, was am Anfang, der eigentlich das Ende ist, geschah. Das Spiel mit der Wahrnehmung forciert Nolan mit clever platzierten Informationen für Interpretationen, tragenden Blitzbildangeboten für das Unterbewusstsein, die, wie die Struktur des Films insgesamt auch, eine zweite Sichtung von "Memento" geradezu notwendig machen. Kommerziell sollte dies bei Freunden anspruchsvollerer Kinounterhaltung kein Schaden sein, wenngleich die Intelligenz eines Films noch selten die Basis für Erfolg gewesen ist. kob.
| Darsteller: | Guy Pearce | als Leonard | |
|---|---|---|---|
| Carrie-Anne Moss | als Natalie | ||
| Joe Pantoliano | als Teddy | ||
| Mark Boone jr. | als Burt | ||
| Stephen Tobolowsky | als Sammy | ||
| Harriet Sansom Harris | als Frau Jankis | ||
| Callum Keith Rennie | als Dodd | ||
| Russ Fega | |||
| Kimberly Campbell | |||
| Larry Holden | |||
| Regie: | Christopher Nolan | ||
| Drehbuch: | Christopher Nolan | ||
| Produzent: | Suzanne Todd | ||
| Jennifer Todd | |||
| Koproduzent: | Elaine Dysinger | ||
| Ausf. Produzent: | Aaron Ryder | ||
| Buchvorlage: | Jonathan Nolan | ||
| Kamera: | Wally Pfister | ||
| Schnitt: | Dody Dorn | ||
| Musik: | David Julyan | ||
| Produktionsdesign: | Patti Podesta | ||
| Kostüme: | Cindy Evans | ||
| Ton: | William M. Fiege | ||
Christopher Nolan, Regisseur von "The Dark Knight" und Freund vertrackter Storylines, hat mit dem Drehbuch zu seinem kommenden Film "Inception" das komplette Schauspielerensemble verwirrt - vor allem Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio.
Kann Christopher Nolans Gedankengänge nicht nachvollziehen: Leonardo DiCaprio (Foto: Kurt Krieger)
Filmemacher Christopher Nolan ("The Dark Knight") sorgte in der Vergangenheit immer wieder für ratlose Gesichter mit komplexen Geschichten wie "Memento". Das ist ihm auch mit seinem neuen Film "Inception" gelungen, um den Nolan im Vorfeld viel Aufhebens gemacht hat. So durfte nicht jeder seiner Schauspieler das komplette Drehbuch lesen. Das, was sie zu Gesicht bekamen, machte sie jedoch auch nicht schlauer.
Und die, die das Privileg genossen, das gesamte Skript ausgehändigt zu bekommen, standen am Ende genauso ratlos wie der Rest da - Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio inklusive, wie der Superstar nun bei der Pressekonferenz zu "Shutter Island" verriet.
"Christopher ist völlig in die Traum-Psychoanalyse eingetaucht und hat einen ziemlich surrealen Film geschaffen", versucht sich DiCaprio einen Reim auf die komplizierte Handlung von "Inception" zu machen. Schließlich kommt er auf diesen Nenner: "Er hat die Geschichte geschrieben und für ihn macht das alles auch Sinn. Dumm nur: Während der Dreharbeiten hat es für viele von uns keinen Sinn ergeben. Wir mussten viel Detektivarbeit leisten, um dahinter zu kommen, um was es in dem Film eigentlich geht."
Hört sich nach einer richtig harten Kopfnuss an...
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