TV-Drama über eine symbiotische Teenager-Freundschaft, die auf eine Katastrophe zusteuert. http://images.kino.de/flbilder/max07/auto07/auto22/07220727/b150x150.jpg Meine böse Freundin

Filmdetails

Meine böse Freundin

TV-Drama über eine symbiotische Teenager-Freundschaft, die auf eine Katastrophe zusteuert.


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Kritik

Meine böse Freundin

Fesselndes Drama mit zwei außergewöhnlichen jungen Schauspielerinnen: Eine junge Frau treibt ein teuflisches Spiel mit einer Mitschülerin.

"Leben lernen" heißt die Sendung, die Ellens Mutter im Fernsehen moderiert. Die Frau ist Psychologin und hat das eigene Dasein, man ahnt es, nicht im Griff. "Leben lernen" ist auch die Aufgabe, vor der Ellen steht. Behütet aufgewachsen, lernt das naive Mädchen mit dem pausbäckigen Engelsgesicht nun die weniger schönen Seiten der Wirklichkeit kennen. Der Angriff kommt von zwei Seiten: Daheim geht die Ehe der Eltern, offenbar seit Jahren nur mit Mühe aufrechterhalten, in die Brüche. Und draußen im wahren Leben wird Ellen mit einer Teufelin konfrontiert, die ihre Werte in den Grundfesten erschüttert.

Neben einem gerade in der Figurenschilderung gewohnt fundierten Drehbuch (Hannah Hollinger) hat der Film zwei Trümpfe zu bieten, die sich als Glücksfall erweisen: Den unschuldigen Engel spielt Anna Maria Mühe, ihre teuflische Gegenspielerin Isa verkörpert Alice Dwyer. Schade eigentlich, dass der Titel Isas sinistre Seite bereits vorwegnimmt. Es wäre womöglich reizvoller gewesen, wenn das Mädchen ein Rätsel geblieben wäre. So aber nimmt man ihre Handlungen von vornherein als Berechnung wahr: Isa benutzt die Menschen, wie sie sie gerade braucht. Mit Ellen treibt sie ein besonders perfides Spiel. Als die Kölner Schülerinnen gemeinsam am Rhein entlang laufen, treibt Ellen es eindeutig zu weit: Sie rennt, bis ihr das Blut aus der Nase schießt und sie zusammenbricht. Die selbstbewusste Isa ist neu in der Klasse, besucht Ellen im Krankenhaus und gewährt ihr ein wenig Zuneigung. Das etwas verhuschte Mädchen ist fasziniert, aber auch zunehmend irritiert, denn je stärker sie sich zu Isa hingezogen fühlt, um so schroffer reagiert die junge Frau, die sich zudem als notorische Lügnerin entpuppt.

Das Zusammenspiel der beiden jungen Darstellerinnen ist von fesselnder Intensität, wobei Dwyer naturgemäß die reizvollere Rolle hat. Gerade die Mischung aus tiefer Verletztheit und kühler Verachtung, die sie auch den hingerissenen Leiter der Theater AG (Matthias Koeberlin) spüren lässt, machen Dwyers Spiel so faszinierend. Dass sie auf Ellen geradezu magnetisierend wirkt, ist auf Anhieb nachvollziehbar. Das Personal im Hintergrund ist nicht weniger stimmig besetzt (Barbara Auer und August Zirner als Ellens Eltern, Sandra Borgmann als Isas große Schwester, Denis Moschitto als Ellens Objekt einer zaghaften ersten Verliebtheit). Maris Pfeiffer, ohnehin eine Regisseurin mit viel Faible für Frauenfiguren, deren Leben aus der Spur gerät ("Küss mich!", "Eine außergewöhnliche Affäre"), führt gerade die jungen Darstellerinnen zu großer Leistung. Schade nur, dass die Geschichte keinen richtigen Schluss zu bieten hat und einfach aufhört, nachdem Ellens Verzweiflung fast zu einer Tragödie geführt hätte. tpg.

Meine böse Freundin

Darsteller:  Anna Maria Mühe   als Ellen Mahrtaler
  Alice Dwyer   als Isa Schindler
  August Zirner   als Robert Mahrtaler
  Barbara Auer   als Anne Mahrtaler
  Sandra Borgmann   als Marlene Schindler
  Gabriele Schulze   als Mutter
  Matthias Koeberlin   als Wolf Kühn
  Denis Moschitto   als David
 
Regie:  Maris Pfeiffer  
Drehbuch:  Hannah Hollinger  
Produzent:  Micha Terjung-Schmidt  
Kamera:  Gunnar Fuß  
Schnitt:  Ute Rall  
Musik:  Jörg Lemberg  
Produktionsdesign:  Florian Haarmann  
Kostüme:  Helene Hohensee  
Ton:  Erik Seifert  

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