Originaltitel: Meet the Fockers
USA 2004
Robert De Niro
Ben Stiller
Dustin Hoffman
Regie: Jay Roach
Verleih: Paramount
Gerade erst hat er sich mühsam zum Ja-Wort für den neuen, ungeliebten Schwiegersohn, einen Krankenpfleger mit dem schönen Familiennamen Focker (Ben Stiller), durchgerungen, da wartet schon die nächste Heimsuchung auf Jack Byrnes (Robert De Niro), seines Zeichens emigrierter CIA-Weißkappenmann, der vom Mausen nicht lassen kann. Es gilt, ein Wochenende bei Fockers Eltern zu überstehen: Er ist ein emotional hingabebereiter Hausmann (Dustin Hoffman), sie eine kaum minder kontaktfreudige Sexualtherapeutin (Barbra Streisand). Jacks Verdacht, Schwiegersohn Greg könnte ein uneheliches Kind fabriziert haben, hilft der Harmonie nur wenig.
Alle aus dem Vorgänger bekannten Gesichter und noch ein paar mehr sind wieder zur Stelle beim zweiten Teil des Weltanschauungsfamilienkrieges aus der pointierten, den Tiefschlag nicht scheuenden Feder von Jay Roach.
Vor vier Jahren lernte Ben Stiller seinen grimmigen Schwiegervater kennen. Nun muss er ihm seine durchgeknallten Eltern vorstellen. Gestatten: Barbra Streisand und Dustin Hoffman.
(K)eine schrecklich nette Familie: Teri Polo, Blythe Danner, Robert De Niro, Dustin Hoffman, Ben Stiller, Barbra Streisand (Foto: UIP)
Gaylord Focker. Welche Eltern geben ihrem Sohn einen derart bizarren Namen? Das fragte sich vor vier Jahren der knickerige Kontrollfreak Jack Byrnes (Robert De Niro), seines Zeichens Ex-CIA-Agent und künftiger Schwiegervater von Gaylord, genannt Greg (Ben Stiller).
Die Rede ist natürlich von dem Komödienhit "Meine Braut, ihr Vater und ich". Über 3 Mio. Kinozuschauer begleiteten damals den tollpatschigen Krankenpfleger Greg auf einen Wochenendtrip in die vornehme Villa des Byrnes-Clans, bei dem es zu brennenden Gartenlauben, fatalen Attacken beim Wasservolleyball und peinlichen Einsätzen von Lügendetektoren kam.
Obwohl Greg am Ende seiner Fettnäpfchenparade doch noch in Jack Byrnes' elitären "Kreis des Vertrauens" aufgenommen wurde, blieb eine Frage offen: Aus was für einem Elternhaus stammt dieser seltsame Kauz Focker?
Höchste Zeit, das Geheimnis zu lüften. Denn inzwischen stehen Greg und seine geliebte Pam (Teri Polo) kurz vor ihrer Hochzeit. Also packt Papa Byrnes das Brautpaar samt seiner Gattin Dina (Blythe Danner) und Enkelkind Jack in ein kugelsicheres Wohnmobil und reist zur Focker-Residenz nach Florida.
Ob kräftig kneten hilft? Roz will Griesgram Jack mit einer Erotikmassage auflockern (Foto: UIP)
Doch was den bornierten Biedermann dort erwartet, hätte er in seinen kühnsten Albträumen nicht erahnt. Vater Bernie Focker (Dustin Hoffman) ist keineswegs erfolgreicher Anwalt, wie Greg behauptet hat, sondern ein schrulliger Hausmann im Hawaiihemd. Und Mama Roz (Barbra Streisand) ist nicht wie angekündigt Ärztin, sondern eine exzentrische Sex-Therapeutin in Wallegewändern.
Während Jack zunächst noch gute Miene zu Bernies Exkursen über seinen fehlenden Hoden macht, platzt ihm spätestens beim Abendessen der Kragen, als Roz die einst abgeschnippelte Vorhaut ihres Sprösslings Greg ins Käsefondue plumpsen lässt. Prompt tobt der Kleinkrieg zwischen Sturkopf Jack und den schrecklich schrägen Fockers.
Zum Schreien: Barbra Streisand und Dustin Hoffman pfeifen als hippieskes Ehepaar auf die Etikette, kalauern um die Wette, knutschen wie die Teenies und kullern kichernd übereinander - und das alles unter dem herrlich gestrengen Auge von Pokerface Robert De Niro.
Für Ben Stiller, der erneut in der Rolle des tapsigen Greg brilliert, war der Anblick der Oscar-Preisträger beim Drehen geradezu surreal. "Stellen Sie sich vor, Sie kommen zur Arbeit und da stehen Streisand, De Niro und Hoffman! Das musste ich erst einmal verdauen. Aber schon nach einer Woche waren wir wie eine echte Familie", so Stiller.
Kein Wunder, durften sich die Stars doch am Set wie zu Hause benehmen - Regisseur Jay Roach über Dustin Hoffman: "Er musste für seine Rolle einfach nur er selbst sein. Privat geht Dustin auch am liebsten barfuss, stibitzt beim Essen von den Tellern anderer und ist ein absoluter Familienmensch."
Für den Ruf von Roach ("Austin Powers") trat Barbra Streisand nach 8-jähriger Leinwandabstinenz erstmals wieder vor die Kamera - und das, "obwohl ich es hasse, morgens um fünf aufzustehen. Aber in diesem Fall hat es sich echt gelohnt", sagte die Hollywood-Diva lachend.
| Darsteller: | Robert De Niro | als Jack Byrnes | |
|---|---|---|---|
| Ben Stiller | als Greg Focker | ||
| Dustin Hoffman | als Bernie Focker | ||
| Barbra Streisand | als Roz Focker | ||
| Blythe Danner | als Dina Byrnes | ||
| Teri Polo | als Pam Byrnes | ||
| Tim Blake Nelson | als Officer Le Flore | ||
| Alanna Ubach | als Isabel | ||
| Ray Santiago | als Jorge Villalabos | ||
| Kali Rocha | als Flugbegleiterin | ||
| Shelley Berman | als Richterin Ira | ||
| Owen Wilson | als Kevin Rawley | ||
| Spencer Pickren | als Little Jack | ||
| Bradley Pickren | als Little Jack | ||
| Dorie Barton | als Airline-Angestellte | ||
| Jack Plotnick | als Autoverleih-Angestellter | ||
| Regie: | Jay Roach | ||
| Drehbuch: | James Herzfeld | ||
| John Hamburg | |||
| Produzent: | Jane Rosenthal | ||
| Robert De Niro | |||
| Jay Roach | |||
| Koproduzent: | Jon Poll | ||
| Ausf. Produzent: | Amy Sayres | ||
| Nancy Tenenbaum | |||
| Kamera: | John Schwartzman | ||
| Schnitt: | Jon Poll | ||
| Lee Haxall | |||
| Musik: | Randy Newman | ||
| Produktionsdesign: | Rusty Smith | ||
| Andrew Neskoromny | |||
| Kostüme: | Carol Ramsey | ||
| Ton: | Kenneth McLaughlin | ||
| Casting: | Francine Maisler | ||
So prüde es in den USA auch zugehen mag, die englische Sprache kennt einige drastische Ausdrücke.
Provozieren mit dem bösen F-Wort: Ashton Kutcher mag "Fuck Buddies" (Foto: Kurt Krieger)
"Fuck Buddies" ist so eine Formulierung: Wenn es Männlein und Weiblein nur um Sex geht, sich beide zwar mögen und gut verstehen, aber keinerlei Romantik und Herzklopfen im Spiel ist, dann sind die beiden eben "Fickfreunde".
Genau um diese Art von Zweierbeziehung geht es im neuen Film von Ashton Kutcher. Seine "Fickfreundin" spielt dabei Natalie Portman. Allerdings ist "Fuck Buddies" nur der Arbeitstitel der Komödie. Ashton Kutcher befürchtet, dass am Ende ein anderer Filmtitel vom Plakat prangen wird:
"Ich habe gerade die letzte Szene eines Films namens 'Fuck Buddies' abgedreht, der aber wahrscheinlich gar nicht so heißen wird, keine Ahnung warum! Ich glaube, dass die Leute heiß auf einen Film wären, der 'Fuck Buddies' heißt. Wenn ich selbser ein Plakat sehen würde, auf dem 'Fuck Buddies' steht, würde ich sagen 'Hey, da bin ich dabei, den will ich sehen!' Ich hoffe daher, sie nehmen den Titel, er wäre perfekt!"
Ashton Kutcher, der auch selbst als Produzent arbeitet, kennt dabei natürlich die Mechanismen in Hollywood: Keiner will den möglichen Erfolg eines Films mit einem Titel riskieren, der die konservative Zielgruppe irritieren könnte. Zudem die Komödie von "Ghostbusters"-Regisseur Ivan Reitman ohnehin familienfreundlicher ist, als der Arbeitstitel glauben macht. Denn natürlich bleibt es zwischen Natalie Portman und Ashton Kutcher nicht bei der reinen Zweckbeziehung zum gemeinsamen Lustgewinn, sondern es entwickeln sich echte Gefühle. So vergisst Profi Ashton Kutcher auch nicht, das Wichtigste zu betonen:
"Der Film ist wirklich sehr, sehr lustig! Jedesmal, wenn ich an ihn denke, muss ich laut lachen." Ob das Werk auch in Deutschland ins Kino kommt, ist zwar noch nicht klar, aber bei zwei derart hochkarätigen Stars so gut wie sicher.
Wie auch immer dann der englische Titel lauten wird - die deutsche Übersetzung macht es vermutlich noch schlimmer. Schlechte Beispiele gibt es genug: Aus "Lethal Weapon" wurde "Zwei stahlharte Profis", aus "Mo' Money" "Meh' Geld", "Finding Neverland" wurde zu "Wenn Träume fliegen lernen" verkompliziert, das geniale "Meet the Fockers" zu "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" verflacht und bei "Cellular" wurde im deutschen "Final Call - Wenn er auflegt, muss sie sterben" gleich die komplette Handlung verraten ...
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