TV-Tragikomödie um eine betrogene Ehefrau, die mit allen Mitteln um ihren Mann kämpft. http://images.kino.de/flbilder/max09/auto09/auto34/09340385/b150x150.jpg Mein Mann, seine Geliebte und ich

Filmdetails

Mein Mann, seine Geliebte und ich

TV-Tragikomödie um eine betrogene Ehefrau, die mit allen Mitteln um ihren Mann kämpft.


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Kritik

Mein Mann, seine Geliebte und ich

Der Titel klingt nach Komödie, aber davon ist dieser Film weit entfernt. Gelegentlich schimmert zwar das komische Potenzial der Handlung durch, doch in erster Linie ist "Mein Mann, seine Geliebte und ich" ein Ehedrama.

Dass die Geschichte (Buch: Laila Stieler) zu großen Teilen mit "Die Freundin der Tochter" übereinstimmt, ist vermutlich Zufall, aber trotzdem frappierend: Hier wie dort entdeckt eine Frau um die fünfzig, dass ihr Mann eine Affäre mit einer Jüngeren hat; hier wie dort gibt sie aber nicht klein bei, sondern geht in die Offensive, freundet sich mit der Kontrahentin an und bringt den bereits fest gefassten Vorsatz des Gatten, die Ehe zu beenden, ins Wanken.

Offenkundigster Unterschied zwischen den beiden Filmen ist die Interpretation der Ehefrau: Zwar führt auch Rike (Mariele Millowitsch) selbst nach dem Auszug der erwachsenen Tochter kein nennenswertes eigenes Leben, aber die Fürsorge, die sie ihrem liebevoll "Bärchen" genannten Mann Erik (Harald Krassnitzer) angedeihen lässt, hat etwas Erstickendes. Das Anagramm der beiden Vornamen ist ein hübscher Hinweis auf die eheliche Symbiose, die für Rike lebenswichtig ist, dem Herrn Gemahl aber mehr und mehr auf die Nerven geht. Buch und Regie (Dagmar Hirtz) belegen das mit diversen hübsch beobachteten und inszenierten Details. Was unter anderen Vorzeichen Ausdruck von Verbundenheit wäre, wird hier zum Symbol der Entfremdung. Bezeichnend ist eine Frühstücksszene: Rike fummelt die Schale an der Spitze von Eriks weichgekochtem Ei ab, er dreht es um und köpft es kurzerhand.

Mariele Millowitsch spielt Rike mit fast schon selbstverleugnender Hingabe, sie demontiert die Figur regelrecht; eine kritische Begutachtung des im Vergleich zur ranken und schlanken Nebenbuhlerin unförmig wirkenden eigenen Körpers inklusive. Das Blatt wendet sich, als Rike wissen will, mit wem ihr Mann sie betrügt, und sich mit Dana (Natalia Wörner) anfreundet: Die Inhaberin einer "Wasch-Bar" ist ärgerlicherweise auch noch eine richtig sympathische Person. Rikes Kampf um ihre Ehe gipfelt in der Einladung Danas zu Eriks Geburtstagsfeier, wo die Kontrahentin das Geschenk der Gattin, ein Segelboot, allerdings mit der gesanglichen Darbietung eines Liedes von Francois Villon kontert ("Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund"), die Erik zu Tränen rührt.

Geschickt verzichtet Hirtz darauf, die vielen beredten Momente überdeutlich ins Szene zu setzen; auf diese Weise kann man gerade die kleinen Hinweise auf Eriks zunehmende Entfremdung selbst entdecken. Weniger gelungen ist die Spiegelung der Beziehung in der Ehe eines etwas schablonenhaft geratenen befreundeten Paares (Peter Benedict, Friederike Wagner). Gerade wegen der Darsteller und der vielen Kleinigkeiten am Rande der Handlung dennoch ein sehenswerter Film. tpg.

Mein Mann, seine Geliebte und ich

Darsteller:  Mariele Millowitsch   als Rike
  Harald Krassnitzer   als Erik
  Natalia Wörner   als Dana
  Anna Werner   als Lydia
  Peter Benedict   als Manne
  Friederike Wagner   als Mia
 
Regie:  Dagmar Hirtz  
Drehbuch:  Laila Stieler  
Produzent:  Gloria Burkert  
  Andreas Bareiss  
Kamera:  Hanno Lentz  
Schnitt:  Nicola Undritz  
Musik:  Annette Focks  
Produktionsdesign:  Eduard Krajewski  
Ton:  Andreas Ruft  

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