Nach dem frühen Tod des Vaters kümmert sich Chris Hopper um ihre Mutter und den jüngeren Bruder. Das Singen im Gospel-Chor entschädigt sie für alle Schattenseiten. Als ein verkrachter Rockstar für ein paar Nächte bei der Familie übernachtet, könnte sich Chris' beschauliches Dasein schlagartig ändern: Mit dem Blick des Profis erkennt der Musiker, dass die junge Frau ein Ausnahmetalent ist. Ihre Stimme könnte der Schlüssel für sein Comeback sein. Dummerweise kann sie ihn nicht ausstehen.

Wer nach den unappetitlichen Fischfabrikbildern gleich zu Beginn nicht schon umschaltet, wird mit einer Romanze belohnt, die zwar nicht reich an Handlung, aber immerhin an Gesang ist. Jeanette Biedermann spielt wie eigentlich immer die kleine Frau mit dem großem Herzen.
Nach dem frühen Tod des Vaters kümmert sie sich um ihre Mutter und den jüngeren Bruder Simon. Und weil das Leben immer nur so schwer ist, wie man es nimmt, lässt sich Chris selbst durch die Schließung der Fischfabrik nicht aus der Bahn werfen, schließlich ist da noch ihr Gospel-Chor. Das Singen entschädigt sie für alle Schattenseiten des Daseins: Der habwüchsige Simon, von Willi Gerk wunderbar authentisch gespielt, ist ein renitenter Bengel, die weitgehend stumme Mutter (Gitta Schweighöfer) widmet ihr Leben ausschließlich dem Kneten von Tierfiguren, und die Einnahmen durch die elterliche Tankstelle sind zum Leben zu wenig und zum Sterben zuviel. Vergleichsweise turbulent wird es erst, als das Schicksal mit Hilfe eines Unfalls den verkrachten Rockstar Marc O. (Daniel Wiemer) in das verschlafene Kaff führt. Mit dem Blick des Profis erkennt der Musiker, dass Chris ein Ausnahmetalent ist. Ihre Stimme könnte der Schlüssel für sein Comeback sein; zu dumm, dass sie ihn nicht sonderlich sympathisch findet.
Die Geschichte erinnert von Ferne an "Mitten ins Herz", eine musikalische Romanze mit Hugh Grant als Popstar aus den Achtzigern, den eine hübsche junge Frau (Drew Barrymore) erst zum Hit und dann zur Liebe inspiriert. "Mein Song für Dich" ist allerdings deutlich ärmer an Überraschungen, oder richtiger gesagt: Das Drehbuch (Aglef Püschel) hebt sie fürs Finale auf. Nachdem es innerhalb des Chors erst zur Intrige kommt, weil die ungleich begabtere Chris die bisherige Solistin ersetzen soll, und Marc eine erfolgreiche Gegenintrige einfädelt, gibt es kurz vor Schluss eine dramatische Wendung; und ausgerechnet sie führt schließlich zum guten Ende, das noch weitere unerwartete Verblüffungen bereit hält.
Regisseur Peter Gersina legt bei seiner Inszenierung nicht unbedingt ein überschäumendes Tempo vor, aber gerade die musikalischen Momente gehen durchaus unter die Haut. Und Daniel Wiemer, bislang vor allem in Serien beschäftigt, macht seine Sache als geläuterter Ex-Star richtig gut. Jeanette Biedermann schließlich ist als Sängerin natürlich die perfekte Besetzung, darf aber dank der kratzbürstigen Dialoge auch dann glänzen, wenn nicht gesungen wird. tpg.
| Darsteller: | Jeanette Biedermann | als Chris Hopper | |
|---|---|---|---|
| Daniel Wiemer | als Marc | ||
| Willi Gerk | als Simon Hopper | ||
| Oliver Fleischer | als Leo | ||
| Gitta Schweighöfer | als Ingeborg Hopper | ||
| Kirstin Hesse | als Babsi | ||
| Annette Strasser | als Anja | ||
| Stephan Grossmann | als Jansen | ||
| Luca Maric | als Ronny | ||
| Paula Paul | als Doris | ||
| Wolfgang Kaven | als Simonitschek | ||
| Ernst-Erich Buder | als Pfarrer | ||
| Regie: | Peter Gersina | ||
| Drehbuch: | Aglef Püschel | ||
| Produzent: | Hermann Kirchmann | ||
| Kamera: | Johannes Kirchlechner | ||
| Schnitt: | Barbara Hennings | ||
| Musik: | Curt Cress | ||
| Produktionsdesign: | Thorsten Lau | ||
| Kostüme: | Claudia Landolt | ||
| Ton: | Thorsten Schröder | ||
| Casting: | Emrah Ertem | ||
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