Dokumentarfilm über Rosa von Praunheims Suche nach seiner leiblichen Mutter, die ihn zur Adoption freigab. http://images.kino.de/flbilder/max08/auto08/auto04/08040092/b150x150.jpg Meine Mütter - Spurensuche in Riga

Filmdetails

Meine Mütter - Spurensuche in Riga

Dokumentarfilm über Rosa von Praunheims Suche nach seiner leiblichen Mutter, die ihn zur Adoption freigab.


Meine Mütter - Spurensuche in Riga
Start: 28.02.2008

Dokumentarfilm

Deutschland 2007
Laufzeit: 87 Min.
FSK: ab 12 Jahre

Regie: Rosa von Praunheim
Verleih: Basis

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Kritik

Meine Mütter - Spurensuche in Riga

Rosa von Praunheim ist einer der bekanntesten hiesigen Filmemacher, obwohl die meisten Deutschen seine Filme nie gesehen haben. Einen Namen machte sich der Regisseur, weil er enorm zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Homosexuellen beitrug ("Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", 1970). Größere Popularität verschaffte ihm allerdings ein Akt der Denunziation, als er 1991 in der Sendung "Der heiße Stuhl" (RTL plus) die Homosexualität von unter anderem Hape Kerkeling und Alfred Biolek öffentlich machte.

Mit dem Dokumentarfilm "Meine Mütter" offenbart von Praunheim (eigentlich Holger Mischwitzky) eine ganz andere Seite. Während seine früheren Filme oft den Charakter von Pamphleten hatten, lässt sich der Regisseur von seiner bevorzugten Kamerafrau Elfi Mikesch nun bei einer sehr persönlichen Spurensuche begleiten: Erst vor wenigen Jahren gestand ihm seine alte Mutter, dass er 1942 als Kind in Lettland adoptiert worden sei. Nach ihrem Tod machte sich von Praunheim auf eine Recherche, die ihn tief in die deutsche Historie eintauchen lässt. Dank eifriger Mitarbeiter findet sich in einem Archiv tatsächlich ein Hinweis auf seine Geburt: Er ist unter dem Namen Holger Radtke in Riga in einem Gefängnis zur Welt gekommen.

Mit dieser Information gibt sich Rosa von Praunheim allerdings nicht zufrieden. Im Verlauf der Suche nach dem Vater wird er mit der Geschichte des lettischen Judentums konfrontiert; 97 Prozent aller Juden sind damals ermordet worden. Sein Film fasziniert daher auf zwei Ebenen: Einerseits ist es dank von Praunheims eigener Ergriffenheit sehr berührend, wenn er zu Beginn mit seiner Mutter über die "alten Zeiten" spricht. Später nimmt die Dokumentation eine völlige Wendung. Zwar gibt es immer wieder persönliche Szenen, wenn er beispielweise den Ort seiner Geburt besichtigt oder bei einem Vertriebenentreffen den Verwandten begegnet, aber die ungleich berührenderen Momente sind die Gespräche über den lettischen Holocaust oder die barbarischen Behandlungsmethoden in der Psychiatrie. Darüber hinaus hat von Praunheim aus alten Fotos, schwarzweißen Filmschnipseln, Interviews und Reiseerlebnissen einen facettenreichen Film komponiert; eine spannende Mischung aus ganz persönlicher und deutscher Geschichte. tpg.

Meine Mütter - Spurensuche in Riga

 
Regie:  Rosa von Praunheim  
Drehbuch:  Rosa von Praunheim  
Produzent:  Rosa von Praunheim  
Kamera:  Elfi Mikesch  
  Thomas Ladenburger  
  Markus Tiarks  
Schnitt:  Mike Shephard  
Musik:  Andreas Wolter  
Ton:  Manja Ebert  
  Martin Brinins  

99 Filme halten Hof

Wer in Bayern lebt, der kennt Hof in erster Linie aus dem Wetterbericht. Aus unerfindlichen Gründen ist's dort immer zwei bis drei Grad kälter als im restlichen Bundesland - was Hof nicht gerade zum bevorzugten Reiseziel macht. Ende Oktober wendet sich das Blatt seit nunmehr 41 Jahren. Die Hofer Filmtage lassen Minusgrade und Nieselregen zur Randerscheinung werden.

Kommt nach Hof: Dem in Hongkong geborenen und in den USA lebenden Regisseur Wayne Wang ist die diesjährige Retrospektive gewidmet. (Foto: Hofer Filmtage)

Kommt nach Hof: Dem in Hongkong geborenen und in den USA lebenden Regisseur Wayne Wang ist die diesjährige Retrospektive gewidmet. (Foto: Hofer Filmtage)

Dem anhaltenden Erfolg der Hofer Filmtage wird in diesem Jahr durch einen zusätzlichen Tag Rechnung getragen: Ab Dienstag den 23. Oktober läuft eine Auswahl von 69 Lang- und 30 Kurzfilmen, nationale wie internationale Produktionen, die zum Ende des Jahres einen umfangreichen Ausblick auf das Filmschaffen werfen.

Eröffnet werden die diesjährigen Filmtage mit dem neuen Film "Mondkalb" von Sylke Enders, die bereits mit ihrem Erstling "Kroko" 2003 in Hof einen Überraschungserfolg landete. Sie erzählt von Alex (Juliane Köhler), die nach ihrem Gefängnisaufenthalt in eine Kleinstadt flüchtet, auf der Suche nach einem Neuanfang.

Martin Theo Krieger zeigt "Beautiful Bitch", eine Geschichte über eine Kleinkriminelle aus Bukarest, die im Spannungsfeld zwischen Freiheit, Wohlstand im Westen und polizeilicher Verfolgung ein gefährliches Dasein fristet.

Mit zwei Filmen zu Gast auf den Filmtagen: Rosa von Praunheim (Foto: Hofer Filmtage)

Mit zwei Filmen zu Gast auf den Filmtagen: Rosa von Praunheim (Foto: Hofer Filmtage)

Zeitreise mit Dominik Graf

Dominik Graf begibt sich mit seiner Verfilmung von "Das Gelübde" auf eine Reise ins 19. Jahrhundert: Der Künstler und Lebemann Clemens von Brentano (Misel Maticevic) reist nach einer Lebenskrise an das Krankenlager der Nonne Anna Katharina Emmerich (Tanja Schleiff), an deren Körper sich die Wundmale Christi zeigen. Volker Einrauch kommt mit seinem Drama "Der andere Junge" mit Peter Lohmeyer in einer Hauptrolle, Andreas Kleinert mit "Freischwimmer", in dem August Diehl und Fritzi Haberlandt spielen.

Rosa von Praunheim ist gleich mit zwei Filmen vertreten: Er tritt mit "Meine Mütter - Spurensuche in Riga" die Suche nach seiner Herkunft an und begleitet mit "Mit Olga auf der Wolga" eine Flussfahrt von Moskau nach St. Petersburg. Ihre ersten Spielfilme präsentieren Hagen Keller mit "Meer is nich", ein Jugenddrama, und Heiko Aufdermauer mit "Zeit der Fische", eine zarte Liebegeschichte. Auch Maria Schrader zeigt ihre erste Regiearbeit "Liebesleben": Für Jara, eine Frau, die alles hat und glücklich ist, wird die Begegnung mit dem älteren Arie schicksalhafte Folgen haben.

Top-Filme der Woche

  • Men in Black 3

    Film der Woche: Der Kult geht weiter, die Alien-Jäger blitzdingsen wieder! Will Smith reist in die Sixties, um den jungen Agent Kay (Josh Brolin) zu retten.

  • LOL

    Preview der Woche: Schöne Komödie mit "Hannah Montana" Miley Cyrus, die sich in ihren besten Freund verliebt.

 

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